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Kultur Punkrock mit Kmpfsprt im Lux
Nachrichten Kultur Punkrock mit Kmpfsprt im Lux
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14:11 05.11.2018
Kmpfsprt bei ihrem Konzert im Lux. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Punkrock mit deutschen Texten ist wieder im Kommen. In den vergangenen Jahren sind immer mehr Bands auf der Bildfläche erschienen, die sich musikalisch an US-amerikanischen Vorbildern, wie Hot Water Music, Boysetsfire oder Banner Pilot orientieren, inhaltlich aber die Scheu vor der deutschen Sprache abgelegt haben. Sie heißen Fjort, Adam Angst oder eben Kmpfsprt. Die Band aus Köln war in vorigen Projekten ebenfalls noch auf Englisch unterwegs und beweist mittlerweile seit drei Alben, dass Punkrock in der Landesprache weder peinlich noch zu gewollt hochtrabend oder zwanghaft ulkig sein muss.

Haltung zeigen: Die Kölner Band Kmpfsprt war am Sonntagabend im Lindener Lux zu Gast. Neben erdigem Punkrock vereint das Quartett Popkritik und Punk.

Die Texte von Kmpfsprt sind erdig, direkt und roh. Das Herüberbringen einer Haltung ist wichtiger als die schillerndste Metapher: „Wen interessiert Rassismus? Uns geht's doch allen gut, wie wär's mit einem Duett mit Lena Meyer-Landrut?“, heißt es etwa im Song „Ich hör die Single nicht“. Mit ein bisschen Sarkasmus bekommt die Band Popkritik, Punkrock und Politik in drei Versen unter. Musikalisch ist die Mischung aus druckvoller Härte und Melodie nicht neu, verkörpert aber mit dem rauen Gesang von Sänger Richard Meyer genau die Seele der Texte.

Punkrock ist in Deutschland seit Jahren gleichbleibend beliebt, trotzdem verkauft kaum eine der Szenebands die ganz großen Hallen aus. Das ist auch bei Kmpfsprt so: Die Band freut sich über 50 Zuschauer im beschaulichen Lux, die sich vom heimischen Sofa aufraffen anstatt den sonntäglichen „Tatort“ zu schauen. Ihr aktuelles Album hat die Band übrigens „Gaijin“ getauft, was aus dem Japanischen übersetzt so viel wie „Außenseiter“ heißt. Und das trifft den Punk-Ethos ziemlich gut: Man muss und will nicht von allen gut gefunden werden.

Am Sonnabend, 10. November, spielt die Alternative-Rockband Blackout Problems im Béi Chéz Heinz.

Von Manuel Behrens

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