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Kultur 45 Konzerte bei den Niedersächsischen Musiktagen
Nachrichten Kultur 45 Konzerte bei den Niedersächsischen Musiktagen
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15:25 29.06.2018
Katrin Zagrosek Quelle: Helge Krückeberg
Hannover

Sieben Jahre lang hat Katrin Zagrosek die Niedersächsischen Musiktage als Intendantin geleitet. Nun hat sie ihr letztes Festivalprogramm in Hannover vorgestellt: Zagrosek hat ihren eigentlich bis 2021 gültigen Vertrag aufgelöst und wechselt im Herbst an die Stuttgarter Bachakademie. Die diesjährigen Musiktage nennt Zagrosek daher ein „halbwegs unvollendetes Projekt“ – die von ihr geplanten Konzerte, die am 1. September beginnen und unter dem Motto „Beziehungen“ stehen, wird sie wegen ihrer neuen Aufgaben schon nicht mehr besuchen können.

Impulse hat Zagrosek vor allem in der pädagogischen Arbeit gesetzt: Der Aufbau eines Musikvermittlungsprogramms gehörte zu den zentralen Aspekten ihrer Intendanz. Typisch für Zagrosek ist auch die Erweiterung eines Eröffnungskonzertes zu einem ganzen Eröffnungswochenende. In diesem Jahr gibt es in Wolfsburg nicht nur einen Brückenschlag zwischen Musik und Filmkunst, wenn dort zum Auftakt die künstlerische Beziehung zwischen dem Regisseur Federico Fellini und dem Komponisten Nino Rota in einem Konzert mit Filmbeispielen, Schauspiel und Pantomime beleuchtet wird; am nächsten Morgen gibt es auch noch einem vom Festival mitgestalteten Gottesdienst und eine musikalische Landpartie in den Park des Gifhorner Schlosses.

Insgesamt stehen bis zum 30. September 45 Veranstaltungen in ganz Niedersachsen auf dem Programm. Dazu gehören Auftritte von Thomas Quasthoff, der am 6. September in Soltau mit der NDR Bigband Jazz-Klassiker singt, dem Countertenor Andreas Scholl, der in Walsrode (27. September) und Wolfenbüttel (29. September) elektronisch erweitere Versionen von Bach-Werken präsentiert, und dem Schauspieler Charly Hübner: Im Abschlusskonzert am 30. September im hannoverschen Funkhaus widmet der sich mit dem Hamburger Ensemble Resonanz der „Winterreise“ von Franz Schubert und Songs von Nick Cave.

In Hannover gibt es in diesem Jahr ansonsten nur noch ein weiteres Konzert: Am 15. September bringt der Mädchenchor Hannover zu Gehör, was die Auseinandersetzung mit Herman Melvilles Erzählung „Bartleby“ musikalisch erbracht hat. Der Knabenchor Hannover ist ebenfalls beim Festival vertreten: Er singt am 22. September in Hildesheim und am 23. September in Bücken unter anderem Werke von Agostino Steffani.

Mit einem schönen, aber kaum überraschenden Programm hält Zagrosek die 32. Ausgabe der von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung veranstalteten Musiktage in eher ruhigem Fahrwasser. Ihr Nachfolger Anselm Cybinski, der im Herbst vom Münchener Kammerorchester nach Hannover wechselt, könnte im kommenden Jahr wieder einen offensiveren Kurs fahren. Mit „Mut“ steht jedenfalls schon jetzt das vielversprechende Motto für diesen Neustart fest.

Karten und weiter Informationen: Musiktage

Von Stefan Arndt

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