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Martin Scorsese gibt Einblicke in sein Privatarchiv
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Ausstellung in Berlin Martin Scorsese gibt Einblicke in sein Privatarchiv

Er ist einer der wichtigsten Regisseure des 20. Jahrhunderts: Martin Scorsese hat Kino-Meisterwerke wie „Taxi Driver“ und „Goodfellas“ geschaffen. In Berlin gibt er nun Einblick in seine Arbeitsweise.

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 In der Ausstellung im Museum für Film und Fernsehen in Berlin ist unter anderem die Kleidung des Hauptdarstellers aus dem Film "Gangs of New York" zu sehen.

Quelle: dpa

Berlin. Der Filmregisseur Martin Scorsese („Taxi Driver“) stellt für eine Ausstellung in Berlin erstmals Teile seines Archivs der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mit Erinnerungsstücken, Skizzen für Filme und Setfotos zeichnet die Deutsche Kinemathek den Weg des heute 70-Jährigen zu einem der wichtigsten Filmemacher in der Kinogeschichte nach. Die Ausstellung ist von diesem Donnerstag (10. Januar) bis zum 12. Mai am Potsdamer Platz zu sehen.

„Viele der Ausstellungsstücke hingen bis eben noch in meiner Wohnung“, sagte Scorsese in einem Video zur Ausstellungseröffnung aus New York, wo er zur Zeit am Schnitt seines neuen Films „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle arbeitet. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören etwa die Hose und die Handschuhe, die Scorseses Lieblingsschauspieler Robert De Niro im Boxerfilm „Wie ein wilder Stier“ trug, Kostüme und Requisiten aus dem Epos „Gang of New York“, handschriftliche Notizen und der Briefwechsel mit Drehbuchautoren.

Für die Schau haben die Kuratoren Kristina Jaspers und Nils Warnecke mehr als 600 Stücke aus Scorseses Privatsammlung und anderen Archiven zusammengetragen. In Skizzen für Kamerapositionen und den Szeneaufbau wird die Detailverliebtheit des Regisseurs sichtbar. Kleinste Einzelheiten tüftelt Scorsese für die Dreharbeiten aus, für die ihm immer wieder auch der deutsche Kameramann Michael Ballhaus zur Seite stand.

Entscheidend für das Verständnis von Scorseses Kino ist die enge Verbindung zu seiner Heimatstadt New York. Der im Einwanderviertel „Little Italy“ aufgewachsene Scorsese ließ die meisten seiner Filme zwischen Queens und Manhattan spielen. Eine ganze Wand zeigt wie auf einem Altar kleine Familienschätze, in Schwarz-Weiß-Fotos wird die Geschichte der Scorseses nacherzählt. Gelegentlich hatte Scorsese auch Mutter Catherine und Vater Charles sowie andere Mitglieder seiner Familie spielen lassen.

Geprägt wurde der Regisseur von der Lebenswelt der Immigranten und vom Umgang mit Straßengangs. Auf einem Modell werden ausgewählte Drehorte in der Metropole mit Filmausschnitten verbunden, etwa zu „Taxi Driver“ und „Hells Kitchen“.

Eine bedeutende Rolle spielt in Scorseses Leben und Werk die Musik. In Filmen wie „Shine A Light“ mit den Rolling Stones und „The Last Waltz“, in Dokumentationen über Bob Dylan und George Harrison lieferte Scorsese Zeitporträts. Für „Taxi Driver“ engagierte er den Komponisten Bernard Herrmann, der die berühmte Musik für den Hitchcock-Thriller „Psycho“ schrieb, für „Die letzte Versuchung Christi“ gewann er den Popmusiker Peter Gabriel.

Ein ganzer Saal widmet sich Scorseses früher Liebe zum Kino. Schon als Kind zeichnete er mit Buntstiften ein Storyboard des nie gedrehten Historienfilms „Eternal City“, für den er sich Marlon Brando in der Hauptrolle vorstellte. In den Originalplakaten aus Scorseses Besitz, etwa von Fellinis „Die Müßiggänger“ und Hitchcocks „Bei Anruf Mord“, werden Vorlieben und Vorbilder deutlich. Immer wieder schöpfte Scorsese für seine Produktionen aus der Kinogeschichte. Mit Kollegen wie Steven Spielberg und Stanley Kubrick setzte er sich für den Erhalt des Filmerbes ein.

dpa

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