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Ein Kater auf dem Spielplatz

Junge Oper zeigt „Der gestiefelte Kater“ Ein Kater auf dem Spielplatz

Die Junge Oper zeigt im Ballhof Zwei den Märchenklassiker „Der gestiefelte Kater“. In ihrer Neuinszenierung verlegt Regisseurin Zuzana Masaryk die Handlung auf einen Spielplatz - einen Ort zur Entfaltung der kindlichen Fantasie.

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Märchenhaft: "Der gestiefelte Kater".

Quelle: Thomas M. Jauk

Hannover. Wenn sich drei streiten, verzweifelt der Dritte? Ein untragbarer Zustand! Drei Brüder teilen unter sich das Erbe ihres verstorbenen Vaters auf: Dem Ältesten fällt der Besitz zu, dem zweiten das Transportmittel, der Jüngste muss sich mit dem vermeintlich Nutzlosesten zufriedengeben. Gerechtigkeit sieht anders aus - doch wie soll man sich in der Position des Schwächsten behelfen? Exemplarisch führt die Geschichte „Der gestiefelte Kater“ vor, wie sich mit Fantasie und Durchsetzungskraft eine Sache noch zum Guten wenden lässt, vorausgesetzt, man gibt nicht auf und weiß sich zu helfen. Diese optimistische Sicht sollte allerdings nicht über die Verschlagenheit des vermenschlichten Vierbeiners hinwegtäuschen.

Der Plan, den Müllerssohn als Marquis de Carabas auszugeben, um ihm dadurch zu Ansehen, Reichtum und Glück zu verhelfen, zeugt von der Intelligenz des Katers. Die Naivität des Königs nutzt er für seine Zwecke ebenso wie die Angst der leicht einzuschüchternden Feldarbeiter; auf die Dummheit des Menschenfressers kann er sich verlassen. Leicht fällt der Sieg über den in eine Maus verwandelten Schlossherrn. Zum guten Ende bringt der clevere Mäusefänger Jean den nun adeligen, mit prächtigen Feldern und Wäldern begüterten, neuen Schlossbesitzer mit der schönen Prinzessin zusammen und stellt die Weichen für eine gesicherte Familiengründung sowie das Fortbestehen des neu installierten Adelsgeschlechts. Das Tier hat an alles gedacht.

Sämtliche literarische Varianten, darunter die der Brüder Grimm, von Ludwig Bechstein und Ludwig Tieck, gehen zurück auf das französische Volksmärchen „Der Meisterkater“ oder „Der gestiefelte Kater“, aus dem Jahre 1697 von Charles Perrault. Die Opernversion des russischen Komponisten César A. Cui wurde 1912 uraufgeführt. In ihrer Neuinszenierung verlegt Regisseurin Zuzana Masaryk die Handlung auf einen Spielplatz - einen Ort zur Entfaltung der kindlichen Fantasie. Die Junge Oper bringt das bekannte Märchen in einer Fassung für Kammerorchester auf die Bühne im Ballhof Zwei und setzt damit die Reihe von Märchenopern fort.

Von Steffi Mieszkowski

Der gestiefelte Kater

DER GESTIEFELTE KATER Märchenoper von César A. Cui nach Charles Perrault ab sechs Jahren.

Einführung für Familien: Sonnabend, 3. April, 15 Uhr, Foyer Ballhof Eins.

Premiere: Donnerstag, 7. April, 11 Uhr, Ballhof Zwei.

Musikalische Leitung: Kaling Hanke, Inszenierung: Zuzana Masaryk, Bühne: Magdalena Wiesauer, Kostüme: Elvira Freind, Dramaturgie: Steffi Mieszkowski

Prinzessin: Eunhye Choi/ Karine Minasyan, Kater: Marie-Sande Papenmeyer, Jean: Pawel Brozek, Mittlerer Bruder, Menschenfresser: Hyun-Taek Noh, Älterer Bruder, König: Jan Szurgot

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