Man sitzt wie in einem Cockpit. Das fühlt sich schon mal gut an. Und sieht bestimmt auch gut aus. Doch jetzt geht’s los. „Die Sticks ganz locker halten und aus dem Handgelenk arbeiten, nicht aus dem ganzen Arm“, sagt Marius Lürig und macht es vor. Trockenübungen. Jetzt geht’s ans Gerät. Das heißt zunächst Snaredrum. Die macht „patsch“, wenn man draufschlägt, und „pa-patsch“, wenn man ein sogenanntes „Flam“ spielt, bei dem man die Trommelstöcke nicht gleichzeitig, sondern um einen Tick versetzt auf die Snare schlägt. Mal mit links zuerst, dann mit rechts. „Immer schön locker“, sagt der Lehrer, der gegenüber sitzt und sich selbst eine Snare zwischen die Beine gestellt hat. Als Festigungsübungen folgen kleine Muster: links-rechts-links-links, rechts-links-rechts-rechts. Schon hier braucht es als Anfänger volle Konzentration, das ist anders, als mit den Händen ein bisschen auf der Tischkante herumzutrommeln. Oder Luftschlagzeug zu spielen, nach Luftgitarre wohl das meistgespielte virtuelle Instrument.
Doch jetzt wird’s richtig fies: „Wir nehmen mal den rechten Fuß dazu“, sagt Lürig. Also Bassdrum plus Snare. Bum, bum, patsch, bum, bum, patsch. Das reicht schon für „We will rock you“ von Queen. „Ich unterrichte gern songorientiert“, sagt der Sohn des Musikers und Produzenten Heiner Lürig. „Das macht gerade Jugendlichen viel mehr Spaß, wenn sie merken, dass sie irgendwann einen Rocksong spielen können.“ Selbst spielt er in der Rockband Dan Hiob Experiment, die 2007 den ffn-Wettbewerb „New Sensation“ gewann. Er unterrichtet an der Musikschule Wedemark in Mellendorf Percussion für Kinder im Grundschulalter. Vielleicht demnächst auch als weiterer Schlagzeuglehrer, die Nachfrage sei groß, die bisherigen Kurse meist ausgebucht.
Bum, patsch, patsch, zwei Arme und ein Fuß versuchen miteinander Musik zu machen, und oben im Koordinationszentrum glühen die Drähte. Doch das war noch nicht alles. Zehn Minuten später. steht der linke Fuß auf dem Pedal der Hi-Hat, zwei Becken, die sich per Fuß-hebel zusammenpressen lassen. Dann macht es „zt“, wenn man die Hi-Hat kurz öffnet, macht es „zzz-ssst“. Also: Bumm, patsch, bumm, patsch, macht die eine Körperdiagonale, die andere macht zt, zt, zt, zt, zt, zt, zt, zzz-ssst. Groove-Faktor null, Rumpelfaktor hoch. Von außen muss es klingen, als ob man Handwerker hätte. Trotzdem: Die Ahnung einer Songstruktur ist da, das motiviert. Also: üben, üben, üben. „Und immer schön locker aus dem Handgelenk“, sagt der Lehrer. Notfalls auch mit den Sticks auf den Oberschenkeln. Das freut dann auch die Nachbarn.
Wer sich über die Musikschule Wedemark und ihre Angebote informieren möchte, kann das unter (0 51 30) 21 80 oder www.musikschule-wedemark.de tun.
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