Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Musik So waren Oomph! im Capitol
Nachrichten Kultur Musik So waren Oomph! im Capitol
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 05.03.2019
Dero, Flux und Crap lassen den Fans im Capitol keine Pausen. Quelle: Uwe Kranz
Hannover

Mit schleppendem Schritt kommt Dero auf die Bühne. Doch der erste Eindruck täuscht. Im 30. Jahr ihrer Bandgeschichte wollen Oomph! noch einmal eine Spur heftiger, härter und düsterer erscheinen. Mit ihrem 13. Album „Ritual“ im Gepäck starteten die drei Braunschweiger Dero, Flux und Crap am Freitagabend ihre aktuelle Tour im Capitol. Und ihre Ankündigung sollten keine leeren Worte bleiben. Den Fans gönnte das Trio an diesem Abend keine Pause.

Mit ihren Wurzeln im EBM und Industrial ist die Band nach vielen Crossover-Einflüssen heute nicht mehr klar einzuordnen. Und so versammeln sich vor der Bühne neben Metallfans gleichermaßen einige Gothics und rocken zu dem riffbetonten Gruselrock der Band. Auch viele Rammstein-Anhänger sind dabei, deren Idolen Oomph! einst als Pioniere der Szene den Weg zu ihrem großen US-Erfolg geebnet hatten.

Das Konzert zum Album „Ritual“ ist heftiger, härter und düsterer

Sänger und Texter Dero versucht aber hier nicht erst eine mystische Stimmung aufzubauen. Er rockt – und er nimmt das Publikum mit. Das Mikrofon in den Zuschauerraum gerichtet lässt er die Fans teilhaben, fordert ihnen alles ab. Sein Mantra „Könnt ihr noch?“ und „Wollt ihr noch?“ zwischen den Songs kommt nicht von ungefähr. Aber sie wollen bis zum Schluss.

Gemeinsam mit Flux und Crap hatte er die neuen Songs in Jam-Sessions komponiert. Deros Themen lassen niemanden kalt. Gott, Liebe, Tod und Sex bestimmen seine Texte. Und dann wird es sogar politisch. Zu martialischen Gitarren, die wie Maschinengewehre klingen, predigen die drei Braunschweiger in „Tausend Mann und ein Befehl“ den Pazifismus. „Nie wieder Krieg“ brüllt Dero ins Mikrofon und und fordert die Fans auf „Stellt euch quer!“

Die Gitarren scheppern

Gern zitieren Oomp! Kinderlieder wie in „Sandmann“ aus Zeiten, da Dero und Co. in der Blüte ihres Erfolges Stammgäste bei Produktionen von RTL oder Prosieben mit Stefan Raab waren und mit „Augen Auf!“ 2004 sogar einen Nummer 1-Hit in Deutschland feierten. „Singt mit mir“, grölt derweil Dero in „Kein Liebeslied“, und die Fans tun ihm zu den scheppernden Gitarren nur all zu gern den Gefallen. „Dies ist kein schönes Lied“, wie es im Text heißt, aber heftig, hart und düster – eben 100 Prozent Oomph!

Was geht im März auf Hannovers kleinen Bühnen? Die kuratierte Übersicht mit 15 Video-Tipps für Clubkonerte.

Von Uwe Kranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Heimspiel als Tournee-Finale: Rabea hat ins Feinkost Lampe ihr Cello mitgebracht und den Singer/Songwriter-Sound ordentlich unter Strom gesetzt.

04.03.2019

Ganz nah ran! Hier kommen 15 Tipps inklusive Videos für März-Konzerte in den Clubs der Stadt – vom Kulturpalast über Lux und Béi Chéz Heinz bis zum Musikzentrum. Unter anderem mit Döll, Jools Holland, Clickclickdecker, Chefboss, Kafvka, Beans on Toast, Ida Nielsen, Milliarden und Moritz Krämer ...

14.03.2019

Morcheeba hat in den Neunzigerjahren den Downbeat zum Trend gemacht. Das Konzert im Pavillon beweist, dass man mit 70 bis 80 Beats per Minute immer noch gut vorankommt.

21.02.2019