Bisher ist unklar, ob die Fünftklässler einen Terroranschlag planten. Ich hätte mich auf das Bekennerschreiben gefreut – gemalt mit Stockmar-Wachsfarben auf ein Stück handgegerbtes Ziegenleder: „Wir, die Fünftklässler der Waldorfschule Lübeck, protestieren energisch gegen die Globulisierung. Und wer nicht spurt, den bewerfen wir mit Wattebäuschchen! Vorsicht: Wir können Biokarate! Und überhaupt: Das einzig Wahre – war Steiner. Mit freundlichen Grüßen, FWS Lübeck, offizielle Schule einer besseren Welt.“ Und was verwenden Waldorfschüler für Terroranschläge? Natürlich Biowaffen! Gesund und lecker.
| Das Ding: Rohrbombe, bitte nicht nachmachen |
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Ich find‘s ja besser, wenn Waldorfschüler mal Rohrbomben basteln statt handbestickte Hirtentaschen oder hölzerne Suppenlöffel. Rohrbomben bereiten spielerisch auf die Tatsache vor, dass das Leben keine Waldorfschule ist. Im März hatte (ebenfalls bei Lübeck – was ist da los?) ein Lehrer mit seinen zehn- und elfjährigen Schülern in einer Projektwoche ein Kaninchen weidgerecht zerlegt. Er wollte ihnen demonstrieren, dass Fleisch aus toten Tieren besteht. Ich finde: immer noch besser, als wenn der Lehrer das Kaninchen mit einer Rohrbombe in die Luft gesprengt hätte. Das wäre dann zwar „fächerübergreifender Unterricht“, aber das will man Eltern dann ja doch nicht zumuten, dass die Kinder blutverschmiert nach Hause kommen und sagen: „Heute haben wir ein Kaninchen gesprengt. Und ich muss morgen nicht in die Schule. Die ist weg.“
Schönes Wochenende!
