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Geschichtsbuch

Benjamin Richter: "Verbrannte Erde"

Von Heinrich Thies

Napoleon und Hitler waren nicht die einzigen westlichen Herrscher, die den Versuch unternahmen, Russland zu erobern. Schon im Sommer 1707 brach der junge Schwedenkönig Karl XII. mit einer hochgerüsteten Armee von Sachsen aus in Richtung Moskau auf.

Doch der Versuch, Zar Peter zu entthronen, schlug fehl – mit entsetzlichen Folgen.

Welfensohn Prinz Heinrich von Hannover hat jetzt in seinem Göttinger Verlag MatrixMedia ein Buch herausgebracht, das diesen ersten Russlandfeldzug in all seinen dramatischen Facetten auf spannende Weise schildert. „Verbrannte Erde“ lautet der Titel.

Der Blick ist nicht nur auf die obersten Heerführer gerichtet. Der noch junge ­Autor Benjamin Richter erzählt detailliert und bisweilen bewegend, wie ein eisiger Winter den Soldaten zusetzt und diese einem fast sicheren Tod entgegensehen. Dabei wechselt der Verfasser die Perspektiven und stützt sich auf vielfältige Quellen – vor allem Briefe. So ist es sehr aussagekräftig, wenn Karl XII. seiner Schwester Ulrika Eleonora mitteilt, dass „manche, sowohl beim Feind als auch bei den Unsrigen, erfroren sind oder Füße, Hände und Nasen verloren haben“ und hinzufügt: „Aber trotz allem ist der Winter ruhig.“

Dieses Geschichtsbuch über den sogenannten Nordischen Krieg behandelt nicht nur ein abgeschlossenes Kapitel einer fernen Vergangenheit, sondern beschreibt auch eindrucksvoll, wie ein größenwahnsinniger Herrscher Hunderttausende ins Verderben stürzt und Russland zur europäischen Großmacht wird.

Benjamin Richter: „Verbrannte Erde. Die Tragödie des ersten Russlandfeldzuges“. MatrixMedia. 162 Seiten, 22,50 Euro.

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  • empfehlenswert Ein Leser – 04.08.10
    Das Buch von Richter hat mir sehr gut gefallen. Es ist flüssig geschrieben und seine Hintergrundinformationen zu den Hauptpersonen und den geschichtlichen Umständen verleihen dem populärwissenschaftlichen Text Tiefe.

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