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Musik So war Kim Wilde im Capitol
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23:36 12.10.2018
So war Kim Wilde im Capitol. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Wenige Augenblicke, bevor Kim Wilde die Bühne betritt, erscheint ihre siebenköpfige Band – einklatschend, wie vor der letzten Zugabe, als ob sie der Künstlerin nicht ganz zutrauen würden, das Publikum allein durch ihr Auftreten in die richtige Stimmung zu bringen. Die Sängerin ist zwar nicht mehr der attraktive Twen mit einem Schuss Unnahbarkeit, der auf der New Wave durch die Achtzigerjahre schwamm und Millionen Schallplatten verkaufte. Sorgen um die Fans vor der Bühne muss sich aber niemand machen: Die Hits von damals, wie ihre Debütsingle „Kids in America“ ziehen immer noch alle in ihren Bann.

Bilder vom Konzert von Kim Wilde in Hannover.

Seit Kim Wilde im Jahr 2003 einen überraschenden Erfolg mit dem Nena-Duett „Anyplace, Anywhere, Anytime“ gelandet hat, versucht die würdevoll gealterte Musikerin wieder in auf der Bühne Fuß zu fassen. Zwischenzeitlich hatte sie als Mutter und Moderatorin im Gartenfernsehen andere Karrierepfade beschritten. Das neueste Studiowerk heißt „Here come the Aliens“.

So verstörend wie eine Landung Außerirdischer wirkt der Auftritt im Capitol allerdings nicht. Vieles erinnert eher an das Comeback von Blondies Debbie Harry vor einigen Jahren: Die Stimme erreicht nicht mehr die höchsten Töne, dafür hat Kim Wilde ihre Nichte und Backgroundsängerin Scarlett. Die neuen Songs, wie „Kandy Krush“, sind deutlich rockiger angelegt als zu ihrer Hochzeit vor deutlich mehr als 30 Jahren. Das kommt ihr entgegen.

Rockig ist auch das Outfit der inzwischen 57-Jährigen Britin. Körperbetont in Leder gekleidet mit Nähten deren Linien stilistisch an die Uniform eines Weltraumpiloten oder eines Roboter erinnern – ein ganz klein bisschen außerirdisch eben. Auf der Bühne überträgt sie allerdings deutlich mehr Emotionen als ein Automat auf ihre Fans. Die warten natürlich vor allem auf Songs wie „Cambodia“, „Never trust a Stranger“ oder „You came“ und besonders auf „Kids in America“. Nach einem kleinen Akustik-Einschub werden sie am Ende der Show auch nicht enttäuscht. Und Einklatscher braucht es für die alten Hits schon längst nicht mehr.

Von Uwe Kranz

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