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Spielzeit Gesten, Töne, Worte
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00:15 24.02.2017
„Fusion“ ist das erste spartenübergreifende Projekt der Niedersächsischen Staatstheater. Quelle: Melina Rudolf
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Hannover

Musikprobe: 60 Menschen, die sich noch nicht kennen, betreten die Probebühne der Oper. Sie erhalten eine Eintrittskarte, auf der steht: „Machen Sie jemandem ein Kompliment. Nach gefühlt sieben Minuten beginnen Sie zu summen!“ Nach einer Zeit fröhlichen aufgeregten Gemurmels macht sich ein Summton bemerkbar, der schnell den Raum ergreift.

Eine Dirigentin erscheint in der Mitte und gibt Zeichen: lauter - leiser, höher - tiefer. Stakkato - Legato. Ihre Zeichen sind unmissverständlich. Sie teilt die Gruppe und lässt den Chor zweistimmig, dreistimmig, vierstimmig miteinander musizieren. Harmonie erfüllt den Raum. Disharmonie wird mit Spaß begegnet. Und noch ist kein Wort der Erklärung gefallen.

So begann das erste gemeinsame Projekt der Pädagoginnen von Oper, Schauspiel und Ballett. Aus den ursprünglich 60 Teilnehmern wurden 30 aus- gewählt, sie haben in einer intensiven Probenzeit ihre persönlichen Geschichten in ein Theaterstück verwandelt.

Ballettprobe: „Lehnt euch an! Gebt Gewicht an den Partner ab. Antwortet auf die Bewegung des Partners!“ Das Fremdeln ist längst vorbei. Man kennt sich schon ein bisschen. Aber wie viel Nähe ist möglich? Wie reagieren unterschiedliche Körper auf- und miteinander? Darf ich mich anlehnen oder gar fallen lassen? Die Körper tanzen, und im Inneren ist der Teufel los.

Schauspielprobe: Eine Gruppe von sieben Leuten steht auf der Bühne und soll spontan Fra- gen beantworten. Die restlichen Teilnehmer beobachten sie. Die Fragen gehen weit. Wer nicht antworten will, darf sich umdrehen. Die anderen antworten gleichzeitig mit Gesten, Tönen oder Worten. „Was kommt nach dem Tod? Hast du diese Woche etwas getan, was du bereust? Wen hast du zuletzt angelogen? Wann warst du zum letzten Mal nackt schwimmen?“ Gelächter und Nachdenken. Man sieht die Vielfalt der Ansichten. Ist Lügen auf der Bühne erlaubt?

In „Fusion“ wagen sich Menschen verschiedenen Alters in ihrer Freizeit ins Ungewisse vor. Mit den künstlerischen Sprachen von Oper, Schauspiel und Tanz drücken sie aus, was sie bewegt, verweben ihre Lebenslinien, suchen nach Gemeinsamkeiten und entdecken das Eigene im Fremden.

Sie erzählen ihre Geschichten, deren Themen im künstlerischen Prozess auf das Wesentliche konzentriert werden - und auf diese Weise Allgemeingültigkeit erhalten. Angeleitet werden sie dabei von Bettina Stieler, Kirsten Corbett und Bärbel Jogschies in Zusammenarbeit mit einem Team aus Künstlerinnen und Pädagoginnen. Das Projekt wird unterstützt von der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover.

Kirsten Corbett, Bärbel Jogschies,

Bettina Stieler

Premiere: 31. März, 19.30 Uhr, Ballhof Eins

Weitere Vorstellungen: 1. April, 19.30 Uhr, und 2. April, 18 Uhr

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