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"hub:kunst.diskurs" diskutiert Brückenschläge zum Publikum
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Kunst Diskurs Arte Kunstverein "hub:kunst.diskurs" diskutiert Brückenschläge zum Publikum

Inszenieren oder inszeniert werden? Der Kunstverein "hub:kunst.diskurs" diskutiert Brückenschläge zum Publikum - aus künstlerischen Impulsen oder in dem arte-Format "Alles für die Kunst".

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Idee für globalen Durchblick: Jörg Jozwiaks Antipoden-Projekt.

Hannover. Was ist denn bloß da unten los? Über diese Frage, ausgelöst durch laute Nachbarn im Untergeschoss, hat Jörg Jozwiak lang gegründelt - und das so tief wie nur möglich: Wenn man von Europa aus tief genug bohren könnte, hat der Künstler kalkuliert, käme man im Pazifik heraus, vielleicht sogar auf einer der Südsee-Antipoden-Inseln. So entstand seine Antipoden-Idee vom innerirdischen Gucklock auf die andere Seite. Umständehalber statt durch ein Bohrloch nur mit Kameras, Monitoren und Mikrofonen per Internet realisiert - aber eben möglichst genau auf einander gegenüberliegenden Seiten des Blauen Planeten. „Das bringt Leute zusammen, die in der größtmöglichen irdischen Distanz leben“, sagt Jozwiak - und fügt mit der Zufriedenheit eines Schöpfers hinzu: „Es hat Jahrhunderte gedauert, bis die Erde als Kugel gesehen wurde - ich klopfe sie wieder platt.“

Kunst ist Kommunikation, weiß Jozwiak, ein Kunstwerk entsteht stets von neuem im Auge des Betrachters. Und weil es ohne diese Wahrnehmung belanglos ist, agiert er gleich global, um lokale Aufmerksamkeit zu erringen.

Für Thomas Kaestle vom hannoverschen Kunstverein „hub:kunst.diskurs“ ist dies nur ein möglicher Brückenschlag zwischen Kunst und Publikum. Gemeinsam mit Lotte Lindner und Till Steinbrenner, derzeit Gastprofessoren an der Münchener Kunstakademie, hat er, unterstützt vom Kulturbüro Hannover, am vergangenen Wochenende außer Jozwiak auch den Künstler Ismael Duá eingeladen.

Der hat einen anderen Weg zum Publikum ausprobiert: Er war bei „Alles für die Kunst“, der ersten Kunst-Castingshow beim TV-Sender arte. Sieben von 2000 Bewerbern wurden dafür ausgewählt, immerhin sechs TV-Folgen wurden ihnen gewidmet. Eine gute Plattform für Künstler und Kunst? „Es gab keine ernst zu nehmende künstlerische Begleitung, keine inhaltliche Auseinandersetzung“, sagt Duá, der sich von arte vorgeführt fühlt. „Als ich merkte, dass die TV-Crew von DEF kam, der Firma, die für RTL ,Bauer sucht Frau‘ inszeniert, wusste ich, warum vor allem flippige Künstler gezeigt werden - arte profiliert sich so als hip und trendy, Kunst spielt praktisch keine Rolle.“

So inszeniert zu werden wie Duá kann schmerzlich sein. Jozwiak hat dagegen mit der Inszenierung des Antipoden-Projekts den Brückenschlag zu einem freilich weitgespreizten Publikum geschafft: Im spanischen Dorf Olvera und im neuseeländischen Auckland, zwei Orten, die Antipoden bilden, hat er in zwei Schulen begeisterte Mitwirkende gefunden. Dort haben Schüler, Lehrer und Eltern selbst erlebt, dass Kunst stets Kommunikation ist - und das sogar mit der anderen Seite der Erde.

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