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Matthias Reim meldet sich zurück
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Neues Album „Unendlich“ Matthias Reim meldet sich zurück

Matthias Reim hat experimentiert. Mit Musik aus dem Computer, allerlei Rock - und mit ein bisschen Reggae. Kommt da der Schlager nicht zu kurz?

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Mit einem neuen Album und einer Tour im Frühjahr meldet sich Matthias Reim wieder bei seinen Fans.

Quelle: dpa

Hamburg. Für andere Künstler hat Matthias Reim (55) momentan keine Zeit. Mit dem neuen Album und der Tour im Frühjahr hat er selbst alle Hände voll zu tun. Da bildet auch seine Ex-Freundin, die Schlagersängerin Michelle, keine Ausnahme, für die Reim noch vor kurzem Songs schrieb und produzierte. „Wir hatten jetzt genug Michelle, jetzt geht es auch mal wieder zehn Jahre ohne“, sagte der Musiker in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Statt an Werken für andere bastelte Reim deshalb in den vergangenen Jahren an „Unendlich“. Das Album ist seit diesem Freitag auf dem Markt.

„Es hat unendlich lange gedauert, bis "Unendlich" endlich fertig war“, sagte Reim. Viel Druck habe auf dem Musiker gelastet, das ließ auch Reims Kreativität leiden. „Man will ja nicht schlechter werden.“ Entstanden sind schließlich 15 neue Songs, bei denen sich Reim recht experimentierfreudig zeigt - besonders, was den Einsatz von computerbasierten Elemente angeht: „Es gibt immer so Phasen, wo mich das reizt“, so Reim.

David Guetta, Rihanna, Pink Floyd - all diese Platten stapeln sich in Reims Auto und inspirieren die Schlagerlegende. „Als Musiker musst du Musik hören, sonst bleibst du irgendwann stehen.“ Das Reim nicht stehenbleibt, beweist unter anderem der Song „Blinder Passagier“, der - für viele Fans sicher unerwartet - mit Reggae-Beats aufwartet.

Für die kommende Tour müssen die Fans aber nicht fürchten, beim typischen Reim-Sound zu kurz zu kommen. Für die Live-Auftritte werde er die Computerelemente wieder zerlegen, „in klassische Rockband-Arrangements“, erklärt der Musiker. Neben den neuen Songs gibt es auf der Tour außerdem die Reim-Klassiker: „Die ganzen großen Dinger wird es immer geben“, sagt der Schlagerstar. „Ich wäre ja blöd, wenn ich die nicht spielen würde. Und mein Publikum wäre stinksauer.“ Die Fans können also aufatmen: Ohne „Verdammt, ich lieb' dich“ müssen sie nicht nach Hause. „Es trägt mich heute noch, es verbindet ganze Publikumsgenerationen“, sagt Reim über den Song.

Einen Song mit dem Potenzial zu einem zweiten „Verdammt, ich lieb' dich“ suchen Fans auf der neuen Platte aber umsonst. „Das eine reicht voll und ganz“, erklärt Reim. Sein persönlicher Favorit auf „Unendlich“ ist der „Einsame Stern“ - und nicht nur seiner: „Meine Tochter findet den so geil“, sagt der Sänger. Immer, wenn er mit der vierjährigen im Auto sitze, verlange sie nach dem Lied: „Dann singt sie immer lauthals mit und da wusste ich: "Du hast irgendwas richtig gemacht"!“

Neben der Vierjährigen hat auch Reims 16-jähriger Sohn Julian Einfluss auf Papas Musikgeschäft: Er darf auf der Tour wieder mit dem Vater auf der Bühne stehen. „Er ist sehr musikalisch“, ist Reim stolz. In Papas Fußstapfen will Julian aber nicht treten. „Er möchte nicht so Musik machen wie ich, wäre auch schlimm mit 16“, sagt Reim.

Im Leben der Familie Reim hat sich im letzten Jahr mit dem Umzug von Mallorca an den Bodensee einiges verändert. Auch das zögerte die Veröffentlichung des neuen Albums heraus. Dafür fühlt sich Reim in seiner neuen Heimat pudelwohl. „Ich genieße das, wieder zu Hause zu sein.“

In seinem Haus am See scheint Reim angekommen zu sein. Auch, weil die finanziellen Sorgen endlich der Vergangenheit angehören: Nach der Insolvenz 2006 ist Reim seit einigen Jahren wieder schuldenfrei. „Ich habe eine gewisse Entspanntheit in mir, weil ich in den letzten Jahren so viel erreicht habe, was ich gar nicht für möglich gehalten hätte.“ So kann es für Reim gerne weitergehen. „Ich bin ein bescheidener Mensch und wenn alles so bleibt, wie's jetzt ist, bin ich auch ein glücklicher Mensch.“

dpa

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