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Masala Weltbeat-Festival

Konzertabend im Pavillon


Kontrastprogramm beim Masala-Festival im Pavillon: Am Wochenende sorgten Siiri Sisask und Kari Bremnes für einen beschaulichen Konzertabend, bevor die schottische Band Red Hot Chilli Pipers eine Show mit brachialer Phonkraft und Melodiedropping lieferten.
Märchenerzählerin: Kari Bremnes im Pavillon.

Märchenerzählerin: Kari Bremnes im Pavillon.

© Langreder

Letztere legten vor ausverkauftem Haus ein Konzert hin, das dem Publikum wachsende Begeisterungsstürme entlockte. Und doch blieb die Musik im Laufe des Abends immer mehr hinter einer lustigen Aufmachung zurück. Eine Rockbesetzung mit drei Dudelsäcken an der Front robbte sich räuberisch durch mehrere Jahrzehnte Rock- und Popgeschichte. Mit schottischen Kilts, roten Strümpfen, auch mit Hahnenkammfrisur und anderen auffallenden Accessoires boten die acht Musiker erst einmal einen bunt-fröhlichen Anblick.

Indes blieben die Coverversionen auf „Hey Jude“, „We will rock you“ und viele andere bekannte Hits enttäuschend weit hinter dem Charme der Originalversionen zurück. Auch war nicht zu überhören, dass Dudelsäcke mit ihrem geringen Tonumfang doch eher ein begrenztes Ausdrucksspektrum bieten und die respektable Schubkraft der Drumsektion immer wieder konterkarierten. Eine Spaßband, die mit Abstand betrachtet, doch eher Schützenfest-Partydonner verbreitete, als das Thema Weltmusik um Wesentliches zu bereichern.

Ganz anders Siiri Sisask und ihre Band Jälg. Die junge Estlin schreibt liedhafte Songs auf Estnisch, was ihr sehr wichtig ist, und sie singt sie auch. Ihre Interpretation variiert zwischen balladesk und folkloristisch, und gelegentlich bricht sie auch in ein Jodeln aus. Siiri Sisask erzählt vom Geruch des Mondes, von brennendem Wind und anderen mystischen Dingen. Sie hat ein großes Klangspektrum, und es scheint, als nutzte sie es – ein bisschen schüchtern – noch nicht hinlänglich aus.

Kari Bremnes hat solch eine Anfangsbefangenheit längst überwunden. Man hört ihr stets gern zu, ob sie singt oder spricht, sie ist eine musikalische Märchen- und Sagenerzählerin. Allerdings steht ihre Person so im Vordergrund, dass ihre vielversprechende Band nicht wirklich zum Vorschein kommt. Selbst der grandiose Helge Norbakken, ein Derwisch an Trommeln, verblasst neben ihr ein wenig. Man fragt sich, wie lange so ein Könner sich noch für diese zweifellos faszinierende Frau zurückhalten wird.

Das Masala-Festival geht am Dienstag 11.05.2010 auf Schloss Landestrost in Neustadt weiter. Dort spielen ab 20 Uhr die koreanische Sängerin Youn Sun Nah und der schwedische Gitarrist Ulf Wakenius.

Karin Vera Schmidt

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  • Fehler Sascha Nottmeier / haz.de – 12.05.10
    Vielen Dank für den Hinweis, Sie haben natürlich vollkommen Recht. Ist korrgiert.
  • Estland Marit – 12.05.10
    Die Bewohner dieses sympathischen kleinen Landes heißen Esten bzw. der Este, die Estin (nicht: die Estländerin). Die Sprache heißt Estnisch (nicht: Estländisch).

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