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Das Neue-Musik-Netzwerk

Land fördert Musik 21 ab 2012 langfristig


Rettung in letzter Minute: Das Land fördert das Neue-Musik-Netzwerk Musik 21 vom kommenden Jahr an langfristig.
Stephan Meier (l.) und Martin Dehning.

Stephan Meier (l.) und Martin Dehning.

© Decker

Hannover. Es ist die frohe Botschaft für die niedersächsische Neue-Musik-Szene: Wenige Tage, bevor ein vierjähriges Förderprogramm der Bundeskulturstiftung endgültig ausläuft, bekennt sich das Land zu seinen musikalischen Avantgardisten. Mit insgesamt 640 000 Euro wird das Kulturministerium die zeitgenössische Musik in den Jahren 2012 bis 2015 fördern. Niedersachsen ist damit das einzige Bundesland, das einen Impuls der Kulturstiftung aufnimmt und in einer längerfristigen Fördervereinbarung fortsetzt. „Wenn ein Netzwerk der wesentlichen Akteure der Neuen Musik so erfolgreich arbeitet wie Musik 21, ist es wichtig, dass wir als Land ihm Planungssicherheit geben“, teilte Kulturministerin ­Johanna Wanka mit.

Musik 21 ist ein Zusammenschluss von niedersächsischen Veranstaltern, Ensembles und Musikern. Dieses Netzwerk hatte die Förderung der Bundeskulturstiftung eingeworben und damit erfolgreich gearbeitet: Mehr als 25 000 Besucher haben die Konzerte von Musik 21 seither besucht. Für Stephan Meier, den künstlerischen Leiter des Netzwerkes, ist die Zusage des Landes daher eine „entscheidende und geschickte Weichenstellung für die Neue-Musik-Förderung“, die die Erfahrungen der vergangenen Jahre „intelligent auswertet“.

Anders als bisher kommt das Geld nun nicht mehr in voller Höhe dem gesamten Projekt zugute. Einige Ensembles werden vielmehr besonders hervorgehoben. Dazu gehört auch das hannoversche ­Nomos-Quartett. Dessen Primarius Martin Dehning ist damit „die Sorge los, ob es mit unserer Konzertreihe weitergeht oder nicht“.

Das Nomos-Quartett kann aber wie drei weitere Formationen nicht nur über die kommenden vier Jahre Konzerte planen, in denen auch Neue Musik gespielt wird – es wird außerdem öfter und an verschiedenen Orten auftreten können. Neben der Direktförderung der Arbeit einzelner Ensembles wird es Geld für Projekte und für die Arbeit des Musik-­21-Büros geben. Insgesamt stellt das Land dafür jährlich 160 000 Euro bereit, weitere 40 000 gehen an das an Musik 21 angelehnte Oldenburger Projekt Klangpol.

Die neue Planungssicherheit wird in Meiers Augen zu einer weiteren Qualitätssteigerung der Konzerte führen. Schließlich sei es so möglich, schon jetzt stark gefragte Musiker für Veranstaltungen in Niedersachsen zu gewinnen. In den kommenden Jahren werden auf diese Weise Uraufführungen von Komponisten wie Peter Eötvös oder Vinko Globokar bei Musik 21 zu erleben sein.

Wichtig für die Musiker ist aber auch die mit der Förderung verbundene Wertschätzung ihrer Arbeit. Sie erleichtert es schließlich auch weiteren Geldgebern, die Neue Musik zu unterstützen. So wird auch die Stadt Hannover Musik 21 weiterhin erheblich unterstützen, zusätzliche Mittel von Stiftungen ermöglichen es, weitere Neue-Musik-Festivals zu veranstalten. Im kommenden Jahr soll es in Hildesheim stattfinden. Als Motto ist „Musik und Forschung“ geplant.

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