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Nofretete trifft Nofretete
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Programm des Landesmuseums Nofretete trifft Nofretete

Es wird eine Begegnung der epochalen Art: 500 Jahre nach dem Verlassen seiner Werkstatt in Florenz werden Bilder von Jacopo da Pontormo (1494–1557) zu einer Ausstellung vereinigt. „Wir zeigen Meisterwerke aus und in Hannover“, sagt Bastian Eclercy, Kurator im Landesmuseum, „und alle werden sich zum ersten Mal hier bei uns begegnen.

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Wertvoller Bestand: Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums, mit Jacopo da Pontormos „Der heilige Hieronymus als Büßer“.

Quelle: Surrey

Hannover. Neben Pontormos „Der heilige Hieronymus als Büßer“, das zu den wertvollsten Beständen des Landesmuseums gehört, sind ab Ende Januar weitere Werke Pontormos und seiner Schüler zu sehen – in einer Schau des Florentiner Manierismus, wie es sie im deutschsprachigen Raum noch nicht gegeben hat.

Museumsdirektorin Katja Lembke schildert diese Ausstellung als Beispiel für die besondere Leistungsfähigkeit des Landesmuseums, das 2012 mehr als 110 000 Besucher hatte. „Der Vorteil eines Mehrspartenhauses ist es eben, dass für viele etwas dabei ist“, sagte sie jetzt bei der Präsentation des Museumsprogramms für 2013. „Da laden wir gleich zu drei Entdeckungsreisen ein.“ Und das soll kein bloßes Nebeneinander werden: Von den Werken Pontormos über Skulpturen von Bernhard Hoetger bis zum Goldschatzfund im niedersächsischen Gessel zeugt das Ausstellungsprogramm vom internationalen Charakter der Sammlung sowie der weitsichtigen Orientierung der Kuratoren – die überdies spannende Querbezüge herstellen.

So gehören zu den Meisterwerken des Manierismus, der sich mit seinen oft gewundenen Figuren von den harmonischen Prinzipien der Hochrenaissance abwendet, nicht nur Gemäldeleihgaben aus den Uffizien in Florenz. Die Schau wird auch mit einer Skulptur des Berliner Bode-Museums aus der Werkstatt des Baccio Bandinelli (1488–1560) ergänzt, der Marmorbüste eines jungen Mannes, die wegen ihrer Popularität in Berlin bereits „Nofretete des Bode-Museums“ genannt wird.

Damit werden im Landesmuseum 2013 zwei „Nofreteten“ zugleich zu sehen sein. Denn Ende April startet eine Ausstellung über den Ägypten-Kult, den die Entdeckung der Nofretete in dem Nilort Armana vor hundert Jahren ausgelöst hat – und das besonders in Hannover. „Faszination Nofretete“ widmet sich Werken des Bildhauers Bernhard Hoetger. Der hat nicht nur eine Büste der Ausdruckstänzerin Sent M’Ahesa gestaltet, die heute als „Hannovers Nofretete“ bekannt ist. Er hat sich auch für die mit dem Keksfabrikanten Hermann Bahlsen entwickelten Pläne einer „TET-Stadt“ ägyptisch inspirieren lassen. Darüber hat Museumsdirektorin Lembke bereits im Dezember 2012 ein Buch unter dem Titel „Hannovers Nofretete“ publiziert.

Sowohl zeitlich als auch räumlich am weitesten führt die dritte der von Katja Lembke verheißenen „Entdeckungsreisen“: Ende August wird „Im Goldenen Schnitt“ eröffnet. Diese Ausstellung präsentiert Ergebnisse von Niedersachsens längster Ausgrabung entlang der geplanten Gasleitung von der Ostsee. Der spektakulärste Fund, der zwei Kilogramm schwere bronzezeitliche Goldhort von Gessel in der Nähe von Diepholz, ist zwar seit 2011 bekannt, doch für das Publikum zugänglich wird er erst 2013 im Landesmuseum.

Auch dabei gibt es Brückenschläge bis nach Ägypten, erläuterte Stefan Winghart, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Denn so weit reichten bereits in der Bronzezeit die Handelswege, auf die Ausgrabungsspuren hinweisen. „Ein schon fast globales prähistorisches Netzwerk“, sagte Winghart.

Das Landesmuseum präsentiert überdies Techniken, mit denen derart tiefe Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte überhaupt erst möglich werden. So machen die Kuratoren den Weg Pontormos von der Skizze zum fertigen Ölbild des „Hieronymus“ ebenso verständlich wie neue Ausgrabungstechniken rund um die Gasleitungsstrecke. Und auch bei Bahlsens nie verwirklichter „TET-Stadt“ wird es Bewegung geben – in der ersten Filmanimation, die darin einen Stadtrundgang ermöglicht.

„Pontormo. Meisterwerke des Manierismus in Florenz“. 27. Januar bis 5. Mai; „Faszination Nofretete. Bernhard Hoetger und Ägypten“. 26. April bis 25. August; „Im Goldenen Schnitt – Niedersachsens längste Ausgrabung“. 23. August bis 2.  März 2014.

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