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Ein Hund, der Plato liest

Kritik zu „Mr. Peabody & Sherman“ Ein Hund, der Plato liest

Im Animationsfilm „Mr. Peabody & Sherman“ begibt sich der hochintelligente Vierbeiner Mr. Peabody auf eine spannende Zeitreise. Dabei trifft er unter anderem auf Mona Lisa, Robespierre und altäqyptische Pharaonen - Ärger ist da vorprogrammiert.

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Verloren in den Irrwegen der Pyramiden? Mr. Peabody und Sherman mitten im Abenteuer.

Quelle: Twentieth Century Fox

Hannover. Er sieht ein wenig aus wie Snoopy, redet aber deutlich gescheiter daher. Schon als Welpe hat sich Mr. Peabody dem stupiden Stöckchenholen verweigert und sich lieber der Plato-Lektüre gewidmet. So ist der Hund mit der runden schwarzen Brille zu einer Intelligenzbestie herangewachsen. Harvard-Abschluss, Beratungstätigkeiten für Regierung und UN sowie eine Menge kongenialer Erfindungen stehen im Lebenslauf, den der distinguierte Vierbeiner dem Kinopublikum stolz präsentiert.

In einem geräumigen Loft hoch über der Skyline Manhattans residiert der wohlhabende Rüde mit seinem Adoptivsohn Sherman, dem er eine konsequente Hochbegabtenförderung zukommen ließ. Vor allem der Geschichtsunterricht ist durch die hauseigene Zeitreisemaschine von anschaulicher Natur. „Wie oft hab’ ich dir gesagt, du sollst in der Französischen Revolution dicht bei mir bleiben?“, ermahnt Peabody den Sohnemann, als Robespierre hinter ihnen her ist.

Bisher war der hochintelligente Mr. Peabody hauptsächlich in den USA bekannt. Mit „Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman“ kommt nun der erste Kinoausflug des superschlauen Hundes weltweit in die Kinos.

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In der Schule kommen Shermans historische Vorkenntnisse nicht gut an. Mitschülerin Penny nimmt den Schlaumeier in die Mangel. Nach der Schlägerei droht die Fürsorge dem Hundevater mit dem Entzug des Sorgerechtes für das Menschenkind. So lädt Peabody Penny und ihre Eltern zum Versöhnungsessen ein. Was folgt, ist eine beschleunigte Trickfilmversion von Polanskis „Gott des Gemetzels“, die durch zahlreiche Zeitreise-Episoden kräftig aufgemischt wird.

In einer US-Fernsehserie aus den sechziger Jahren haben Regisseur Rob Minkoff („König der Löwen“) und sein Drehbuchautor Craig Wright die ungewöhnliche Vater-Sohn-Konstellation ausgegraben. Auch wenn der Zeitreisetrick zunächst etwas abgenutzt erscheint, sorgt das Surfen durch die Epochen doch für skurrile Neubewertungen der Historie. Beim Boxenstopp in der Renaissance sind die Reisenden Leonardo da Vinci behilflich, der nörgelnden Mona Lisa ein gewisses Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, im alten Ägypten lotet Penny als Verlobte Tutanchamuns Vor- und Nachteile königlicher Ehevorstellungen aus, und im Trojanischen Krieg will der spindeldürre Sherman seine Manneskraft unter Beweis stellen.

Fazit

■ Animierte Zeitreise:

■ Unterhaltung für Aufgeweckte

■ Cinemaxx, Cinestar, Cinemotion

Die historischen Settings wurden mit sichtbarer Liebe fürs Detail digital ausstaffiert – auch wenn diese Reise durch die Geschichte keinerlei ernst zu nehmende Bildungsansprüche erhebt. „Mr. Peabody und Sherman“ folgt der gängigen, actiongeladenen Achterbahndramaturgie, zu der die sprachlich geschliffenen Exkurse des neunmalklugen Hundes allerdings einen interessanten Kontrast bilden.

Wer einen besinnlichen Kinonachmittag mit seinen Kindern verbringen will, sollte sich vielleicht woanders anstellen. Abgesehen vom etwas krude geratenen Finale jedoch überzeugt der Film durch das aufgeweckte Wesen seiner Hauptfigur, das Kinder wie Eltern über 93 kurzweilige Kinominuten bei der Stange hält.

Martin Schwickert

Kinostart: 27. Februar 2014

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