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Hartes Pflaster

TanzTheater Hartes Pflaster

Streetdance und Klassik: Vom 1. bis 10. September geht die 31. Ausgabe von TANZtheater INTERNATIONAL über Hannovers Bühnen.

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Subtile Brechungen: „Pavement“ - Hip-Hop im Sound der Straße.

Quelle: Steven Schreiber

Hannover. Sie kommen aus Israel, Frankreich, Belgien oder den Niederlanden und diesmal auch aus den USA. Erstmals zu Gast beim Festival TANZtheater INTERNATIONAL (TTI) in Hannover ist der afroamerikanische Choreograf Kyle Abraham mit seinen sieben Tänzern der Company Abraham.In.Motion. aus Pittsburgh, der einstigen Stahlmetropole, die heute vor allem in Zusammenhang mit Rassismus in die Schlagzeilen gerät.

Betonierte Hinterhöfe im Dschungel der Großstadt, Gewalt, Schlägereien - und Hoffnungen auf steinigem Pflaster in den Vierteln der Schwarzen. In seinem Stück „Pavement“ liefert der Tänzer, Choreograf und Cellist einen Mix aus Klassik und Hip-Hop, aus hehrer Bühnenkunst und harter urbaner Körpersprache. „Das Besondere sind diese subtilen Brechungen. Das hat mich sofort begeistert. Ich hätte Kyle Abraham gern schon eher in Hannover gezeigt, aber es ist immer ein großer organisatorischer Aufwand, amerikanische Produktionen hierher zu holen. Das gelingt nur im Verbund mit anderen Städten und Veranstaltern.“ Festivalchefin Christiane Winter freut sich, dass es in diesem Jahr geklappt hat - zur 31. Ausgabe von TTI. „Pavement“ spielt an auf den Kultfilm „Boyz N the Hood“, der Anfang der 1990er-Jahre die „Jungs im Viertel“ von Los Angeles in den Fokus rückte, ein Lieblingsfilm von Abraham, Jahrgang 1977. Klassische Tanzpassagen lösen sich auf in Hip-Hop-Formen und umgekehrt - das Wüten der Welt gegen Rassenhass und Diskriminierung auf der einen, Lebensfreude und Aufbruch auf der anderen Seite. Aus dieser poetischen Spannung entwickelt sich der mehrfach ausgezeichnete Tanzabend zu einem Mix aus Bach, Vivaldi, zeitgenössischem R&B und Stimmen von der Straße - ein grandioser Soundtrack. (Am 4. und 5. September, 20 Uhr, Orangerie). Erstmals dabei ist auch Didier Boutiana aus La Réunion mit seiner Gruppe Soul City - ihn interessiert das Heilige im Hip-Hop (am 8. September, 20 Uhr, Cumberlandsche Bühne). Zum Auftakt, am 1. und 2. September, 20 Uhr in der Orangerie Herrenhausen, kommen die Publikumslieblinge Sébastian Ramirez und Honji Wang mit „Everyness“ zu TTI in die Leinestadt - das Choreografenpaar ist bereits zum dritten Mal dabei, diesmal übersetzen die sechs Hip-Hopper Beziehungs- in Bewegungsmuster.

Festivalleiterin Winter möchte aktuelle Produktionen zueinander ins Verhältnis setzen - wo entwickeln sich welche neuen Formen, welche Themen rücken in den Fokus? Mit „Avec Anastasia“ zeichnet der französische Choreograf Mickael Phelippeau die Biografie einer afroamerikanischen Gymnasiastin nach (am 3. September um 18 und 20.30 Uhr im Ballhof Zwei) - ein sehr persönlicher Blick auf ein Leben zwischen zwei Kulturen.

Zu den Höhepunkten gehört die Inszenierung der israelischen Truppe L-E-V „OCD Love“ - eine Mischung aus krasser Körperlichkeit, Leidenschaft und lyrischen Zwischentönen (am 7. September, 2o Uhr, im Schauspielhaus), der flämische Choreograf Jan Martens fordert seine Truppe mit „The Dog Days Are Over“ zu schweißtreibenden Kraftakten heraus (am 9. September, 20 Uhr, Orangerie Herrenhausen). Zum Finale sieht Ann van den Broek schwarz mit „The Black Piece“ - und greift die Dimensionen einer vieldeutigen Farbe auf (am 10. September, 20 Uhr, Ballhof Eins).

n Bei „Think Big“ präsentieren die Australierin Ashley Wright, der Israeli Edan Gorlicki und die Portugiesin Carla Jordao ihre jeweils 20-minütigen Choreografien, die sie im Rahmen des Künstler-Residenzprogramms in diesem Sommer für das Festival erarbeitet haben (am 6. September, 20 Uhr, Kulturzentrum Pavillon).Dz

Karten im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, unter (05 11) 16 84 12 22 und www.vvk-kuenstlerhaus.de.

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