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Kultur „Schlund“: Karl Nagels erster Roman
Nachrichten Kultur „Schlund“: Karl Nagels erster Roman
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01:15 06.12.2018
Das „Schlund“-Cover Quelle: Verlag
Hannover

Er hat es wirklich getan. Er hat ein Buch geschrieben. Einen Roman von 376 Seiten, der jetzt im Berliner Hirnkost-Verlag erschienen ist. Karl Nagel, der lange Zeit in Hannover lebte, dort in den Neunzigern maßgeblich an den Chaostagen beteiligt war, danach 1998 als offizieller Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands auftrat, später akribisch das weltweit größte Punk-Fotoarchiv aufbaute, und der immer noch, mittlerweile mit 58 Jahren, in einer Punk-Band singt, blickt in seinem Roman „Schlund“ auf sein Leben zurück.

Vor allem auf seine eher triste Kindheit in Wuppertal mit einem ständig betrunkenen und früh verstorbenen Vater, der ihm das Alkoholtrinken fürs Leben verleidet hat. Die im Buch recht ausführlich geschilderte Wuppertaler-Zeit, in der schließlich aus dem schüchternen Peter Altenburg der strubbelige Punk Karl Nagel wurde, gehört zu den besten Passagen im Roman. Nagels Erinnerungen kommen nie nostalgisch verklärt daher.

Aber „Schlund“ ist mehr als eine Autobiographie, sondern eine teilweise recht wüste Mischung aus Ängsten, Gewaltphantasien und Spekulationen, die zum Glück oft unterbrochen wird von durchaus witzigen selbstironischen Einwürfen.

Und wer bereit ist, sich auf Nagels endlosen Wortschwall einzulassen, der erfährt viel über das, was Punk mal für viele bedeutet hat.

Karl Nagel: Schlund, Hirnkost-Verlag, 376 Seiten, 25 Euro. Nagel liest am Sonnabend im UJZ Glocksee, Einlass ab 19 Uhr.

Von Ernst Corinth

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