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Spielzeit Viel Charme im Darm
Nachrichten Kultur Spielzeit Viel Charme im Darm
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00:00 22.12.2017
Unterwegs in den Gedärmen: Theater fensterzurstadt erforscht das Bauchgefühl. Quelle: Isabel Winarsch
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Hannover

Seit einem Jahrzehnt etwa boomt die Erforschung des Magen-Darm-Universums. Was passiert in unserem Mikrobiom, dort, wo Billionen von Mikroorganismen krabbeln, fressen und sich vermehren? Sie leben mit uns in einer Wohngemeinschaft und haben erheblichen Anteil daran, wie es uns geht. Welche Bakterien halten uns gesund, welche machen uns krank - was passiert, wenn dieser Mikrokosmos aus dem Gleichgewicht gerät? Beeinflusst der Verdauungstrakt auch unser Denken und Fühlen? Längst geht es in der Wissenschaft auch um neurologische Zusammenhänge, um die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Die Darmflora ist eine Welt für sich. Populär wurde das hochkomplexe Organ mit seinen Windungen wohl auch durch die erfrischenden Formulierungen, die die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders für den verschlungenen Verdauungsapparat fand. Zunächst als Siegerin in einem Science-Slam und dann mit ihrem Buch „Darm mit Charme“. Der Titel wurde zum Bestseller, und plötzlich rückten Darmprobleme aus der Tabuzone in die Feuilletons und in den Fokus ernährungsbewusster Lifestyler. Inzwischen ist bereits von einer regelrechten „Microbiomania“ die Rede.

Mit einer schrägen Musik-Show nähert sich nun das Theater fensterzurstadt dem vielschichtigen Thema rund um den Darm und seine Bewohner. „Wir unternehmen eine Reise in unseren Körper, allerdings mit einem Augenzwinkern. Das zeigt ja schon der Untertitel: eine ‚darmatische Oper um verkannte Existenzen und andere Vergänglichkeiten‘“. Ruth Rutkowski ist federführend in der aktuellen Produktion „Das zweite Gehirn“, an der acht Akteure beteiligt sind, darunter eine Tänzerin und ein Musiker. „Wir wollen mit Mitteln des Theaters in uns hineinhorchen. Was sagt uns unser Bauchgefühl?“ Bei dieser Innenschau soll es allerdings nicht bleiben. Das Ensemble von fensterzurstadt nutzt die Reise in das Innere des Darmes mit seinen Untermietern zugleich als Blaupause für das Funktionieren einer Gesellschaft - oder einer Bürogemeinschaft. „Da müssen doch auch alle miteinander auskommen, sonst gibt es Probleme.“ Von Mikrokosmos zum Makrokosmos: Die theatralen Darmerforscher wechseln gern die Perspektive. Mit viel Musik, stillen Momenten und „fremdartigen Geräuschen“ wie Schlucken, Räuspern, Gurgeln oder Glucksen.Dz

Premiere ist am 26. Januar, 20 Uhr, in der Alten Tankstelle. Karten unter (05 11) 22 02 19 12.

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