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Lumix-Festival Italiener Monteleone gewinnt bei Lumix-Fotofestival
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13:04 21.06.2010
Lumix-Festival für jungen Fotojournalismus. Quelle: Martin Steiner

Das hatte dann doch keiner erwartet: Am Sonntag, dem letzten Tag des 2. Lumix-Fotofestivals, waren alle Eintrittskarten verkauft, sogar eine dritte Kasse mussten die Organisatoren aufmachen, um dem Ansturm gerecht zu werden. So haben in fünf Tagen mehr als 20.000 Besucher das Fotofestival auf dem Expo-Gelände gesehen - eine neue Bestmarke, nachdem schon mit 1050 Einsendungen und 60 Ausstellungen Rekorde gebrochen wurden. „Das zeigt, wie einmalig dieses Festival ist“, sagt Thomas Hoepker, Mitglied der Fotoagentur Magnum und Juryvorsitzender.
Grund für das große Besucherinteresse waren vor allem die jungen, talentierten Fotojournalisten, deren Werke es fünf Tage lang zu bestaunen gab. Am Sonnabendabend wurden einige von ihnen ausgezeichnet.

Als sein Name fällt, kann Davide Monteleone sein Glück kaum fassen. Thomas Hoepker hatte den jungen Italiener soeben mit dem Freelens Award 2010 ausgezeichnet. Den Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, bekam der junge Fotograf für die Fotoreportage, für die er zusammen mit der Journalistin Lucia Sgueglia in den Nordkaukasus gereist war. „Ich teile diesen Preis mit Lucia, weil unsere Zusammenarbeit fundamental wichtig für diese Arbeit war“, sagte Monteleone. Die Jury hatte sich nach langen Diskussionen für Monteleones Arbeit entschieden, weil sich seine Reportage von dem bereits sehr hohen Niveau der eingereichten Fotoserien nochmals abhob. „Seine Bilder geben Gefühlen ein Gesicht“, zitierte Hoepker aus der Jury-Begründung. Es sei Monteleone gelungen, das eigentlich Unsichtbare - drohende Gefahr, latente Angst und lauerndes Misstrauen in der von Krisen immer noch geschüttelten Region - zu fotografieren. Monteleones Arbeiten waren zuvor bereits mit dem renommierten „World Press Photo Award“ und beim „Oscar Barnack Preis“ ausgezeichnet worden.

Und weil so viel Talent auf einmal in Hannover zu sehen war, gab es auch noch eine Programmänderung: Statt der zwei geplanten „Ehrenwerten Erwähnungen“ hatte sich die Fotografenorganisation Freelens spontan dazu entschlossen, zwei weitere jeweils mit 1000 Euro dotierte Erwähnungen zu vergeben. Der Schwede Johan Bävman wurde für seine Reportage über die Albinoverfolgung in Tansania, der Italiener Emiliano Larizza für seine Bilder aus Haiti ausgezeichnet. Der aus Bangladesch stammende Munem Wasif, der im Südwesten seines Heimatlandes die katastrophalen Auswirkungen der kommerziellen Krabbenfischerei dokumentierte, sowie der Däne Thomas Lekfeldt überzeugten die Jury ebenfalls. Lekfeldt wurde darüber hinaus mit dem ebenfalls mit 1000 Euro dotierten HAZ-Publikumspreis bedacht, der von Kulturredakteur Uwe Janssen übergeben wurde. Dem Publikum gefiel die einfühlsame Fotoreportage über den Kampf des kleinen Mädchens Vibe gegen einen Gehirntumor, an dem sie letztlich starb. Die amerikanische Fotografin Ilana Panich-Linsman erhielt den Preis für die beste multimediale Arbeit. Für ihre Produktion begleitete und interviewte sie 15-jährige Mädchen in New York.

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