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100 Fragen an Josef-Waldemar

Ballhof Eins 100 Fragen an Josef-Waldemar

Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt Premiere 11. Dezember, 19.30 Uhr Ballhof Eins

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Sonja Beißwenger alias Fräulein Doktor von Zahnd.

Quelle: Paul Bower

Hannover. Bornumer Landstraße. Industriegebiet, die üblichen Großmärkte, eine Imbissbude mit asiatischen Köstlichkeiten, in der die Bratwurst 1,10 kostet. Daneben das Gebäude des Staatsschauspiels Hannover. Treffpunkt Probebühne. Ein Klavier, viele Plastikvorhänge, Sand auf dem Boden, Blockflötenreste, Geruch nach Schweiß und Staub. Theaterluft! Mitten drin: Josef-Waldemar. Das ist er also! Noch im Kostüm, die Probe hat länger gedauert als geplant, da war wohl keine Zeit zum Umziehen, wir setzen uns. Kurzes Schweigen. Dann mal los!

Herr Josef-Waldemar, ich werde Ihnen genau hundert Fragen stellen. Wenn Ihnen eine Frage nicht passt, sagen Sie einfach „weiter“. Okay?

Weiter.

Was fällt Ihnen zum Stichwort „Physik“ ein. Bitte ganz spontan.

Physik ist, wenn man trotzdem lacht.

Ihr Lieblingszitat von Albert Einstein?

„Der Gedanke, dass ein einem Strahl ausgesetztes Elektron aus freiem Entschluss den Augenblick und die Richtung wählt, in der es fortspringen will, ist mir unerträglich.“

Ihr Lieblingszitat von Sir Isaac Newton?

„Whoa, gravity is working against me! Whoa, gravity, stay the hell away from me!“

Das hat Sir Isaac Newton gesagt?

Nein. Aber er hätte es sagen können. Interessant ist ja nicht, was die Leute sagen, sondern was sie sagen könnten.

Wann haben Sie zuletzt herzhaft gelacht?

Heute bei der Probe.

Wie laufen die Proben?

Weiter.

Sind Sie mit Ihrer Rolle zufrieden?

Ich werde dafür bezahlt. Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden.

Adolf-Friedrich, Wilfried-Kaspar und Jörg-Lukas haben bei Dürrenmatt keinen vierten Bruder. Sie spielen also eine Figur, die im Stück gar nicht vorkommt. Was halten Sie von diesem Kunstgriff des Regisseurs?

Schwer zu sagen. Einerseits hat Kunst am Theater nichts verloren, andererseits wäre das ganze Ding ohne mich nichts wert. Ich meine, worüber reden wir? Über Physik? Über Schwerkraft? Die Gefahren der Atomenergie? Das ist doch Schnee von gestern. Wir müssen über den Sturm von heute reden, und der weht aus einer ganz anderen Ecke.

Sie spielen auf Ihr Kostüm an?

Kostüm?

Das Zottelfell, das riesige Ohr auf Ihrem Rücken. Wie bei der berühmten Gen-Maus. Sie spielen darauf an? Auf die aktuellen Gefahren der Biotechnologie? Genmanipulation, Stammzellenforschung, Chimären? Josef-Waldemar schweigt. Ein paar Sekunden. Dann noch ein paar. Frage nach dem albernen Kostüm vielleicht nicht so gut gewesen. Nichts wie raus aus der Nummer. Sie arbeiten zum ersten Mal in Hannover, wie gefällt Ihnen die Stadt?

Kostüm. Was genau meinen Sie mit Kostüm?

Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus, also nichts wie rein. Ist es hart für einen Schauspieler, so ein albernes Kostüm zu tragen? Josef-Waldemar dreht sich mit dem Rücken zu mir, hält mir sein riesiges Ohr hin und blafft: Greifen Sie!

Ich greife nach dem gewaltigen Ohrläppchen.

Wonach fühlt sich das an, hä?!

Ich fühle. Warme Haut, ein zartes Pochen im Läppchen, ich ziehe die Hand zurück.

Ist das - echt?

Josef-Waldemar nickt. War das jetzt eine Frage?

Nein ... ja ... ich meine: Toll! Nein, anders: Toll? Ist das toll, wenn man als echter Mutant für eine Komödie gecastet wird, in der man dann einen Mutanten spielt?

Ich kann viel von meinen persönlichen Erfahrungen in die Figur einbringen. Das ist immer gut am Theater, wenn man als Schauspieler seine persönlichen Erfahrungen einbringen kann. Wer Hamlet spielt, muss mal in Dänemark gewesen sein, wer Richard III. spielt, sollte die eine oder andere Erfahrung als Psychopath gemacht haben. Florian Fiedler wollte mit mir unbedingt einen Experten des Alltags in die Inszenierung reinmempeln.

Reinmempeln?

Weiter.

Mit: Sonja Beißwenger, Jakob Benkhofer, Mathias Max Herrmann, Silvester von Hösslin, Sarah Sandeh und Jonas Steglich

Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt, Premiere 11. Dezember, 19.30 Uhr Ballhof Eins anschl. Premierenfeier

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