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00:16 18.09.2018
Das Portal „Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen“ ist am Sonnabend gestartet. Im Internet ist die Datenbank nun frei zugänglich. Quelle: Tomma Petersen
Hannover

„Die Einladung, sich mit seinem Nachlass auseinanderzusetzen, hat mich erst erschrocken“, sagt Künstler Jochen Weise. Er ist einer der hannoverschen und niedersächsischen Künstler, die vom Bund Bildender Künstler und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur angeschrieben wurden, sich an einer Datenbank und einem Nachlassarchiv für Niedersachsens Künstler zu beteiligen. „Das klingt nach Tod – Nachlassen, und dann ab ins Archiv“, sagt Weise. Mitgemacht hat er trotzdem.

„Permanentes Dokumentationsobjekt entstanden“

Das Portal „Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen“ ist am Sonnabend gestartet. Im Internet ist die Datenbank nun frei zugänglich. „Das Portal sollte benutzerfreundlich und leicht zu bedienen sein, damit die Künstler ihre Werke hier selbst katalogisieren können“, sagt Ministerialdirigentin Anette Schwandner. Drei Jahre lang habe die Entwicklung des Portals gedauert. „Was bleibt, wenn eine Ausstellung abgebaut ist? Diese Frage hat uns beschäftigt“, sagt sie. Mit dem digitalen Archiv, in dem Biografien, Zitate, Werke und Adressen zu finden sind, sei ein permanentes Dokumentationsobjekt entstanden.

„Das Online-Portal ist eine hervorragende Möglichkeit, werke von Künstlern – und damit auch zukünftige Nachlässe – rund um die Uhr an jedem Ort der Welt sichtbar zu machen“, erklärt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die Datenbank unterstütze niedersächsische Künstler und fördere ihre öffentliche Wahrnehmung. Die Qualität und künstlerische Vielfalt Niedersachsen werde mit der neuen Datenbank dokumentiert und präsentiert. Bis ins kleinste Detail werde ein Kunstwerk hier dargestellt. „Man kann sozusagen hochauflösend die Pinselstriche verfolgen“, erklärt Frank Dührkohp, Leiter der Digitalen Bibliothek der Verbundzentrale des GBV (Gemeinsamer Bibliotheksverbund).

„Nachlass bindet viele Ressourcen“

Künstler Weise war einer der ersten, der seine Werke in die Datenbank eingelesen hat. „Es befreit ungemein, seine Kunst zu sortieren. Ich habe schließlich sogar mit einer Stichsäge Klarheit geschaffen“, erzählt er den Menschen, die in den Kunstverein Hannover gekommen sind, um das neue Projekt zu sehen. „Unsere Nachfahren ist es doch auch nicht zuzumuten, dass sie dicke Mappen mit schlechten Aktzeichnungen entsorgen müssen“, sagt Weise. Das Nachlassarchiv erleichtere die Erben. „Museen sind sehr vorsichtig bei dem Thema Nachlass“, sagt auch Reinhard Spieler, Direktor des Sprengelmuseums bei einer Podiumsdiskussion mit HAZ-Redakteurin Jutta Rinas. Einen Nachlass zu übernehmen binde viele Ressourcen. Deshalb soll die Datenbank Künstlern und ihren Erben eine langfristige Grundlage zur Erfassung der Werke geben.

Die Datenbank ist an das bestehende Portal „Kulturerbe Niedersachsen“ angebunden. 540.000 Objekte sind hier bereits aufgenommen. Unter www.kuenstlerdatenbank.niedersachsen.de kann man das neue Online-Portal besuchen.

Von Tomma Petersen

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