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Wagner gegen Verdi
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Opern-Air-Spektakel in München Wagner gegen Verdi

Die Bayerische Staatsoper bietet zum Hochglanz-Festival der Opernfestspiele auch Massentaugliches. Und das Wetter spielte mit, als sich Wagner und Verdi in der Münchner City einen Zweikampf lieferten.

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"Wagner vs. Verdi" – ein Festival in München will herausfinden, wer der bessere Compositeur ist.

Quelle: dpa

München. Wagner und Verdi werden gerne als „Giganten“ der Opernkunst verklärt. Diese Metapher nahmen La Fura dels Baus wörtlich. Die für ihre spektakulären Freiluft-Inszenierungen gefeierten katalanischen Spektakel-Spezialisten boten am Freitagabend im Auftrag der Bayerischen Staatsoper etwas Besonderes: Sie ließen zwei mehr als neun Meter hohe, an fahrbaren Kränen hängende Puppen mit Barett (Wagner) oder Zylinder (Verdi) durch die Münchner Innenstadt zum Nationaltheater bugsieren. Auf dem Max-Joseph-Platz kam es dann zu einer Art Zweikampf der beiden vor 200 Jahren geborenen Komponisten, begleitet von eigens zu diesem Event komponierter Musik, fliegenden Artisten und allerlei Pyrotechnik.

Nach Angaben der Staatsoper ließen sich rund 10.000 Menschen den Straßenzirkus mit 240 Instrumentalisten und mehr als 70 Akrobaten, Tänzern und Statisten nicht entgehen. Die Staatsoper hatte zuvor im Internet dafür geworben, sich entweder für Wagner oder für Verdi zu erklären. Eine Zweidrittelmehrheit votierte für den Italiener.

Das eindeutige Abstimmungsverhalten schlug sich auch in der Zahl der „Fans“ nieder, die den Puppen zum Klang von Blaskapellen hinterhermarschierten. Dabei hielten sie ironisch formulierte Schilder in die Luft: „Viva Verdi“ oder „Mehr Leitmotive!“ waren darauf zu lesen.

Warum sich in dieser „Wagner vs. Verdi“ getauften Show die Wagnerianer blau, die Anhänger Verdis rot kleiden sollten, blieb unklar. In dem etwas holprigen Dialog, der sich zwischen den innen beleuchteten XXL-Puppen entfaltete, ging es vor allem um den Gegensatz von „Kopf“ und „Herz“. „Wenn die Menschen aus der Oper strömen, singen sie meine Lieder“, brüstete sich Verdi, dem der Schauspieler Stefan Hunstein seine Stimme lieh. Und ein sächselnder Wagner (Wolfgang Pregler) entgegnete gereizt: „Dafür krallt sich meine Musik tief im Innersten fest.“

Persönlich kennengelernt haben sich die beiden Herren übrigens nie. Für den Soundtrack hatte der Münchner Komponist Moritz Eggert Motive der beiden Opern-Großmeister miteinander verwoben. Zu bekannten Klängen umschwirrten an Kränen schwebende Artisten die beiden Riesenpuppen. Einer der Höhepunkte war das aus Menschen geformte, fliegende Walküren-Ross Grane, das an allen vier Hufen Feuer versprühte. Dazu erklang Wagners „Walkürenritt“.

Der eigentliche Boxkampf Wagner vs. Verdi wirkte etwas unspektakulär, bevor hoch oben, im Fries des Nationaltheaters, die griechische Muse Euterpe das salomonische Ergebnis verkündete: unentschieden. Der Applaus des Publikums fiel eher verhalten aus, als das Spektakel noch vor Mitternacht ziemlich abrupt zu Ende ging.

dpa

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