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Kultur Kiddo Kat bringt Funk-Pop ins Lux
Nachrichten Kultur Kiddo Kat bringt Funk-Pop ins Lux
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10:42 16.10.2018
Kiddo Kat bei ihrer Show im Lindener Lux. Quelle: Manuel Behrens
Hannover

Dieser Erfolg ließ sich so nicht planen: Als Anna Guder mit einer Freundin in der S-Bahn zurück von der Musikmesse in Frankfurt fuhr, packten die beiden ihre Instrumente aus und begannen zu spielen. Eine Akustikversion von Prince’s „Kiss“, performt von Guda auf der Gitarre und ihrer Freundin am Cajon. Mit der Spielfreude der beiden jungen Frauen hätte die Deutsche Bahn kurzzeitig das bundesweite Streckennetz versorgen können. Das vierminütige Video landete auf Youtube –und hatte in wenigen Tagen Millionen Klicks gesammelt. Anna Guder wollte nach der spontanen Bahn-Einlage ein paar Tage nach Dänemark fahren, um unter ihrem Künstlernamen Kiddo Kat in Ruhe an Songs zu arbeiten. Daraus wurde nichts: Das Telefon klingelte ununterbrochen, und als Talkmaster Markus Lanz anrief, um sie in seine Show einzuladen, reiste sie wieder ab. Das war im April 2016.

Kiddo Kat bei ihrer Show im Lindener Lux.

Im Sommer ist nun ihr Debütalbum „Piece of Cake“ erschienen, im Lindener Lux hat sie die neuen Songs live präsentiert. Dass Musiker wie Prince einen großen Einfluss auf die heute 27-Jährige haben, ist unüberhörbar. Die gebürtige Berlinerin will nicht die Popsängerin mit der durchchoreografierten Schickimicki-Bühnenshow sein. Lieber hängt sie sich ihre rot-weiße Flying-V-Gitarre über die Schulter und versieht die durchdacht-groovenden Drei-Minuten-Songs mit spitz-funkigen Riffs. Mit auf der Bühne: Bass, Schlagzeug und Synthesizer. Immer wieder betont Guder, wie stolz sie auf ihr Album ist: Selbst geschrieben und selbst produziert.

Umringt vom Publikum

Neben ihren Fähigkeiten als tolle Gitarristin und Sängerin ist Kiddo Kat eine Unterhalterin: Es dauert nicht lange und die 50 Gäste im beschaulichen Lux-Club tanzen, singen, klatschen und tun auch sonst alles, was die 27-Jährige verlangt. Zur Akustik-Ballade „You Need to Know That“ stellt sich Kiddo Cat mit ihrer Gitarre ins Publikum und lässt die Zuschauer einen Kreis um sie bilden. Und dann singt sie – ohne Verstärker, ohne Mikrofon. Und so vergehen 90 Minuten mit funkigem Pop gefühlt weitaus schneller als so manche Bahnfahrt, die nur die Hälfte der Zeit in Anspruch nimmt. Das „Kiss“-Cover von Prince gehört übrigens nicht zur Setlist. Auch das sagt viel über die Musikerin aus: Der Youtube-Hit war ein glücklicher Zufall und ein willkommener Aufmerksamkeitsschub. Nun will Kiddo Kat mit dem Debütalbum ihr eigenes Ding machen. An Spielfreude mangelt es ihr auf keinen Fall.

Von Manuel Behrens

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