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Podcast: Das Ding EHEC-Meck
Nachrichten Kultur Podcast: Das Ding EHEC-Meck
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18:47 03.06.2011
Von Imre Grimm
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Wahrscheinlich sitzt der tödliche Erreger mit Bart und Turban in der Gurke und guckt sich selbst im Fernsehen an. Darin läuft ein Bericht über die „Todes-Gurke“ („Bild“) beziehungsweise „Gurke des Grauens“ („taz“) beziehungsweise „Schurken-Gurke“ („Märkische Allgemeine“) beziehungsweise „Salat-Angst“ (wieder „Bild“), und der tödliche Erreger kichert irre in seinen Bart, während sich draußen die Navy Seals vom Robert-Koch-Institut abseilen. Die deutschen Medien im Frühsommer 2011: Gurkensalat, wohin man schaut.

Besonders bitter: Niemand weiß, wer die Schuld trägt. Die Deutschen sagen: die Spanier. Die Spanier sagen: die Deutschen. Gregor Gysi sagt: die FDP. Und Alice Schwarzer sagt: Jörg Kachelmann. Die sympathische Gurke – ein Spielball der Mächte.

Das Ding: Salatgurke, aber 29 Cent

Der Podcast zum Herunterladen:

Sicher ist nur eines: „Escherichia coli vom Typus Husec 41“ ist ein ziemlich mieser Name für eine Trendkrankheit. In Zeiten von Twitter dürfen Trendkrankheiten nur noch drei Buchstaben haben. Forscher haben herausgefunden, dass bei durchschnittlichen Twitter-Nutzern nach drei Buchstaben das Interesse erlahmt und das Gehirn nach neuen Herausforderungen sucht, weshalb sich die deutschen Medien schnell auf „HUS“ einigten. „HUS“ steht für „Hysterie und Salatangst“ und passt in jede Schlagerzeile. SAT.1 arbeitet schon an einem neuen Filmfilmfilm: „HUS – Angriff der Terrorgurken“ mit Heino Ferch als Laborarzt Dr. Ken Knattermann, Bettina Zimmermann als Laborantin ohne Höschen und Veronica Ferres als Gurke. In einer Nebenrolle: Jürgen Trittin als „die grüne Gefahr“.

Schönes Wochenende!

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Soeben bin ich aus einem popkulturellen Paralleluniversum zurückgekehrt, in dem das bei Pressekonferenzen getragene Schuhwerk von Fernsehgesangswettbewerberinnen zu den wirklich wichtigen Fragen der Menschheit gehört. Ich muss mich also entschuldigen: Ich habe keine Ahnung, was es gerade Aktuelles zu kommentieren gäbe.

Imre Grimm 20.05.2011

Wenn jemand etwas gewonnen hat, dann bekommt er eine Trophäe. Trophäe heißt wörtlich „Siegeszeichen“. Früher war das mal ein aufgespießter Feindeskopf, heute hält man in weiten Teilen der Welt davon Abstand.

14.05.2011

Neulich habe ich gelesen, dass menschliche Babys eigentlich neun Monate zu früh geboren werden. Sie sind quasi noch Föten, wenn sie zur Welt kommen. Der Grund ist evolutionär bedingt: Wenn sie länger im Mutterleib blieben, würde ihr Kopf nicht mehr durch das weibliche Becken passen. Während kleine Zicklein schon stehen können und kleine Schimpansen schon Bananen essen, können menschliche Babys also noch gar nichts. Außer süß aussehen.

Imre Grimm 06.05.2011
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