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In Windeseile hinter den Tornados her

Kritik zu „Storm Hunters“ In Windeseile hinter den Tornados her

„Twister“ machte es in den Neunzigern vor, jetzt bringen Hollywoods Trickkünstler riesige Tornados noch spektakulärer ins Wirbeln. In dem Katastrophenthriller „Storm Hunters“ folgen Sturmjäger den tödlichen Twistern. Der Film fegt seit dem 21. August durch die Kinos.

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Sie sind auf der Suche nach Tornados: die Sturmjäger.

Quelle: Warner Bros.

Los Angeles. Der gewaltige Tornado saugt ein komplettes Flugzeug vom Boden in die Luft, als wäre es eine leichte Feder. Riesige Lastwagen wirbeln gen Himmel. Es regnet Häuserdächer und entwurzelte Bäume. Eine brennende Windhose zieht seine Opfer unerbittlich in die Höhe. Für den Katastrophenfilm „Storm Hunters“ haben Hollywoods Trickspezialisten kräftig zugelangt. Die Tornadosequenzen sind atemberaubend realistisch, teilweise aber auch reißerisch überzogen.

Schon vor 18 Jahren ging es bei „Twister“ auf der Leinwand rund. Damals schickte „Speed“-Regisseur Jan de Bont eine Gruppe Wissenschaftler mitten ins Auge der Tornados. Dass dabei auch das Gefühlsleben der Akteure durcheinanderwirbelte, war belangloses Beiwerk. Bei „Storm Hunters“ geht es ähnlich effektlastig mit einer dünnen Story zur Sache.

Diesmal jagen professionelle Sturmjäger mit einem gepanzerten Geländewagen und Filmkameras den Naturgewalten hinterher. Auch ein paar durchgedrehte Amateure wollen Actionvideos für ihren nächsten YouTube-Stunt einfangen. Schauplatz ist die kleine Stadt Silverton im Mittleren Westen der USA, die an einem Tag gleich von einem Dutzend Twistern heimgesucht wird.

„Twister“ setzte damals auf die wenig bekannten Hauptdarsteller Helen Hunt und Bill Paxton. Philip Seymour Hoffman landete eine seiner ersten Nebenrollen als abgewrackter Sturmjäger, der sich den engagierten Wissenschaftlern auf die Fersen heftet. Auch diesmal steckten die Macher ihr Geld in die Effekte und nicht in Stargagen. Richard Armitage („Der Hobbit: Smaugs Einöde“) spielt einen verwitweten Vater mit zwei Teenagersöhnen im Katastrophenort Silverton. „Walking Dead“-Actrice Sarah Wayne Callies mimt eine Meteorologin an der Seite eines fanatischen Sturmjägerprofis (Matt Walsh, „Ted“), der für die besten Videos Kopf und Kragen riskiert.

Die 89 stürmischen Filmminuten schmückt Regisseur Steven Quale mit der obligatorischen Liebesgeschichte, Weltuntergangswarnungen und meist banalen Dialogen aus. Quale, der am Set von „Titanic“ und „Avatar“ im zweiten Stab Trick- und Stuntszenen drehte, lieferte mit dem Horrorgemetzel „Final Destination 5“ (2011) den ersten eigenen Spielfilm.

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Storytiefgang ist nicht seine Stärke. Die Höhenflüge in „Storm Hunters“ sind rein computerfabrizierter Natur. Umso platter ist die Message des Films: die hausgemachten Naturkatastrophen werden immer schlimmer, da müssen Betroffene noch mehr zusammenhalten.

In Sachen Tornados kennt sich Quale allerdings aus. Der Regisseur aus dem Mittleren Westen der USA drehte in Michigan, Teil der Tornadogasse, die häufig von Twistern heimgesucht wird. Dort fahren tatsächlich Sturmjäger in ihren Minipanzern tödlichen Unwettern hinterher.

„Realismus war uns bei dem Film wichtig, wir haben die Wirklichkeit nur ein bisschen überzogen“, sagte Quale vor dem US-Start dem Filmblatt „Variety“. Der Megatornado im „Storm Hunters“-Finale ist über drei Kilometer breit. Bei den Dreharbeiten habe er Berichte gehörte, dass tatsächlich schon größere Windhosen gemessen wurden, erklärt der Regisseur. „In den letzten zehn Jahren gab es einige verrückte Stürme“.

„Twister“ wurde 1996 zum Überraschungshit und spielte weltweit knapp 500 Millionen Dollar ein. Effektefans werden sich auch von „Storm Hunters“ bereitwillig das Geld aus der Tasche saugen lassen. Nostalgiker sind dagegen mit einer billigen „Twister“-DVD besser bedient.

dpa

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