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14:35 31.08.2018
Mit Apps musizieren und komponieren: Auch für Martin G. Berger eine neue Erfahrung, die er bei der Inszenierung von „Unterwelt“ macht. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Apps sind Teil des Alltags. Auch in der Musikwelt sind sie angekommen. Es gibt Apps, die Stimmgeräte und Metronome imitieren, man kann mit Apps Instrumente üben oder komponieren. Nun spielen Apps auch in der neuen Operninszenierung „Unterwelt“ von Martin G. Berger eine wichtige Rolle. Berger hat an der Staatsoper unter anderem schon „Die Fledermaus“ und „Die verkaufte Braut“ auf die Bühne gebracht. Nun entwickelt er in den nächsten zehn Monaten gemeinsam mit 102 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, mit Choreografen, Schauspieler, Sozialarbeitern und Sängern die partizipative Oper „Unterwelt“. Die Musik ist angelehnt an Christoph Willibald Gluck und Vivan und Ketan Bhatti. Hinzu kommt eine Klangwelt, die die Jugendlichen mithilfe von Apps erzeugen – von bewegungsabhängigen Tonleitern bis zu lichtabhängigen Geräuschen und sprachgesteuerten Effekten ist dabei vieles möglich.

Den Stoff liefert der Orpheus-Mythos. „Es geht um Verlust, und darum, dass sich der Held der Geschichte nicht damit abfindet, sondern alles daran setzt, seine Frau zu retten“, sagt Regisseur Berger. Zusammen mit dem Musikzentrum Hannover und dem Dezernat für Personal, Bildung, Jugend und Familie hat er die Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Milieus ausgewählt. „Die Musik-Apps bieten Jugendlichen die Möglichkeit, Dinge kennenzulernen, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten. Es ist ist einfacher und günstiger, mit einer App zu experimentieren, als Instrumente zu kaufen“, sagt Sabine Busmann, vom Musikzentrum, „ da heutzutage fast jeder ein Smartphone hat, ergeben sich unheimlich viele Möglichkeiten.“ Auch Michael Klügl, der Intendant der Staatsoper, sieht dem Projekt positiv entgegen. „Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit Jugendprojekten, wie der „Rap-Oper“, gemacht. Auch, wenn ich mir noch nicht genau vorstellen kann, wie diese „App-Oper“ abläuft, bin ich doch gespannt, was am Ende dabei herauskommt“, sagt Klügl.

„Unterwelt“ ist die letzte Produktion der aktuellen Opernsaison: Premiere ist am 29. Juni 2019.

Von Patrick Stein

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