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Er will doch nur spielen


Träumen wir nicht alle davon, mal wieder in ein Bällchenbad zu hüpfen? Wünschen wir uns nicht alle zurück an einen Ort, an dem Erziehung und Etikette nicht zählen? Einen Ort, an dem der Michel aus Lönneberga in uns eine wilde Party mit Lady Gaga feiern darf? Die Hollywoodprominenz hat einen solchen Ort gefunden – ein Bällchenbad für Erwachsene, ein Paradies für Sittenlosigkeit und Rauflust. Der Ort nennt sich Flugzeug.

Was ist das nur mit Prominenten und Flugzeugen? Sobald sie sich in ihre Erste-Klasse-Sessel plumpsen lassen, werden sie zu Fünfjährigen. Erst pieselte Gerard Dépardieu in den Mittelgang einer Air-France-Maschine, weil er nicht mehr aufs Klo durfte. 127 Passagiere mussten zwei Stunden warten, bis das Personal den Fußboden gesäubert hatte (und an Dépardieu ist ALLES SEHR GROSS, auch die Blase). Dann musste „Transformers“-Star Josh Duhamel ein Flugzeug verlassen, weil er sich weigerte, sein Blackberry auszuschalten. Und jetzt brüllte Alec Baldwin eine Stewardess zusammen, weil er bei seinem Handyspiel „Words with friends“ – eine Art Scrabble – kurz vorm Highscore stand und zum Start nicht abschalten wollte. Baldwin stürmte tobend in die Flugzeugtoilette, knallte die Tür zu und schlug mit den Fäusten gegen die Wand, bis ihn der Kapitän von Bord verwies. 

Das Ding: Handyspiel "Words with friends", 2,39 Euro

„Er liebt das Spiel halt sehr“, sagte Baldwins Sprecher. Tolles Argument. Das ist, als würde die Mama vom Nazi sagen: „Er mag halt keine Ausländer.“ Baldwin zeigte sich uneinsichtig: „Alec mich am Arsch.“ (Nein, das hat er nicht gesagt. Er sagte: „Kein Wunder, dass American Airlines fast pleite ist.“) Nebenbei: Wenn Alec Baldwin schon durchdreht, wenn er Scrabble spielt – was wäre dann erst bei „World of Warcraft“ passiert? Seien wir froh und dankbar, dass wir noch leben. Und dass Dépardieu nur Pipi musste.

Schönes Wochenende!

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