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"Mein Kampf" bekommt weitere Auflage

Enorme Nachfrage "Mein Kampf" bekommt weitere Auflage

Die kritisch-kommentierten Neu-Ausgabe von Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" ist offenbar heiß begehrt: Noch nicht einmal eine Woche nach dem Verkaufsstart des Buches droht der Ausverkauf. Nun wird nachgedruckt.

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Bis Herbst 1944 erreichte „Mein Kampf“ eine Auflage von 12,4 Millionen Exemplaren. Seit 8. Januar 2016 ist nun eine kritisch kommentierte Ausgabe des Buchs erhältlich.

Quelle: dpa

München. Die kritisch kommentierte Ausgabe von Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" wird wegen der enormen Nachfrage nachgedruckt. "Die Edition ist wie jedes andere Buch erhältlich, aber wegen der besonderen Umstände mit einer gewissen Wartezeit verbunden", sagte eine Sprecherin des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) in München.

Das Institut gibt das zweibändige Werk im Eigenverlag heraus. Um kostendeckend zu arbeiten, wollte man sich deshalb am Bedarf orientieren. Schon vor dem Verkaufsstart am 8. Januar war klar geworden, dass die Startauflage von 4000 Stück nicht ausreichen würde. Man habe deshalb begonnen, das unter Leitung des Historikers Christian Hartmann kommentierte Werk nachzudrucken.

In mehreren deutschen Bundesländer – darunter Niedersachsen – könnte "Mein Kampf" in der kommentierten Fassung bald auch zum Unterrichtsstoff werden. Dies hatte etwa Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD)  gegenüber dieser Zeitung angekündigt.

Hitlers Hetzschrift

Hitlers Hetzschrift

  • Nach seinem Umsturzversuch im November 1923 in München wurde Adolf Hitler in der Festung Landsberg inhaftiert. Dort schrieb er das Buch „Mein Kampf“.  In der Hetzschrift sind die Grundlagen für Hitlers Antisemitismus und Rassismus sowie seine spätere Eroberungspolitik bereits angelegt. Manchen Gegnern Hitlers fiel das bereits früh auf, die demokratischen Parteien nahmen das Werk aber zunächst nicht ernst.
  • Bis Herbst 1944 erreichte „Mein Kampf“ eine Auflage von 12,4 Millionen Exemplaren, danach gab es keine Neuauflage mehr. Die US-Militärregierung übertrug die Urheberrechte nach Ende des Zweiten Weltkriegs an den Freistaat Bayern, der seitdem eine Neuveröffentlichung verhindert.
  • Weil die Urheberrechte Ende 2015 ausliefen, 70 Jahre nach dem Tod des Diktators, hat das Münchner Institut für Zeitgeschichte eine kommentierte Fassung auf den Markt gebracht. Die fast 2000 Seiten starke kritische Edition sei als eine "Gegenrede zu Hitlers Schrift" zu verstehen, sagte Projektleiter Christian Hartmann bei der Vorstellung des Buches.

dpa/zys

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