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EHEC-Meck

Podcast EHEC-Meck

Man soll ja keine Gurken essen bei dem ganzen EHEC-Meck zurzeit. Die arme Gurke ist das Abbottabad unter den Gemüsen. Sie sieht von außen harmlos aus, sie wünscht sich nichts als ein stilles Leben in Ruhe und Gottesfurcht, aber in ihr wohnt – jedenfalls hieß es das wochenlang – ein tödlicher Erreger, der uns allen an den Kragen will.

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Wahrscheinlich sitzt der tödliche Erreger mit Bart und Turban in der Gurke und guckt sich selbst im Fernsehen an. Darin läuft ein Bericht über die „Todes-Gurke“ („Bild“) beziehungsweise „Gurke des Grauens“ („taz“) beziehungsweise „Schurken-Gurke“ („Märkische Allgemeine“) beziehungsweise „Salat-Angst“ (wieder „Bild“), und der tödliche Erreger kichert irre in seinen Bart, während sich draußen die Navy Seals vom Robert-Koch-Institut abseilen. Die deutschen Medien im Frühsommer 2011: Gurkensalat, wohin man schaut.

Besonders bitter: Niemand weiß, wer die Schuld trägt. Die Deutschen sagen: die Spanier. Die Spanier sagen: die Deutschen. Gregor Gysi sagt: die FDP. Und Alice Schwarzer sagt: Jörg Kachelmann. Die sympathische Gurke – ein Spielball der Mächte.

Das Ding: Salatgurke, aber 29 Cent

Der Podcast zum Herunterladen:

Sicher ist nur eines: „Escherichia coli vom Typus Husec 41“ ist ein ziemlich mieser Name für eine Trendkrankheit. In Zeiten von Twitter dürfen Trendkrankheiten nur noch drei Buchstaben haben. Forscher haben herausgefunden, dass bei durchschnittlichen Twitter-Nutzern nach drei Buchstaben das Interesse erlahmt und das Gehirn nach neuen Herausforderungen sucht, weshalb sich die deutschen Medien schnell auf „HUS“ einigten. „HUS“ steht für „Hysterie und Salatangst“ und passt in jede Schlagerzeile. SAT.1 arbeitet schon an einem neuen Filmfilmfilm: „HUS – Angriff der Terrorgurken“ mit Heino Ferch als Laborarzt Dr. Ken Knattermann, Bettina Zimmermann als Laborantin ohne Höschen und Veronica Ferres als Gurke. In einer Nebenrolle: Jürgen Trittin als „die grüne Gefahr“.

Schönes Wochenende!

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