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Überleben ist alles

Geschichte eines Weltkriegshelden Überleben ist alles

Hollywoodstar Angelina Jolie hat die Geschichte des Weltkriegshelden Louis Zamperini verfilmt: das Durchhaltedrama „Unbroken“ kommt am 15. Januar in die deutschen Kinos.

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Jack O'Connell als Louis Zamperini in einer Szene des Kinofilms "Unbroken". Der biografische Kriegsfilm kommt am 15. Januar in die deutschen Kinos.

Quelle: Universal Pictures

Berlin. Auch in ihrer zweiten Regiearbeit nach „In the Land of Blood and Honey“ zieht es Angelina Jolie wieder in den Krieg. Zeigte ihr Debüt die Brutalität des Bosnien-Konfliktes aus Frauenperspektive, erzählt „Unbroken“ die Überlebensgeschichte des amerikanischen Bombardiers Louis Zamperini (Jack O’Connell) im Zweiten Weltkrieg. Nach einem Flugzeugabsturz trieb er 47 Tage in einem Schlauchboot auf dem Pazifik und geriet dann in japanische Gefangenschaft.

Der Film, der am 15. Januar in die deutschen Kinos kommt, springt mitten hinein in die Enge eines B-24-Bombers, mit dem eine sechsköpfige Mannschaft einen Angriff auf japanische Stützpunkte fliegt und unter Beschuss feindlicher Jagdflugzeuge gerät. Meisterhaft orchestriert Jolie dieses Luftgefecht. Sie vermittelt ein Gefühl für den klaustrophobischen Raum der Flugzeugkabine, in dem Bombardiers, Funker und MG-Schützen umeinanderklettern, während Kugeln durch das dünne Metall schlagen. Diese Anfangssequenz ist mehr als ein gelungener Action-Auftakt: Auf geradezu atemberaubende Weise wird die Fragilität der menschlichen Existenz in Zeiten des Krieges spürbar.

Aus dem Flugzeug blendet Jolie zurück in Louis’ Jugend. Als Kind der Wirtschaftsdepression gerät der Teenager auf die schiefe Bahn, raucht, trinkt, stiehlt und rennt erfolgreich vor den Ordnungshütern davon. Genau darin erkennt der ältere Bruder ein Talent: Er motiviert Louis zum Lauftraining, der italo-amerikanische Langstreckenläufer schafft es tatsächlich nach Berlin zu den Olympischen Spielen.

Der Krieg beendet die Sportlerkarriere vorzeitig, aber das Durchhaltevermögen ist Louie von Nutzen. Als sein Flugzeug über dem Pazifik abstürzt, treibt er mit zwei Kameraden auf offener See, nur um kurz vor dem Verhungern von einem feindlichen japanischen Patrouillenboot aufgelesen zu werden. Im Gefangenenlager regiert ein despotischer Kommandant (der japanische Popstar Miyavi), der den Olympialäufer zum Objekt seiner sadistischen Gewaltfantasien auserkoren hat. Es handelt sich um eine „wahre“ Geschichte auf der Basis von Laura Hillenbrand Bestseller-Biografie – und es erscheint unfassbar, was dieser Louis Zamperini alles über sich ergehen lassen muss.

Jolie lotet die gewalttätigen Exzesse gründlich aus. Zu gründlich: Von Szene zu Szene flüchtet man sich zunehmend in eine Abstumpfung hinein, der emotionale Kontakt zu diesem Überlebenshelden geht verloren. Warum der Film bereits ab zwölf Jahren freigegeben ist, ist nicht nachvollziehbar. „Unbroken“ endet mit der Befreiung nach unermesslichen Qualen. Dabei fängt nun, wie man aus dem Abspann erfährt, eine viel interessantere Geschichte an.

Später hat sich Zamperini für die Versöhnung engagiert und sich mit seinen Peinigern in Japan getroffen. Darüber hätte man gern mehr erfahren und dafür auf ein paar Folterminuten verzichtet. So bleibt „Unbroken“ das übliche Heldenporträt eines Mannes, der dank purer Willenskraft alle Torturen überlebt. Inhaltlich bleibt der Film, an dessen Drehbuch auch die Gebrüder Coen gearbeitet haben, weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Von Martin Schwickert

Unbroken, Regie: Angelina Jolie,
137 Minuten, FSK 12
Cinemaxx, Cinestar, Cinemotion

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