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Der elfte „Star Trek“-Film: Ein Blick auf die ersten Szenen

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„For the eyes of the world now look into space...“ – Diese Worte aus einer Rede John F. Kennedys anlässlich des Apollo-Programms hatte sich vermutlich auch Regisseur J.J. Abrams als Motto gesetzt, als er am 12. November 2008 der deutschen Presse im Cinedom in Köln die ersten Szenen aus dem elften „Star Trek“-Kinofilm präsentierte.
Sie sind die „neue“ Besatzung der „Enterprise“ (von links): Chris Pine als James T. Kirk, Simon Pegg als Scotty, Karl Urban als Dr. McCoy und John Cho als Sulu.

Sie sind die „neue“ Besatzung der „Enterprise“ (von links): Chris Pine als James T. Kirk, Simon Pegg als Scotty, Karl Urban als Dr. McCoy und John Cho als Sulu.

© Paramount

Bereits im Foyer des Kinos bekam man die ersten neuen Bilder zu sehen. Neben den schon vor einiger Zeit veröffentlichten Charakterpostern, die als Pappaufsteller im Eingangsbereich standen, wurden auf Fernsehmonitoren verschiedene Szenenbilder, Fotos von den Dreharbeiten, Produktionsskizzen und auch einige technische Diagramme als Präsentation abgespielt. Besonders interessant war hieran, dass unter einigen Bildern der gefakte Arbeitstitel „Corporate Headquarters“ zu lesen war, der für einen Großteil der Drehs verwendet wurde. Die drei Skizzen, die mich am meisten beeindruckt haben, zeigten eine Statue von Surak, dem Begründer der modernen vulkanischen Philosophie, einen klingonischen D-7-Kreuzer, der dem Original aus der Serie zum Verwechseln ähnlich sah, und einen Hörsaal der Sternenflotten-Akademie, durch dessen Fenster man die Golden Gate Bridge in San Francisco sehen konnte.

Nach dem Empfang im Foyer begann gegen 10 Uhr der Einlass in den Kinosaal, auf dessen Leinwand zunächst das schwarze „Star Trek“-Logo projiziert wurde. Als schließlich alle Platz genommen hatten, begrüßte uns der deutsche Paramount-Chef Sven Sturm, der kurz darauf das Mikro an den amerikanischen Vertriebsmanager Rob Moore weitergab. Er hielt eine kurze Ansprache und spannte uns dann nicht länger auf die Folter: Der sehnsüchtig erwartete Teaser-Trailer wurde abgespielt.

Er beginnt mit einer Szene auf der Erde, die man im ersten Moment nicht unbedingt einem Science-Fiction-Film zuordnen würde. Eine Corvette rast auf einen Abgrund zu, und kurz bevor das Auto hinabstürzt, springt ein Junge heraus, der sich einem unmittelbar darauf an ihn herantretenden Polizisten energisch und selbstbewusst mit „James Tiberius Kirk!“ vorstellt. Ein grandioser Einstieg! Im Folgenden zeigt der äußerst rasant geschnittene Trailer Bilder vom Planeten Vulkan, verschiedene Charakterszenen, einige Kampfsequenzen im Weltraum und natürlich auch den romulanischen Gegenspieler Nero. Das einprägsamste Bild ist jedoch der jugendliche James T. Kirk, der die vor ihm in der Werft liegende „Enterprise“ bewundert. Im Gegensatz zu dem im Januar 2008 veröffentlichten ersten Teaser sieht man das Schiff nun in seiner vollen Pracht und nicht nur bestimmte Teilausschnitte davon.

Im Anschluss an die Trailer-Vorführung betrat ein gut gelaunter und äußerst sympathischer J.J. Abrams das Podium vor der Kinoleinwand und präsentierte vier weitere Szenen des elften „Star Trek“-Abenteuers. Diese moderierte er mit erklärenden Kommentaren oder auch netten Anekdoten vom Dreh an – und nahm sich am Ende sogar noch Zeit für einige Autogramme.

Der erste Filmausschnitt zeigte, wie Kirk in einer Bar mit Uhura flirtet, es zu einer Schlägerei kommt und schließlich Christopher Pike eintritt. Er unterhält sich daraufhin mit Kirk über seinen Vater, der beim Angriff auf die „U.S.S. Kelvin“ starb, und eröffnet ihm die Perspektiven, die ein Eintritt in die Sternenflotte mit sich bringen. James Kirk fährt anschließend an der Schiffswerft vorbei, in der die „Enterprise“ gebaut wird, und ist von dem Anblick sichtlich angetan.

In der zweiten Szene sah man, wie Chekov an einer Konsole auf der „Enterprise“-Brücke sitzt, während der Computer aufgrund seines russischen Akzents zunächst einen Bestätigungscode nicht versteht. Kurz darauf wird Kirk mit schweren Verletzungen von McCoy zur Krankenstation gebracht, wo er trotz seines Zustandes einen kurzen Flirtversuch mit einer Krankenschwester unternimmt. Derweil greift Nero den Planeten Vulkan mit einem Energiebohrer an, und es gibt eine kurze Einstellung mit Spocks Mutter Amanda. Es folgt ein Schnitt auf die „Enterprise“, die gerade in einem gigantischen Schlachtfeld unter Warp gegangen ist. Nachdem diese Szene gezeigt wurde, gab es im Saal anerkennenden Applaus.

Der dritte Ausschnitt gewährte einen Blick auf den alten Spock, der von Leonard Nimoy gespielt wird. Er geht zusammen mit Kirk durch so etwas wie eine Industrieanlage, und sie beide treffen dort auf Scotty. Am Ende der Szene verabschiedet sich Spock von Kirk mit der vulkanischen Grußformel „Live long and prosper.“

Die vierte Szene zeigte, wie Pike Spock vorübergehend zum Kommandanten der „Enterprise“ ernennt. Wenig später springen Kirk, Sulu und ein weiteres Besatzungsmitglied mit einer Art Fallschirm aus einem Shuttle heraus auf die Spitze von Neros Energiebohrer, der weit über der Oberfläche von Vulkan hängt. Auf dem Bohrer, der dazu genutzt werden soll, ein Schwarzes Loch im Planetenkern zu erzeugen, gibt es einen äußerst mitreißenden Kampf zwischen Kirk und Sulu mit zwei Romulanern. Als Sulu wenig später von der Plattform hinabstürzt, springt Kirk kurz entschlossen hinterher. Chekov kann die beiden jedoch in letzter Sekunde mit dem Transporter erfassen. Auch nach dieser Szene gab es lang anhaltenden Beifall.

Der unmittelbare Eindruck nach dem Sehen dieser Ausschnitte ist überwältigend. Die Charaktere sind unglaublich gut getroffen, und die erzeugte Atmosphäre ist wirklich erstklassig. Design, Ausstattung und Spezialeffekte lassen das „Star Trek“-Universum so authentisch und detailliert erscheinen wie noch nie, und die Actionszenen sind geprägt von einer Intensität und Dynamik, wie man sie lange nicht mehr gesehen hat. Die Dialoge fesseln, der Humor passt, und die Spielfreude der Darsteller ist unübersehbar.

Der elfte „Star Trek“-Film könnte für die Science-Fiction das werden, was „The Dark Knight“ für das Genre der Comic-Verfilmung darstellt. Das in Köln von J.J. Abrams Gezeigte fühlte sich nicht nur nach „Star Trek“ an, es fühlte sich vor allem nach einem jungen, frischen und innovativen „Star Trek“ an, das die Kinolandschaft der nächsten Jahre sicher nachhaltig prägen wird.

Kinostart: 7. Mai 2009

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