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„Ich bleibe hier!“

Pavillon Hannover „Ich bleibe hier!“

Rebell Comedy nimmt Integration ernst. Zum Jahresbeginn ist das Comedian-Kollektiv mit Migrationshintergrund wieder zu Gast im Pavillon.

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Gemeinsam lachen: Rebell Comedy trifft den Ton junger Leute.

Quelle: HAZ

Hannover. Im Netz und im Fernsehen gibt es sie schon lange. Live auf der Bühne immer öfter. Am 9. Januar kommen sechs von ihnen wieder nach Hannover in den Raschplatzpavillon. „Als RebellComedy im vergangenen Mai bei uns war, hatten wir ein neues Publikum bei uns, jung, multikulturell, die meisten mit Migrationshintergrund, es war eine unglaublich tolle Stimmung.“ Hiltraud Krause, Kuratorin des Kleinkunstprogramms im Pavillon, erinnert sich gern an den Abend mit dem Comedian-Kollektiv. „Da ist einfach ein anderer Ton. Die Leute von RebellComedy schlüpfen nicht in irgendwelche Rollen oder spielen mit Klischees, die Deutsche von Ausländern haben oder umgekehrt. Nein, da erzählen junge Leute mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren, hier aufgewachsen und zur Schule gegangen sind, von ihrem Alltag.“

RebellComedy ist anders. 2007 suchten Babak Ghassim und der Aachener Grafikdesign-Student Usama Elyas alias Usumango über soziale Netzwerke nach Mitstreitern für ein Stand-up-Comedy-Projekt nach amerikanischem Muster. Seitdem wächst die Crew, inzwischen gehören neun Rebell-Comedians zum Team, junge Deutsche mit ausländischen Wurzeln, Kinder von Migranten, die in der Schule und während der Ausbildung zwar das Gleiche lernen wie ihre deutschen Freunde, die aber anders erzogen wurden. Unter ihnen Enissa Amani mit iranischen Wurzeln als einzige Frau.

Doch nicht ihre Herkunft steht im Mittelpunkt, es geht um Allerweltsthemen wie Shoppen, Job, Familie, Freunde, Computerspiele. „Das ist keine Nische, das ist eine ganze Generation, die hier aufwächst. Die werden morgen nicht auswandern. Ich bleibe hier! Und von mir gibt es Millionen“, kommentierte Usama Elyas den Impuls zur Gründung der Crew in einem Interview. Der Erfolg gibt ihm recht. RebellComedy ist ein Netzwelt-Produkt mit riesiger Facebook-Gemeinde, ihre Youtube-Videos werden von Hunderttausenden geklickt, die Zuschauer kommentieren ihre Auftritte auf ihren Smartphones. Live spielt sie bundesweit in meist ausverkauften Hallen - sie erreicht die Kinder und Enkel von Migranten, eine Zielgruppe, um die sich andere Kulturveranstalter bislang vergeblich bemühen.

„Özcan Cosar war schon dreimal mal bei uns im Pavillon, zweimal mit seinem Solo-Programm und einmal mit RebellComedy, er mischt Comedy und Breakdance, das Programm ist sehr authentisch. Für viele junge Zuschauer ist Özcan der Hero.“ Hiltraud Krause freut sich über den Erfolg. „Der Pavillon steht für multikulturelle Formate. Das wissen auch die Künstler und Agenturen. Qualitätvolle Migranten-Comedy ist für uns ein wichtiger Bereich.“

Im Januar werden sechs Comedy-Rebellen nach Hannover kommen, Özcan Cosar ist wieder dabei, ein DJ sorgt für die Musik, ein Moderator führt durch das Programm. „Integration passiert genau dann, wenn wir es hinkriegen, dass sich all diese Nationalitäten bei uns miteinander wohlfühlen“, so der Show-Gründer und Regisseur Babak Ghassim zum Start des Projekts. „Dann haben wir mehr gewonnen als jedes staatliche Integrationskonzept.“ Dz

Am 9. Januar, 20 Uhr, im Kulturzentrum Pavillon. Karten unter www.pavillon-hannover.de.

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