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Kultur Thomas Quasthoff zeigt Melodram in Hannover
Nachrichten Kultur Thomas Quasthoff zeigt Melodram in Hannover
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09:50 16.09.2018
Der Bassbariton ist in allen großen Konzertsälen wie der Carnegie Hall und der Berliner Philharmonie bereits aufgetreten. Im Museum August Kestner führt er ein Melodram auf. Quelle: Tomma Petersen
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Hannover

„An alle, die geglaubt haben, dass sie hier ein paar netter Lieder hören würden – ätsch“, sagt Thomas Quasthoff und lacht. Der Bassbariton ist in allen großen Konzertsälen wie der Carnegie Hall und der Berliner Philharmonie bereits aufgetreten, Echos und Grammys gehören zu den Preisen, die der 58-Jährige bekommen hat. Sein Auftritt in Hannover vor etwa 60 Gästen im Museum August Kestner fällt nicht nur deshalb aus der Reihe. Singen will Quasthoff nicht. „Man muss konsequent sein“, sagt er. Vor Jahren habe er mit der Klassik aufgehört und das solle auch so bleiben. Im Museum rezitiert er deshalb Lyriker, Dichter und Komponisten, begleitet wird er dabei von Kammermusiker Alexander Fleischer am Klavier. Der Liederabend ist ein Symposium der Lohmann-Stiftung zum Melodram.

„Es ist eine Kunstform, die heute kaum noch Beachtung findet. Zu Recht könnte man meinen, einige der Texte sind sehr schwülstig“, erklärt Quasthoff einem verhalten lachenden Publikum. Trotzdem habe diese Textform große Komponisten inspiriert. Mit volltönender und erzählerischer Stimme rezitiert Quasthoff Stücke wie „Schön Hedwig“ von Friedrich Hebbel und den „Klagegesang von der edlen Frauen des Asan-Aga“ (Johann Wolfgang von Goethe). „Man soll’s nicht glauben, dass der Text von Goethe ist, vielleicht hatte er eine schwierige Zeit während des Schreibens“, sagt Quasthoff. Seine lockere Art bringt das Publikum immer wieder zum Lachen.

Qusthoff folgt Einladung seiner Gesangslehrerin

Dass der Star-Sänger im Museum August Kestner auftritt, kommt nicht von Ungefähr: Er ist der Einladung seiner ehemaligen Gesangslehrerin gefolgt. „Es ist natürlich eine große Ehre, dass Thomas Quasthoff hier auftritt“, sagt die Konzertsängerin Charlotte Lehmann, die ebenfalls im Publikum des Museums sitzt. Quasthoff ist einer ihrer berühmtesten Schüler – 17 Jahre lang hat er bei Lehmann gelernt, ist ihr bis heute tief verbunden. „Das Melodram steht auf der roten Liste, deswegen habe ich ihn gebeten, nach Hannover zu kommen. Ansonsten wäre das natürlich nicht möglich gewesen“, erklärt Lehmann. Darum hätte sie sich auch gewünscht, dass der Abend im Museum mehr Menschen anlockt. „Es ist schade, dass nicht so viele gekommen sind, aber immerhin sind es etwa doppelt so viele wie sonst“, so Lehmann.

An jedem dritten Sonntag im Monat findet im Museum August Kestner ein Liederabend statt. Der nächste Termin ist der 21. Oktober.

Von Tomma Petersen

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