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Die Känguru-Chroniken im Schauspiel

Ballhof Die Känguru-Chroniken im Schauspiel

Ein Großer der Kleinkunstszene entert den Ballhof: Marc-Uwe Kling, gespielt von Schauspiel-Neuzugang Silvester von Hösslin. Bühne frei für Die Känguru-Chroniken!

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Marc-Uwe Kling, Liedermacher, Poetry-Slam-Meister und Autor der Trilogie über ein kommunistisch-anarchistisches Känguru, ist einer der angesagtesten Kabarettisten des Landes.

Quelle: Paul Bower (Illustration)

Hannover. Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit ein Kleinkünstler, der lebte in einem gar nicht allzu fernen Land - nämlich Deutschland - in einer Hauptstadt mit dem wohlklingenden Namen Berlin. Sein Name war Marc-Uwe Kling und Marc-Uwe war sehr, sehr langweilig. Um sich die Zeit zu vertreiben, trat er abends in Bars und auf kleinen Lesebühnen auf und klagte dem Publikum sein Leid: „Ich hätte auch so gern ein Hobby.“

Inzwischen hat er mehr als das gefunden: Marc-Uwe Kling, Liedermacher, Poetry-Slam-Meister und Autor der Trilogie über ein kommunistisch-anarchistisches Känguru, ist einer der angesagtesten Kabarettisten des Landes. Ein Großer der Kleinkunstszene, der jetzt die Theaterbühne betritt, nicht leibhaftig, aber namentlich: Marc-Uwe Kling, dargestellt von Silvester von Hösslin.

Silvester von Hösslin, wie auch Vanessa Loibl neu im hannoverschen Ensemble, 1978 in München geboren, absolvierte sein Schauspielstudium an der Zürcher Theaterhochschule. In Bochum, Frankfurt/Main und Aachen, wo er mit dem Kurt-Sieder-Preis geehrt wurde, sammelte er erste Theatererfahrungen, bevor er 2005 zunächst wieder nach Zürich und von 2012 bis 2015 ins Engagement an das Theater Basel ging. Dort wirkte er auch in Florian Fiedlers hoch gelobter Inszenierung von „Der Besuch der alten Dame“ mit.

Am Schauspiel Hannover reizt von Hösslin vor allem die Herausforderung neuer Stoffe und Regisseure in einem neuen künstlerischen Team. Aber ebenso freut er sich darauf, die Zusammenarbeit mit Fiedler und Regisseuren wie Tomas Schweigen („Der Sandmann“) und Thom Luz („Atlas der abgelegenen Inseln“), die er bereits aus früheren gemeinsamen Projekten schätzt, fortsetzen zu können.

Von Hösslin mag den Humor der Känguru-Trilogie, die pointierte Zuspitzung politischer Themen. Denn der Autor Kling lässt uns die Welt durch die Augen eines systemkritischen Außenseiters sehen. Von Hösslin gibt dem Kleinkünstler Marc-Uwe, der sich das Leben gleichgültig vom Hals hält, zunächst etwas Lethargisches. Sparsam und langsam sind Sprechweise und Bewegungen, so gestaltet er einen möglichst großen Gegensatz zum vorlauten, hyperaktiven und schnaps­pralinensüchtigen Känguru. Umso überraschender und witziger sei es, so von Hösslin, dass sich aus der Zweckgemeinschaft zwischen Kleinkünstler und Asyl suchendem Känguru (der Verfassungsschutz hat das Gründungsmitglied des „Asozialen Netzwerks“ im Visier!) eine schlagkräftige Freundschaft entwickelt.

Der Reiz seiner Rolle liege darin zu zeigen, wie Marc-Uwe durch diesen unberechenbaren und unorthodoxen Zeitgenossen politisiert und radikalisiert wird. Dass er darüber hinaus in seiner ersten Rolle am Staatstheater auch seiner anderen großen Leidenschaft, der Musik, ausgiebig „frönen“ könne, freue ihn besonders.

Als „Hobby-Musiker“ (von Hösslin über von Hösslin) tourt der Schauspieler mit einem eigenen musikalischen Projekt. Mit seinem Züricher Kollegen Markus Zbinden hat er eine Unplugged-HipHop-Combo gegründet, die am 16. November in der Montagsbar zu hören sein wird.

Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

Uraufführung 16. Oktober, 19.30 Uhr, Ballhof Eins anschl. Premierenfeier

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