In Branchenkreisen wird mit Blick auf das Besucherwachstum die Zahl von zehn Prozent genannt. Im Juli hatten die Kinos bereits ihr bestes Halbjahresergebnis seit fünf Jahren vermeldet: 7,5 Prozent mehr Besucher und 13,5 Prozent mehr Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Der erfolgreichste Film des Jahres ist „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“ mit 8,7 Millionen Besuchern, gefolgt von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ mit mehr als 6 Millionen und „Illuminati“ mit 4,6 Millionen Zuschauern. „Der Blockbuster ist zurückgekehrt“, sagte Oesterlin. Insgesamt habe es 2009 „sehr viele Millionenfilme“ gegeben. Bei den deutschen Filmen liegen „Wickie und die starken Männer“ (knapp 4,9 Millionen Besucher) und „Die Päpstin“ (mehr als 2,2 Millionen) vorn. Til Schweigers Komödie „Zweiohrküken“ lockte bereits in den ersten zwei Wochen knapp 1,8 Millionen Menschen an.
Mit Blick auf die steigende Zahl der Live-Übertragungen von Konzerten wie der Comeback-Show von Robbie Williams und der Präsentation von Musik-DVDs in Kinosälen sagte Oesterlin, dieses Angebot an sogenanntem alternativem Content werde sich „stark weiterentwickeln“: „In dem Bereich wird viel passieren.“ Es könne jedoch nicht jedes Konzert gleichermaßen erfolgreich sein, und die Betreiber müssten sich gut überlegen, was sich lohne, um es ins Kino zu bringen. „Exklusivität spielt eine Rolle“, sagte der Experte.
Finanziell lohnten sich die Konzertübertragungen für die Kinos zwar kaum, doch hätten diese wegen ihres Eventcharakters eine große Außenwirkung. Die Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera in New York seien fast immer ausverkauft. So könnten die Kinos ihre Zielgruppe erweitern, denn sie erreichten ein Publikum, das sonst eher in die Oper und ins Theater gehe. „Vielleicht kann man die dann auch mal für einen Kinobesuch begeistern“, sagte Oesterlin.
ddp