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Rudolf Buchbinder spielt Beethoven-Zyklus in Hannover
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Pro Musica Rudolf Buchbinder spielt Beethoven-Zyklus in Hannover

Rudolf Buchbinder findet bei seinem Beethoven-Zyklus in Hannover auch in frühen und kurzen Klaviersonaten Reifes und Großes.

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Mit dem Beethoven-Zyklus fordert Rudolf Buchbinder seine Zuhörer heraus.

Quelle: dpa

Hannover. Mit den großen, den programmatischen Klaviersonaten Ludwig van Beethovens kann man leicht(er) Eindruck machen. Aber die frühen Sonaten, die ein wenig im Klangschatten von „Pathétique“, „Appassionata“ oder „Waldstein“ stehen (von den erratischen späten Sonaten ganz abgesehen), bleiben eine Herausforderung für Musiker und für die Zuhörer.

Wie man die meistert, war beim zweiten Abend von Rudolf Buchbinders Beethoven-Zyklus in Hannover beispielgebend zu erleben. Buchbinder geht in dieser Pro-Musica-Konzertreihe die 32 Sonaten nicht chronologisch an, auch wenn er zum Auftakt im vergangenen März mit Beethovens erster Sonate begonnen hatte. Jetzt startete er im NDR-Sendesaal mit der fünften Sonate: Die wird gerne als die „kleine“ c-Moll-Sonate bezeichnet, aber das grenzt sie allenfalls von der ebenfalls in c-Moll stehenden „Pathétique“ und der allerletzten Sonate ab. Klein ist diese Sonate op. 10/1 kaum, dafür energievoll bis exzentrisch. Das tönt im Kopfsatz wie Haydn auf Drogen – Buchbinder schattiert das erstaunlich. Und er hält im wundersamen Adagio glänzend die Balance zwischen Spannung und Entspannung. Vierundsechzigstelnoten machen ihm auch dann keine Probleme, wenn sie zu Triolen gebündelt werden.

In der As-Dur-Sonate op. 26 lässt Buchbinder im Variationen-Satz schon mal schubertsche Schlichtheit und Empfindung aufscheinen. Den Trauermarsch präsentiert er seriös, nicht pathetisch, ohne dessen Wirkung zu verkleinern.

Die Sonate Nr. 22 wirkt kleiner, wenn man sie zwischen das Opus 53 („Waldsteinsonate“) und das Opus 57 („Appassionata“) stellt. Doch sie entwickelt ihren ganz eigenen Charme, wenn man sie so artifiziell, so abgewogen intoniert wie Buchbinder.

Der nahm nach der Pause die frühe, ausladende Es-Dur-Sonate angemessen ernst: Eine Anweisung wie „allegro molto e con brio“ lässt er sich nicht zweimal sagen, aber das Feuer bleibt immer unter Kontrolle. Auch der „große Ausdruck“, den das Largo verlangt, ufert nicht aus. Das anschließende Allegro reizt Buchbinder dann genüsslich und genussvoll aus, und das Rondo ist Spielfreude pur.

Zum Abschluss gab es mit der „Mondscheinsonate“ eines der populärsten  Kapitel aus dem „Neuen Testament der Klavierliteratur“ (so einst der Dirigent Hans von Bülow) – das Alte Testament wäre übrigens Bachs „Wohltemperiertes Klavier“. Rudolf Buchbinder nahm Beethovens Beinamen „Sonata quasi una Fantasia“ viel ernster als die Überschrift „Mondscheinsonate“ (die wie der Titel „Appassionata“ nicht von Beethoven selbst stammt): Der berühmte erste Satz entfaltete sich ganz gelassen und doch spannend, sensibel, aber nie sentimental. Beim Allegretto hielt der Pianist sich zurück, dafür ließ er im Presto der Phantasie die Zügel schießen.

Viel Jubel eines Publikums, das den Atem anhalten konnte. Als Zugabe das geistreich präsentierte Finale aus dem Opus 31/2 und danach Ovationen im Stehen und Bravos.

Am 7. April geht Rudolf Buchbinder Beethoven-Zyklus bei Pro Musica weiter, dann u. a. mit der „Hammerklaviersonate“. Karten unter (05 11) 36 38 17.

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