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Irgendwie cool auf dem Mofa

Status Quo in Hannover Irgendwie cool auf dem Mofa

Status Quo bietet Rock der etwas schlichteren Art – doch der macht die Fans bei dem Konzert in der ausverkauften Swiss Life Hall in Hannover glücklich.

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Volksmusiker: Status Quo in Hannover.

Quelle: Christian Behrens

Hannover. Wer Schnupfen hat, greift zum Tempo. Wer friert, weil es am Fenster zieht, nimmt Tesa Moll. Wer toben und trinken will wie einst in Papas Partykeller, benutzt Status Quo. Die Band ist eine starke Marke, entwickelt in den Siebzigern. Seitdem reiten die Gründungsmitglieder Francis Rossi und Rick Parfitt auf ihrem einen, bis heute erfolgreichen Riff: 5000 Fans drängen sich beim Konzert der englischen Boogie-Rock-Band in der ausverkauften Swiss Life Hall in Hannover, toben und trinken und singen bei „Rockin’ All Over the World“ aus vollem Hals mit: „And I like it, I like it, I la-la-la like it.“ Neulich bei Bob Dylan kamen nur 2800. Aber der gibt auch keine Partygarantie. Auf Grübeln jedenfalls scheinen die Status-Quo-Fans hier und heute keinen Bock zu haben. Einfach mal loslassen, einfach mal lostanzen. Warum auch nicht.

Rock der etwas schlichteren Art: Status Quo in der Swiss Life Hall.

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Status Quo spielten nie so filigran wie Led Zeppelin, so hart wie Deep Purple oder so düster wie die Stones. Die Texte sind eher schlicht, und einige wirken heute etwas zurückgeblieben. „Rock ’n’ Roll ’n’ You, Is All I Wanna Do“, singt der 64-jährige Rossi wie ein ewig Halbstarker. Doch die Band wird mehr bewundert als belächelt. Sie eröffnete, wir erinnern uns gern daran, das Live-Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion am 13. Juli 1985. Viele der 5000 in Hannover werden damals um die 15 gewesen sein. Ein paar hatten sich sicher „Status Quo“ mit schwarzem Filzstift auf die Jeansjacke geschrieben – gleich neben „ELO“. Das sah irgendwie cool aus auf dem Mofa. Manches, was die Band heute zu bieten hat, kommt gar nicht cool: Das Schlagzeugsolo zum Beispiel wirkt antiquiert.

Doch Rossi sieht sich als Volksmusiker und Entertainer, als Dienstleister – und nicht als Dylan. „Ein Mann wird an seinem Erfolg gemessen“, habe man ihm in seiner Kindheit im depressiven Nachkriegs-England eingebläut, erzählte er mal in einem Zeitungsinterview. „Und es ist irgendwie traurig: Ich habe das Gefühl, dass ich ein Verlierer wäre, wenn ich mit Status Quo versage.“ Deshalb spielt die Gruppe auch nur zwei neue Songs, aber viele Klassiker des Mofa-Rock: „Caroline“, „What You’re Proposing“, „In the Army Now“, „Whatever You Want“. Das ist Markenpflege. So kann man Fans glücklich machen und Geld verdienen.

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