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Kultur Initiative stellt Konzept für das House of Music vor
Nachrichten Kultur Initiative stellt Konzept für das House of Music vor
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19:24 11.10.2018
Diese Idee gehört in die Stadt“: Stefan Schostok mit (von links) Kathrin Pechlog, Gunnar Gessner, Thomas Baerens, Hanna Naber, Till Brönner und Nikolaus Neuser bei der Präsentation der Jazz-Woche im Pavillon. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Zehn Tage lang steht Hannover im Zeichen des Jazz. Zur Eröffnung der Jazz-Woche im Pavillon und der Konferenz Deutscher Jazzmusiker kam neben dem renommierten Trompeter Till Brönner aus Berlin auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). „Die Blume des Jazz hat schon in den 1920er-Jahren in Hannover geblüht“, sagte Schostok. „Jetzt wollen wir uns der Zukunft und dem Neuen zuwenden.“ 150 Musiker werden bis zum 20. Oktober an zehn verschiedenen Konzertorten auftreten.

Ob der Pavillon an der Lister Meile oder der Jazz-Club am Lindener Berg: Der Oberbürgermeister sieht die Szene in der Stadt mit ihren 42 Spielorten gut aufgestellt. Doch die Mitglieder der Jazz-Musiker-Initiative Hannover hoffen auf die Umsetzung eines lang ersehnten Projekts: das House of Music. Am Donnerstag stellte die Initiative um Gunnar Gessner ihr Konzept für die Einrichtung vor. Nach Angaben dieser Initiative gibt es in Hannover rund 1500 Berufsmusiker, die ihren Unterhalt in Tonstudios, als Musiklehrer oder durch Auftritte bei Veranstaltungen verdienen. In ganz Niedersachsen soll es knapp 4000 Berufsmusiker geben.

Quelle: Oberbürgermeister Stefan Schostok sagte Hilfe für das House of Music zu.

„Die Idee gehört in die Stadt“

Das House of Music soll den hannoverschen Musikern den nötigen Entfaltungsraum bieten. Mithilfe von Proberäumen, Büros und Auftrittsmöglichkeiten soll ein sichtbares Netzwerk der Musiker entstehen. Wie viel Geld dafür mobilisiert werden kann, ist noch unklar. Neben privaten Investoren könnte auch die Stadt als Förderer einspringen. Mit Hinblick auf die Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 sagte Schostok am Donnerstag Hilfe bei der Suche nach einem Grundstück zu. Denkbar sei unter anderem eine Ansiedlung in der Nordstadt, etwa nahe dem Coworking Space Hafven. „Diese Idee gehört in die Stadt und nicht auf die grüne Wiese“, sagte er.

Hannover könnte Vorreiter werden

Sollte das House of Music entstehen, wäre Hannover zusammen mit Köln eine Vorreiterstadt für die Jazz-Szene und andere professionelle Musiker. In der Domstadt hat bereits eine ähnliche, private Einrichtung geöffnet, das Zentrum für Jazz und aktuelle Musik. Weitaus schwieriger scheint dies bislang in Berlin zu sein, berichtet Till Brönner. Seit einigen Jahren versucht der 47-Jährige eine ähnliche Idee, das House of Jazz, in der deutschen Hauptstadt umzusetzen. Bisher ist er mit seinen Mitstreitern an politischen Widerständen gescheitert: „Wir Künstler wissen eigentlich nicht, wie solche Prozesse ablaufen“, sagte Brönner. In der Hauptstadt fehle es trotz der großen Musikerszene an Auftrittsorten für Jazz-Musiker. „Dort wird Jazz meist in Kneipen gespielt, während im Hintergrund die Kaffeemaschine dröhnt“, sagte die Berliner Harfenistin Kathrin Pechlof.

Der Berliner Musiker Till Brönner. Quelle: Samantha Franson

In Hannover erhofft man sich eine einfachere Umsetzung. Und Schostok macht der hannoverschen Initiative Hoffnung: „Ich glaube, dass wir bis 2023 das House of Music haben werden.“ Für die Bewerbung um die Kulturhauptstadt wäre das sicher kein Nachteil.

Von Manuel Behrens

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