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Die ersten Tage auf der Berlinale

Filmfestival Die ersten Tage auf der Berlinale

Ein Drama über Eltern, die sich für oder gegen in schwer krankes Kind entscheiden müssen, eine erschöpfte Hauptdarstellerin und junge Kinohelden - die ersten Tage der Berlinale im Überblick.

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Glückssucher: Szene mit dem Titelhelden aus dem Film „Soy Nero“.

Quelle: dpa

Berlin. Eine heiße Kanne Tee mit viel Honig steht vor Julia Jentsch, ihre Stimme ist rau. „Glauben Sie jetzt aber bitte nicht, dass lange Partynächte der Grund für meine Heiserkeit sind“, sagt Jentsch. Als Hauptdarstellerin im Wettbewerbsfilm „24 Wochen“ hat sie in diesen hektischen Berlinale-Tagen einen wahren Termin-Marathon zu absolvieren - Empfänge, Fotoaufnahmen und Interviews wie eben dieses. Jetzt sei sie einfach „glücklich erschöpft“.

„24 Wochen“ ist der bislang wohl meistdiskutierte Beitrag des Festivals. Ein Ehepaar muss sich entscheiden, ob es ein schwer krankes Kind zur Welt bringen will oder nicht. Diese Geschichte ging vielen an die Nieren. „Bei der Premiere haben Zuschauer geweint“, sagt Jentsch. Vielleicht, so hofft die 37-Jährige, helfe ihr Film beim vorurteilsfreien Umgang mit Eltern, die vor der schweren Entscheidung einer Spätabtreibung stehen. Bei der Preisverleihung am Sonnabend wird Jentsch erfahren, ob sich auch Jury-Präsidentin Meryl Streep beeindrucken lassen hat.

Zumeist sind es ganz junge Kinohelden, von denen sich die Zuschauer bei dieser 66. Berlinale anrühren lassen. Im Drama „Quand on a 17 Ans“ von André Téchiné ist es ein harter Fight, bis zwei Schüler zu ihrer Liebe stehen. Der französische Altmeister hat daraus aber nicht das gemacht, was man gemeinhin einen Problemfilm nennt: Er inszeniert eine Entdeckungsgeschichte, bei der Damien und Thomas ihre Sehnsüchte, die Natur und auch den Schmerz des Verlusts erkunden müssen.

Dienstag suchte noch ein Jugendlicher auf der Leinwand sein Glück: Der Mexikaner Nero, aufgewachsen in Los Angeles, aber dann abgeschoben, will unbedingt zurück ins gelobte Land. Erst scheint er bei seinem Bruder in einer tollen Villa in Beverly Hills unterzukommen. Doch hat sich der Bruder, wie sich herausstellt, seinen amerikanischen Traum nur geborgt. So verdingt sich Nero als „Green Card Soldier“: Wer in irgendeinem fernen Krieg sein Leben für die USA riskiert, stirbt entweder oder darf Amerikaner werden.

Der exil-iranische Regisseur Rafi Pitts schickt Nero auf eine wahre Odyssee. Meist steht Nero am Rand und schweigt, dazu gehört er nirgendwo. Am Ende ist der junge Mann genauso Flüchtling in einer Wüste, wie er es am Anfang war. Hätte sich Pitts („Zeit des Zorns“) noch mehr auf Nero und dessen Verlorenheit in grandiosen Landschaften konzentriert und weniger vom Militärischen begeistern lassen, wäre „Soy Nero“ noch überzeugender gewesen.

Und dann war da noch „Genius“, ein Film, der mit Emotionen nicht geizt - und einen doch eher kalt lässt. Der britische Regisseur Michael Grandage, von Haus aus Theatermann, erzählt von der besonderen Beziehung zwischen dem New Yorker Lektor Max Perkins (Colin Firth) und dem exzentrischen Autor Thomas Wolfe (Jude Law). Wir werden Zeuge des Ringens um Worte, Sätze, ganze Buchkapitel. Perkins ist vieles für Wolfe, Sprachbändiger, Therapeut, Mädchen für alles.

Eine ganze Riege von renommierten Hollywoodkräften (darunter Nicole Kidman und Laura Linney) fühlt sich in diesem Kostümstück der Literatur verbunden. Aber mehr als gediegene Unterhaltung kommt dabei nicht heraus.

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