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Spielzeit Mythen und Helden
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08:23 26.02.2016
Szene aus „Mozart Requiem“. Quelle: Ida_Zenna
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Hannover

Als habe Mozart den eigenen Tod vor Augen gehabt, schrieb er mit dem „Requiem“ ein Werk, um das sich Geheimnisse ranken. Dass er noch nicht einmal vierzigjährig während der Komposition verstarb, hat zu einer lebhaften Mythenbildung beigetragen. Mario Schröder, in Hannover dank seines fulminanten „Chaplin“-Ballettabends bekannt, bringt Mozarts zwar düsteres, aber auch ungemein tröstliches Werk mit seiner Ballettkompanie, dem Leipziger Ballett, als Gastspiel auf die Bühne der Staatsoper Hannover.

Um Mythen geht es auch in dem skandalträchtigsten Ballett des 20. Jahrhunderts. 1913, bei den ersten Aufführungen von Strawinskys „Le sacre du printemps“, pfiff das Pariser Publikum das Werk gnadenlos aus. Mittlerweile ist dieser „Sacre“ über hundert Jahre alt und eine feste Größe in der Tanzwelt. Sasha Waltz und ihre Kompanie, Deutschlands EU-Kulturbotschafterin 2013, haben im Jubiläumsjahr einen bedeutenden Beitrag zur „Sacre“-Rezeption beigesteuert. Der international gefeierte Tanzabend ist jetzt in Hannover zu sehen, ergänzt um den „Nachmittag eines Fauns“ („Prélude à l’après-midi d’un faune“) von Debussy und einen Ausschnitt aus Berlioz’ „Roméo et Juliette“.

Einen heiter-nachdenklichen Akzent bei den diesjährigen „Oster-Tanz-Tagen“ setzt Jörg Mannes mit dem Ballett der Staatsoper Hannover: „Was ihr wollt“ nach Shakespeares berühmtester Komödie ist mehr als ein fröhliches Spiel um Sein und Schein. Aus Anlass von Mannes’ zehnjährigem Jubiläum als Ballettdirektor der Staatsoper haben ihm zwei namhafte Choreografen ein Geschenk gemacht: Tanzlegende Nils Christe und der aufstrebende Jung-Choreograf JiÍ BubenÍek, den viele noch als Solisten von John Neumeiers Hamburg Ballett in Erinnerung haben, steuern für den Dreier-Abend „Three is a Party“ je ein Stück bei. Und Jörg Mannes stellt in „Heroes“ die Tänzer selbst ins Zentrum seiner Kreation.

Die Oster-Tanz-Tage

21. März, 18 Uhr: Ausstellungseröffnung: Tanzstadt Hannover VIII „2006–2016 Ein Stück Zeit“

22. März, 19.30 Uhr: Leipziger Ballett – Mozart Requiem (Choreografie: Mario Schröder)

23. März, 19.30 Uhr: Ballett der Staatsoper Hannover: Three is a party (Choreografien von Nils Christe, Jirí Bubenícek und Jörg Mannes)

26. März, 19.30 Uhr: Sasha Waltz & Guests – Sacre (Choreografien von Sasha Waltz)

27. März, 18.30 Uhr: Ballett der Staatsoper Hannover – Was ihr wollt (Choreografie: Jörg Mannes)

28. März, 16 Uhr: Märchen der Welt – Werkschau der Ballettkinderwoche und Spätbewegten spezial

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