Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Dance the Tandem

Schauspiel Hannover Dance the Tandem

Das Schauspiel Hannover engagiert sich für Flüchtlinge in Stadt und Region. Ein Zwischenbericht.

Voriger Artikel
„Dieses Märchen ist unglaublich energetisch“
Nächster Artikel
Die Geschichtenerfinder

Flüchtlinge zu Gast im Schauspiel beim Hoffest und bei der Montagsbar.

Quelle: Lutz Heidenreich (GFS)

Hannover. Es war eine der ersten Amtshandlungen in der neuen Saison: die Einberufung einer Ensembleversammlung zum Thema, das momentan alle bewegt - die Flüchtlingskrise. Schnell war klar, dass sich die Mitarbeiter und das Ensemble des Schauspiels positionieren, einbringen und helfen möchten. Eine Spendensammlung für den Niedersächsischen Flüchtlingsrat e. V. wurde beschlossen, und kleine Arbeitsgruppen trafen sich, um mögliche Aktionen zu besprechen. Schon zum Hoffest im September kochten Flüchtlinge mit Theatermitarbeitern gemeinsam Suppe, ein Kuchenbüfett der Mitarbeiter auf Spendenbasis stand bereit, und eine syrische Band trat auf. Nach allen Vorstellungen sammelte das Ensemble Spenden und konnte am 28. Oktober über 20 000 Euro an den Flüchtlingsrat übergeben. Derzeit sammelt das Ensemble für den Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e. V., in dem die Nachbarschaftskreise der hannoverschen Flüchtlingsunterkünfte organisiert sind.

Das Theater als Ort künstlerischen Austauschs wollte sich aber nicht auf Spendensammlungen beschränken. So wurde die Idee geboren, Begegnungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen zu organisieren, um einander kennenzulernen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Einen ersten Treffpunkt richtete das Team der Montagsbar in der Cumberlandschen Galerie ein: Jeweils ein Montagabend im Monat ist nun für die Reihe „Dance the Tandem“ reserviert. Mit einem deutsch-arabischen Büfett, guter Musik und leicht verständlichen Gesellschaftsspielen.

Für die erste Tandem-Montagsbar im Oktober ließ sich das Initiatorenteam einiges einfallen, um Gespräche zu initiieren: Auf den Tischen lagen bedeutende Gemälde deutscher Maler aus - als Impuls zum Austausch. Papier und Stifte lagen bereit, um auch selbst kreativ zu werden und so das Problem der Sprache mit Zeichnungen zu überwinden. Schauspieler stellten eine deutsche Brotzeit mit verschiedensten Brotsorten - von Pumpernickel bis Roggenvollkorn - bereit und klärten die Gäste über Aufstriche und die Besonderheiten der vielen Brote auf. Frauen konnten sich in die Kunst des Kopftuchbindens einweisen lassen, und zu syrischer Livemusik tanzten alle gemeinsam ausgelassen bis spät in die Nacht. Eine Begegnung, die Lust macht auf weitere Treffen dieser Art.

Zwar steht bei diesen „Tandem-Abenden“ das Sprechenlernen nicht im Vordergrund, doch für eine gelungene Integration in ein fremdes Land ist die jeweilige Landessprache eine Grundvoraussetzung. Auch hier möchte das Schauspiel unbürokratisch helfen. Häufig sind die offiziellen Sprachkurse überfüllt und stehen längst nicht allen Flüchtlingen offen. Die Idee zu dieser Aktion hatte Kinderbuchautorin Nina Weger, sie brachte das Projekt eines wöchentlichen Deutschstammtisches aus Berlin mit.

In Hannover treffen sich nun jeden Mittwochnachmittag von 15.30 bis 17 Uhr Flüchtlinge mit Mitarbeitern und Ensemblemitgliedern des Theaters im Pausenfoyer, um in kleinen Gruppen ihre Sprachpraxis zu verbessern.

Die Themenfelder reichen von einer einfachen Begrüßung über die Orientierung in der Stadt bis zu Telefongesprächen mit Ärzten oder Behörden. Interessierte, die gerne am Stammtisch mitwirken möchten, sind herzlich eingeladen.

Informationen bei Ilka Daerr unter ilka.daerr@staatstheater-hannover.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielzeit
Peter Maffays Rockmusical "Tabaluga" in der Tui Arena

Der Drache Tabaluga muss sich keine Sorgen machen. Tatsächlich hat die Fantasiefigur im echten Leben viele Freunde, oder vielmehr Fans. Das neue Rockmusical um den kleinen Feuerspeier hat Sonnabend Nachmittag in der Tui-Arena viele Zuschauer begeistert.