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11:48 25.05.2016
Rachid Ouramdanes „Tenir le temps“ Quelle: Patrick Imbert
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Hannover

Wenn am 19. Juni der letzte Vorhang zur Tanz-­Gala gefallen ist, wird klar sein: Hannover ist eine Tanzstadt. Dass die Wahl des Austragungsortes für den Tanzkongress 2016 vom 16. bis 19. Juni unter dem Motto „Zeitgenoss*in sein“ ausgerechnet auf Hannover fiel, liegt auch am ausgezeichneten Ruf des Balletts der Staatsoper Hannover und seines Direktors und Chefchoreografen Jörg Mannes. Mehrere „Faust“-­Nominierungen und etliche Gastspiele bezeugen die bundesweite Anerkennung der 29-köpfigen Kompanie. Doch auch die Freie Szene - mit Choreograf Felix Landerer und so renommierten Festivals wie TANZtheater INTERNATIONAL, Internationaler Wettbewerb für Choreographie - hat zur Wahrnehmung Hannovers als Tanzstadt beigetragen. Die Staatsoper initiierte die Bewerbung für den Kongress, die Landeshauptstadt Hannover zog mit - und erhielt den Zuschlag.

Staatsoper, Schauspielhaus, Künstlerhaus und Cumberlandsche Galerie werden mit mehr als 70 Veranstaltungen und 200 Referenten und Künstlern zum Dreh- und Angelpunkt von Vorträgen, Gesprächen und Workshops für Künstler, Theoretiker, Studierende, Tanzschaffende und Tanzinteressierte aus Hannover und dem In- und Ausland. Der Tanzkongress, eine Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes, hat sich seit seinem Auftakt in Berlin 2006 als eines der wichtigsten internationalen Foren für die Diskussion und Präsentation von Tanz, Choreografie und Bewegung etabliert.

Das vielfältige Spektrum an Veranstaltungen richtet sich nicht nur an Fachbesucher, sondern beschert den Tanzinteressierten ein umfangreiches Rahmenprogramm mit zahlreichen tänzerischen Höhepunkten. Zum Auftakt lädt der renommierte französische Choreograf Boris Charmatz das Publikum zu einem öffentlichen Warm-up auf den Opernplatz. Danach verwandeln in „20 Dancers for the XX Century“ 20 Tänzer Hannovers Staatsoper in ein weitläufiges Tanzmuseum, und anschließend widmet sich Charmatz’ Ensemble in „manger (dispersed)“ dem alltäglichen und körperlichen Vorgang des Essens.

Eine feste Fangemeinde in Hannover hat der Franzose Rachid ­Ouramdane, der am 17. und 18. Juni sein großes Gruppenstück „Tenir le temps“ („Die Zeit anhalten“) im Schauspielhaus zeigt. Seine 16 Tänzer widmen sich in dem virtuosen Stück der Fähigkeit des Menschen, sich an unkontrollierbare Dynamiken anzupassen und aus der eigenen Machtlosigkeit individuelle und kollektive Kräfte zu entwickeln. Auch das gastgebende Ballett der Staatsoper Hannover ist vertreten und zeigt Jörg Mannes’ jüngstes Ballett „Der Besuch“.

Den Abschluss bildet eine große Gala samt Abschlussparty unter dem Titel „Update“: 12 Tanzkompanien - darunter das Stuttgarter Ballett mit einer Choreografie von Marco Goecke, das Ballett der Deutschen Oper am Rhein mit einer Arbeit von Martin Schläpfer­ sowie die Juniorkompanien aus Hamburg und München - bieten am Abend des 19. Juni einen einzigartigen Überblick über aktuelle choreografische Arbeiten der deutschen Staats- und Stadttheater, der so nur ein einziges Mal zu sehen ist! Olaf Roth

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