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Spielzeit In der Welt des Wunderbaren
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15:08 06.10.2015
Romantik reloaded: Theater fensterzurstadt setzt bekannte Sehnsuchtsorte neu in Szene.
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Hannover

Ein Sonnenuntergang zu zweit an einem einsamen Strand, ein Blick vom Berggipfel ins weite Tal, Kerzenschein, Lagerfeuer oder auch der Lieblingssong im Radio, der Erinnerungen weckt. Vorsicht: Kitschgrenze. „Was ist für dich romantisch?“ Das Ensemble von Theater fensterzurstadt weiß, dass es auf diese Frage eine Fülle von Antworten gibt. Deshalb haben die Theatermacher zur Vorbereitung ihrer aktuellen Produktion „Remake.Romantik“ nicht nur die stilprägenden Werke und Manifeste der deutschen Romantiker wie Friedrich Schlegel, Novalis oder Ludwig Tieck studiert, sie haben auch hannoversche Gymnasiasten befragt.

„Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.“

Novalis, 1798

„Interessant ist, dass die Vorstellung von Romantik bei jungen Leuten nicht nur mit Liebe zu tun hat, sondern auch mit Landschaft, mit Naturerleben“, resümiert Carsten Hentrich, der gemeinsam mit Ruth Rutkowski das Projekt leitet. Eine Suche nach Sehnsuchtsorten und Möglichkeitsräumen, die sich heute anders anfühlen mag als vor 200 Jahren, die aber auch einige Parallelen aufweist. „Also fangen wir bei uns an. Sich der Epoche der Romantik historisch zu nähern, wäre eine Herkulesaufgabe.“

Denn mit der neuen Weltordnung im Verlauf der Französischen Revolution träumten Dichter und Denker von einer „Universalpoesie“, die die strikten Regeln der Klassik außer Kraft setzen und herrschende Grenzen sprengen sollte: Freiräume, Vernetzungen, Traumwelten als Antwort auf eine unübersichtlich gewordene Welt. Zentrales Sehnsuchts-Symbol ist die blaue Blume. „Mit ihrem Unbehagen an der Normalität nehmen die Romantiker aber auch das Unbehagen an der ‚Entzauberung der Welt durch die Rationalisierung‘ vorweg“, das bis heute spürbar sei, schreibt Theater fensterzurstadt. Das Fundament für „Remake.Romantik“ liefert Rüdiger Safranskis Befindlichkeitsstudie „Romantik. Eine deutsche Affäre“. Mit einer multimedialen Collage aus Film-, Literatur- und Musikzitaten will das Ensemble Geschichte und Gegenwart miteinander verknüpfen, um das Wunderbare neu zu vermessen. Dz

Premiere ist am 10. Oktober, 20 Uhr, in der Alten Tankstelle, Striehlstraße 14. Weitere Vorstellungen im November. Karten unter (05 11) 22 02 19 12.

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