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Kultur Komödie mit Manon Straché
Nachrichten Kultur Komödie mit Manon Straché
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00:17 15.10.2018
Die erste eigene Wohnung sieht meist etwas wild aus: Blinder Sohn (Andreas Werth) und Mutter (Manon Straché) in „Schmetterlinge sind frei“. Quelle: imagemoove
Hannover

Manon Straché ist eine sehr gute Schauspielerin. Sie hat in der „Lindenstraße“ mitgespielt, in „Girlfriends“ und in einigen „Traumschiff“-Episoden. Auf der Bühne ist sie oft das Gegenteil einer Träumerin. Mit einer Handbewegung nur kann sie Utopien zerplatzen lassen, mit einem schiefen Grinsen bringt sie hochfliegende Pläne zum Absturz. Diese Künstlerin der Erdung bringt Realismus ins Spiel, ohne dabei platt oder derb zu sein. Man müsste sie mal als Mutter Wolffen in Hauptmanns „Biberpelz“ besetzen oder als Titelheldin in Brechts „Mutter Courage“.

Jetzt steht sie im Theater am Aegi auf der Bühne. In „Schmetterlinge sind frei“ von Leonard Gershe spielt sie die Mutter eines jungen Mannes, der blind geboren wurde und nun versucht sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Leider ist das ein Nichts von einem Stück. Mehr als zwei Stunden lang wird kaum gespielt, sondern nur geredet. Zäh wie in einer schiefgelaufenen Paartherapie kreisen die Dialoge stets um dasselbe Thema. Kann der junge Mann alleine leben? Schafft es die Mutter loszulassen?

Pointen? Geistesblitze? Witzige Wendungen? Das alles gibt es kaum in dieser matten Komödie, die Florian Battermann zum Auftakt der neuen Spielzeit der Komödie im Theater am Aegi nicht inszeniert, sondern uninspiriert auf die Bühne gestellt hat.

Aufbruch im Dunklen

Meist stehen zwei Personen in halboffener Position auf der viel zu großen Bühne und erzählen etwas, das die Zuschauer schon kennen. Andreas Werth, der den blinden Sohn spielt, und Johanna Semmelrogge als flippige Nachbarin mühen sich redlich, dem Stück etwas Leben einzuhauchen, scheitern aber an dem öden Text.

Der Applaus am Ende war so kurz, dass der Beleuchter es nicht schaffte, rechtzeitig das Saallicht einzuschalten. Im Dunklen tasteten sich die aufbrechenden Besucher zu den Ausgängen.

Weitere Vorstellungen: Am Sonnabend um 16 und um 20 Uhr im Theater am Aegi. Vom 8. bis 10. November ist Bernard Slades Komödie „Nächstes Jahr – gleiche Zeit“ im Theater am Aegi zu sehen.

Von Ronald Meyer-Arlt

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