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Kultur Hannover wird ab Donnerstag zur Jazz-Hauptstadt
Nachrichten Kultur Hannover wird ab Donnerstag zur Jazz-Hauptstadt
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17:26 08.10.2018
Der Trompeter Till Brönner setzt sich für den Bau eines "Haus of Music" ein. Quelle: Olaf Malzahn/LN
Hannover

Die Vorfreude auf die kommenden Tage ist Arne Pünter und seinen Mitstreitern von der Jazz-Musiker-Initiative Hannover anzumerken. Ihre Jazz-Woche, Auftakt ist am Freitag, 12. Oktober, haben sie bereits über die Stadtgrenzen hinaus etabliert. Ein weiteres wichtiges Ereignis der Szene ist in diesem Jahr dazugekommen: Bereits am Donnerstag startet im Pavillon das zweitägige Forum der Union Deutscher Jazz-Musiker.

Kommt das „House of Music“?

Geht es nach der Initiative, soll noch ein weiteres Aushängeschild dazukommen: Das „House of Music“, das seit etwa zwei Jahren geplant wird. Gemeinsam mit der Jazz-Initiative möchte Andreas Burkhardt von der Tonhalle Hannover diese Einrichtung für Musiker verwirklichen. Neben einem Ort für Konzerte soll dieses Haus Musikern mittels öffentlicher Förderung Probemöglichkeiten bieten – und das für Amateur- und Profimusiker gleichermaßen.

Wo das „House of Music“ entstehen soll, dazu hat das Planungsteam, zu dem auch ein Anwalt und ein Architekt gehören, mehrere Ideen. Zum Beispiel in der Nordstadt: „Zwischen dem Weidendamm und dem alten Güterbahnhof wird derzeit viel gebaut“, sagt Burkhardt. Denkbar sei es, den Komplex gegenüber vom Coworking Space Hafven umzusetzen. Auch auf dem benachbarten Gelände eines Werkstoffhofes, der demnächst umzieht, oder nahe dem Musikzentrum sei die Umsetzung denkbar. „Die Stadt weiß Bescheid. Wir sind gespannt, was passiert“, sagt Burkhardt.

Eine weitere Überlegung des Teams ist es, das „House of Music“ genossenschaftlich zu organisieren und zu finanzieren. „Wir suchen Investoren“, sagt Pünter und visiert die Umsetzung an: „Wir kommen aus der Traumphase und wollen jetzt die Füße auf den Boden kriegen.“ Die Ideen sollen nun konkreter werden.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung könnte die Vorstellung des Projekts bei der Eröffnung des Jazz-Forums am Donnerstag, 14.30 Uhr, im Pavillon sein – dafür haben sie prominente Unterstützung. Dann stellt die hannoversche Initiative gemeinsam mit dem Trompeter Till Brönner, der sich auch in Berlin für die Entstehung eines „House of Jazz“ eingesetzt hat, ihre Pläne vor. Im Anschluss soll gemeinsam mit Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok über die Umsetzung diskutiert werden.

„Das ist eine echte Ansage“

Nicht weniger spannend dürfte der musikalische Teil der Jazz-Woche sein. Pünter und und sein Team haben als Motto „Rough Around the Edges“ vorgegeben – Musik mit durchaus rauen Ecken und Kanten also. Insgesamt treten über 150 Musiker an zehn Konzertorten in der Stadt auf. Den Auftakt macht das 18-köpfige Andromeda Mega Express Orchestra aus Berlin. „Dass wir diese Gruppe bekommen haben, ist eine echte Ansage“, sagt Pünter. Das Ensemble ist für seinen Stilmix aus Pop, Avantgarde, Jazz und Klassik bekannt. Das Express Orchestra spielt am Freitag von 20 Uhr an im Pavillon. Am Sonntag stehen die hannoverschen Newcomer im Fokus: Dann treten zunächst die Big-Bands der Helene-Lange- und der Käthe-Kollwitz-Schule sowie Fette Hupe in der Warenannahme der Faust auf –gemeinsam mit der österreichischen Sängerin Laura Winkler (Beginn 18 Uhr). „Es ist einmalig, was es in Hannover für Big-Bands an den Schulen gibt“, sagt Pünter.

Zum Abschluss der Jazz-Woche wird es am Sonnabend, 20. Oktober, dann experimentell. Das hannoversche Trio Kasimir Effekt mischt analoge Ambient-Sounds mit Technobeats und komplexen Jazzelementen. Mit ihrem Genremix passt die Band bestens ins Programm der Jazz-Woche – Ecken und Kanten sind schließlich erwünscht.

Tickets für die Konzerte gibt es an der Abendkasse. Das komplette Programm ist unter www.jmihannover.de zu finden.

Von Manuel Behrens

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