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Spielzeit Was heißt Heimat?
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00:00 28.04.2017
Landerer&Company Quelle: Bedhuras
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Hannover

Die Magie verschwindet nicht“, der Choreograf und Tänzer Simone Deriu genießt die öffentlichen Proben, zu denen Landerer&Company regelmäßig in die Kunsthalle Faust einladen. „Im Gegenteil, wir merken, wie groß das Interesse beim Publikum ist, uns bei der Arbeit zuzuschauen. In den Vorstellungen sehen wir viele Besucher wieder, die wissen wollen, was am Ende der Proben herausgekommen ist. Das freut uns natürlich sehr.“ Deriu gehört seit 2010 zum Ensemble des hannoverschen Choreografen Felix Landerer. In der aktuellen Tanztheaterproduktion „Die Übersetzer“ beschäftigt er sich mit dem Thema Mythen, gemeinsam mit Landerer, Menghan Lou und Jessica van Rüschen übersetzt Deriu den Begriff „Heimat“ in Tanz.

In vier unterschiedlichen Choreografien mit jeweils eigener Musik (Christof Littmann), eigenen Kostümen und eigener Lichtregie stehen verschiedene Aspekte im Fokus. Deriu greift in seiner „Übersetzung“ den biblischen Mythos vom Turmbau zu Babel auf. „Mir geht es dabei um Zugehörigkeit, um verschiedene Religionen und kulturelle Traditionen in einer Stadt und natürlich um die Rolle der Sprache.“ Deriu arbeitet in seinem Stück deshalb auch mit Worten, er hat eigene Texte geschrieben, die er mit seinen Tänzern in vier Sprachen auf die Bühne bringt, auf Arabisch, Deutsch und Italienisch, und dann - noch einmal international - auf Englisch.

Company-Chef Landerer erforscht in seinem Part das Verhältnis zwischen Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Menghan Lou untersucht die Herrschaft des Geistes über den Körper. Für Jessica van Rüschen, seit 2013 im Team von Landerer, bleibt Heimat eine „Sehnsuchtslandschaft“, ein Körpergefühl. „Für mich ist zunächst der eigene Körper die Heimat. Hier spüre ich Geborgenheit, Autonomie und Freiheit.“ Andererseits gebe es Grenzen und Einschränkungen. „Dieses Spannungsverhältnis interessiert mich, denn dadurch wächst auch das Be- dürfnis aufzustehen, sich zu engagieren und dem eigenen Tun einen Sinn zu geben.“

Die vier unterschiedlichen „Übersetzungen“ von „Heimat“ basieren teils auf den Workshops mit Migranten und Geflüchteten, die Landerer&Company von August 2016 bis März 2017 veranstaltet haben. Neben den sechs Profi-Tänzern, die in allen vier Stücken zu sehen sind, werden auch zwei talentierte Workshop-Teilnehmer auf der Bühne stehen. „Das war eine tolle Erfahrung, es gab wunderbare Begegnungen, wir hatten viele Berührungspunkte.“ Das Verb „übersetzen“ bekommt an diesem vierteiligen Tanztheater-Abend noch einen weiteren Akzent: Die Bedeutung von „über-setzen“ - mit Blick auf die Menschen, die in Booten über das Mittelmeer nach Europa und Deutschland flüchten. Dz

Premiere ist am 4. Mai, 20 Uhr, in der Eisfabrik. Karten unter (05 11) 81 63 53.

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