Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Maybebop begeistert mit A-Capella
Nachrichten Kultur Maybebop begeistert mit A-Capella
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 01.10.2018
Sie verbinden Comedy, alberne Sticheleien und A-Capella gekonnt miteinander: Das A-Capella-Quartett Maybebop. Quelle: Villegas
Hannover

Von der Flüchtlingspolitik zur Lindenstraße, von Verbindungsproblemen mit WLAN zu Fußballfans: Es sind weite Bögen, die die A-Capella-Gruppe Maybebop thematisch schlägt. Die vier Musiker besingen dabei alltägliche und politische Probleme und begeistern damit die Zuschauer im ausverkauften Theater am Aegi. Jan Bürger (Countertenor), Lukas Teske (Tenor), Oliver Gies (Bariton) und Christoph Hiller (Bass) liefern mit nicht viel mehr als ihren Stimmen Popsongs, bekannte Serienmelodien, Rap, Hip-Hop, Liturgien und Rock. Und das fast zwei Stunden lang.

Ein Abend lang A-Capella: Maybebop und der Jazz- und Pop-Chor Vivid Voices treten im Theater am Aegi auf.

Für die A-Capella-Gruppe ist der Auftritt im Theater am Aegi ein Heimspiel: „Es ist mittlerweile wie ein Wohnzimmer für uns – so richtig privat“, sagt Countertenor Bürger und lacht. Das aktuelle Album „Sistemfeler“ ist bereits mehr als ein Jahr alt, bis zu den beliebten Weihnachtskonzerten der Gruppe sind es noch mehrere Wochen – „im Herbst holen wir uns deshalb immer für die Konzertreihe „Maybebop and Friends“ Unterstützung von anderen Musikern“, erklärt Oliver Gies. Die erste Hälfte des A-Capella-Abends gestaltet deshalb der Jazz- und Popchor „Vivid Voices“ der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. „Für uns ist das nicht nur eine Ehre, sondern auch ein toller Start in das neue Semester“, sagt Chorleiterin Claudia Burghard. Die angehenden Musiklehrer des Chores präsentieren eigene Arrangements bekannter Pop- und Jazzsongs von Björk und Chick Corea. Gemeinsam mit Maybebop singen sie vor einem jubelnden Publikum das Filmlied „Circle of Life“ von König der Löwen.

Die zweite Hälfte des Abends gehört ganz den vier Sängern von Maybebop. Gekonnt verbinden sie Comedy, alberne Sticheleien und A-Capella miteinander. In einer parodistischen Liturgie besingt das Quartett nicht die Liebe zu Gott, sondern zum Fußball („Schiri, erbarme dich“). Auch aktuelle politische Themen nehmen in der Setlist einen großen Platz ein. „Wir wollen auch zur Revolution aufrufen und die beginnt meist bei einem selbst. Man kann zum Beispiel bei RWE kündigen und zu Ökostrom wechseln“, sagt Bürger unter tosendem Zwischenapplaus des Publikums. Auch nach fast drei Stunden A-Capella haben die Zuschauer nicht genug. „Ihr müsst wohl alle nicht zur Arbeit morgen“, sagt Bürger verwundert und zeigt immer wieder auf seine Uhr. Um mehrere Zugaben kommen die Musiker trotzdem nicht herum. Als ihnen am Ende die begeisterten Zuhörer im Stehen applaudieren, verlassen die vier sichtlich gerührt die Bühne im Theater.

Maybebop tritt vom 20. bis zum 22. Dezember mit dem Weihnachtsprogramm im Theater am Aegi auf. Die Vorstellungen sind fast ausverkauft. Am 29. und 30. März feiert das Quartett in Hannover die Premiere seines neuesten Projektes „Ziel:los!“.

Von Tomma Petersen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schlittschuhsocken, nummerierte Salzkörner und bewegte Felsen: Die Marktkirche präsentiert in der „Kestnerschau“ spannende Arbeiten junger Künstler.

30.09.2018

Max Slevogt ist keineswegs nur ein Impressionist – umfassend wie noch nie zeigt das die neue Ausstellung im Landesmuseum, das zum 150. Geburtstag den Maler und Illustrator gleichermaßen würdigt

08.10.2018

Im Pavillon hat die freie Theatergruppe „hART times“, ein Projekt der Kontaktstelle Gruppe Soziale Selbstgruppe (GSS), Premiere mit ihrem Stück „Ensemble“ gefeiert.

01.10.2018