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Geschichte in Geschichten

Theaterführungen Geschichte in Geschichten

Seit 25 Jahren bietet der Verein Stattreisen in Hannover Entdeckungstouren durch verschiedene Stadtquartiere an. Besonders beliebt sind die Theaterführungen.

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Sommerhimmel über Herrenhausen: In „Sophies Garten“ plaudert die Kurfürstin über ihre Liebe zur Natur.

Quelle: Stattreisen Hannover e.V.

Hannover. Urbane Erkundungen, die den Blick schärfen - beispielsweise in Linden-Süd. Im 19. Jahrhundert lebten die Arbeiter der Maschinenfabrik von Georg Engestorff, der späteren Hanomag, unter oft katastrophalen Bedingungen. Um der häuslichen Enge zu entfliehen, gründeten sie Arbeitersportvereine und eigene Gesangsvereine, auf dem Lindener Berg legten sie Kleingärten an. Mit dem neuesten Theaterspaziergang „Rhapsodie in Rot“ erinnert der Verein Stattreisen jetzt auch an die bewegte Geschichte des historischen Arbeiterviertels und führt die Teilnehmer mit Arbeiterliedern durch einen kampferprobten Stadtteil, der in diesem Jahr sein 900. Jubiläum feiert. Heute ist Linden Kult.

„Wir versuchen, in jedem Jahr neue Führungen in unser Programm aufzunehmen“, betont Melanie Kuiper-Lehner von Stattreisen Hannover. „Besonders gefragt sind unsere Theaterführungen.“ Die Bilanz von Stattreisen kann sich sehen lassen. Standen zum Start der lokalgeschichtlichen Entdeckungstouren vor einem Vierteljahrhundert fünf verschiedene Stadtspaziergänge auf dem Programm, sind es heute knapp 85, darunter 17 Theaterführungen mit bis zu vier Darstellern.

Geschichte in Geschichten als Schauspiel - so wird die ganze Stadt zur Bühne. Diese Idee entwickelte sich im Vorfeld der Expo 2000, seit 1999 bittet der kostümierte Nachtwächter Melchior zum „Rendezvous mit der Geschichte“ und trifft auf seinem Weg durch die Stadt unterschiedliche Akteure, die vor Ort Episoden aus Hannovers Vergangenheit nachspielen. Wenig später kam die Tour „Leibniz und die Kartoffeln des Zaren“ dazu - ein Theaterspaziergang durch die Altstadt und die Herrenhäuser Gärten, der inzwischen neu aufgelegt wurde. Leibniz, Lotte, der verliebte Werther, August Kestner - zu den Autoren dieser inszenierten Theaterspaziergänge gehört der hannoversche Philosoph und Kulturwissenschaftler Heinzgert Friese, er übernimmt selbst regelmäßig verschiedene Rollen.

Sämtliche Stadtführer müssen eine Prüfung ablegen, bevor sie mit ihren Gästen aufbrechen. Qualitätskontrolle gehört zum Konzept von Stattreisen, mittlerweile bieten viele Städte diese speziellen Themenführungen an - für Touristen, aber auch für Einheimische. In Hannover werden die Akteure der Theaterspaziergänge von der Schauspielerin und Sängerin Barbara Ellen Erichsen gecoacht, sofern sie nicht selbst Profis sind. Denn ein Teil des Teams gehört zur hiesigen freien Kleinkunstszene, andere Darsteller sind ausgebildete Theaterpädagogen. „Wir haben inzwischen sogar einen eigenen Fundus“, freut sich Melanie Kuiper-Lehner von Stattreisen Hannover, „mit Kostümen aus der Barockzeit bis zu den Goldenen Zwanzigern, die unsere Schneiderin den jeweiligen Akteuren auf den Leib schneidert.“ Zu dem „Best-of“ des Programms gehört die „Hannover-Revue“. Ein musikalischer Stadtspaziergang mit vier Darstellern, die Hannover-Originale wie Kurt Schwitters oder auch den „typischen“ 96-Fan mit einem Augenzwinkern in Szene setzen.

Informationen und Termine unter (05 11) 12 38 37 00 und www.stattreisen-hannover.de

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