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Berlin

Die „Star Trek“-Premiere: Ein Fanbericht vom „blauen Teppich“

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Am Donnerstag ist die Besatzung der „Enterprise“ im Berliner Sony Center am Potsdamer Platz gelandet: Zur Deutschlandpremiere des elften „Star Trek“-Abenteuers kamen die Darsteller des Films in die Hauptstadt – und verteilten am „blauen Teppich“ fleißig Autogramme.
Spock-Darsteller Zachary Quinto bei der „Star Trek“-Premiere.

Spock-Darsteller Zachary Quinto bei der „Star Trek“-Premiere.

© Paramount

Als ich gegen 14 Uhr am CineStar eintraf, in dem am Abend für geladene Gäste die Premierenvorführung des elften „Star Trek“-Films stattfinden sollte, wurden gerade die letzten Vorbereitungen getroffen, und es herrschte reges Treiben. Unter der Kuppel im Innenhof des Sony Centers war bereits eine futuristische Bühne mit Fotowand und überdimensionalem „Star Trek“-Logo aufgebaut, auf der später die Hauptdarsteller des Films für Bilder posierten und Interviews gaben. Um der Veranstaltung das passende Flair zu geben, war der Teppich für die Stars nicht rot, sondern blau.

Die ersten Fans warteten auch schon hinter der Absperrung, und natürlich hatten sie sich bereits die besten Plätze am „blauen Teppich“ gesichert. Das Wetter hätte – mit ebenfalls blauem Himmel – nicht besser sein können, und die Stimmung unter den Wartenden war sehr ausgelassen. Man kam leicht ins Gespräch, zeigte sich gegenseitig die für Autogramme bereitgehaltenen Fotos und Fanartikel und tauschte sich über das gemeinsame Hobby „Star Trek“ aus. Und je näher der Abend rückte, desto spürbarer war die Mischung aus Neugier, Vorfreude und Aufregung, die sich auf belebende Weise unter den Fans ausbreitete.

Ab 16 Uhr füllte sich der Pressebereich nach und nach mit Fotografen, Kamerateams und Reportern – und im wartenden Publikum wurden fürs Fernsehen und Radio erste Interviews geführt. Dabei zeigte sich wieder einmal, dass bei manchen Journalisten offenbar die Devise gilt: Das sind ja nur „Star Trek“-Fans, über die kann man sich ruhig ein bisschen lustig machen. Entsprechend bekam man dann Fragen wie „Sprichst du auch Klingonisch?“ oder „Wo hast du denn deine Uniform gelassen?“ zu hören. Sehr schön war auch der Satz „Wo sind denn hier die Trekkie-Fans?“, mit dem eine Reporterin offenbar Kenner der Serien und Filme vors Mikro holen wollte. Da Trekkie ja nichts anders bedeutet als „Star Trek“-Fan, ist ein Trekkie-Fan folglich der Fan eines „Star Trek“-Fans. Aber wer weiß, vielleicht hat sie ja sogar wirklich noch jemanden gefunden, der nur wegen der „Star Trek“-Fans angereist ist...

Um 17.50 Uhr ging's dann endlich richtig los. Moderator Steven Gätjen eröffnete die Veranstaltung und kündigte an, dass es nun nicht mehr lange dauert, bis die Hauptdarsteller die Bühne betreten. Seine Ansprache schloss er mit den Worten: „Macht den Vulkanier-Gruß!“ Gemeint ist damit der Handgruß, mit dem sich in „Star Trek“ die Vulkanier verabschieden. Dazu heben sie die Hand und spreizen den Mittel- und Ringfinger bei seitlich ausgestrecktem Daumen. Diese Geste macht sich natürlich auch auf Bildern gut, so dass die Fotografen die deutschen Promis, die ab 18 Uhr über den Teppich gingen, dazu animiert haben, diesen Gruß zu zeigen. Bei den meisten klappte das auch ganz gut, doch einige B- und C-Promis sind im Vorfeld offenbar falsch gecoacht worden – sie haben den Daumen nicht seitlich ausgestreckt, sondern eingeklappt. Das sah zwar nicht unbedingt schlecht aus, hatte aber leider nichts mehr mit „Star Trek“ zu tun...

Nachdem die deutschen Stars – darunter Schauspieler Manuel Cortez (Rokko aus „Verliebt in Berlin“), Satiriker Oliver Kalkofe, Moderatorin Anastasia und Komiker Otto Waalkes – für die Presse posiert hatten, rollten gegen 18.20 Uhr die schwarzen Limousinen mit den „Star Trek“-Hauptdarstellern an. Direkt auf dem „blauen Teppich“ stieg zuerst Zachary Quinto (Sylar aus „Heroes“) aus seinem Wagen. Der Spock-Darsteller, der besonders beim weiblichen Publikum sehr beliebt ist, wurde von den Fans begeistert begrüßt und mit Blitzlicht geradezu überschüttet. Nach und nach fuhren dann auch Karl Urban (Dr. McCoy), Simon Pegg (Scotty), Zoe Saldana (Uhura), Chris Pine (Captain Kirk), John Cho (Sulu), Eric Bana (romulanischer Bösewicht Nero) und Regisseur J.J. Abrams in ihren Autos vor. Chris Pine überraschte dabei mit einer äußerst originellen Idee: Als er aus dem Wagen stieg, hatte er selbst eine Kamera in der Hand und fotografierte als erstes die jubelnde Menge. Das war nicht nur unerwartet, sondern brachte ihm auch viele Sympathiepunkte ein.

Zunächst ließ sich die „Enterprise“-Crew für die Presse fotografieren, bevor der Augenblick kam, auf den die meisten seit Stunden sehnsüchtig gewartet hatten: Die Stars gingen zu den Fans und verteilten Autogramme. Während sich Zoe Saldana und Zachary Quinto, der etwas angeschlagen wirkte, recht schnell wieder auf die Pressebühne begaben, lieferten die anderen einen lockeren und ungezwungenen Auftritt ab. Simon Pegg, der den Fanbereich fast schon wieder verließ, entschied sich jedoch noch mal um, als er sah, dass bei den etwas abseits Stehenden noch jemand ein Foto von ihm unterschrieben haben wollte. Da ich dort auch stand, kam ich so zu meinem ersten Autogramm. Auch John Cho und Chris Pine kamen kurze Zeit später bei mir vorbei – und damit zierten dann schon drei Unterschriften mein mitgebrachtes Promotionfoto der „Enterprise“-Crew.

Der Mann des Abends war für mich aber J.J. Abrams. Während alle anderen Stars schon Richtung Kinoeingang unterwegs waren, verteilte er weiterhin Autogramme, bis jeder eins hatte, der ihn darum bat. Dabei schrieb er auf Wunsch jedem eine kurze Widmung und buchstabierte zur Sicherheit noch mal den Namen, damit auch wirklich alles stimmte – und bedankte sich anschließend. Natürlich ist bei solchen Premierenveranstaltungen viel Show und wirtschaftliches Kalkül dabei: Je besser ein Film promotet wird, desto mehr spielt er ein. Aber wenn man J.J. Abrams dabei beobachtet, wie er sich mit Hingabe und Respekt um jeden Einzelnen kümmert, dann lässt das nicht den geringsten Zweifel daran, was ihm an diesem Abend am wichtigsten ist: wir Fans, für die er seine Filme macht.

Um 19.30 Uhr hatten alle geladenen Gäste im Kinosaal Platz genommen, und auf der Leinwand über dem Fanbereich wurde noch kurz das Vorprogramm zur Premiere übertragen. Dann kam die Überblende zum „Star Trek“-Kinoplakat, und der Film wurde seinem ausgewählten Publikum gezeigt.

Wenig später habe ich mich auf den Heimweg nach Hannover gemacht – sehr begeistert von dem Tag und auch ein wenig stolz über vier von acht möglichen Autogrammen. Meinem Wunschkandidaten Eric Bana habe ich zwar nicht direkt gegenübergestanden, aber dennoch wird diese Fahrt nach Berlin für mich ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Offiziell startet das elfte Leinwandabenteuer der „Enterprise“-Crew am 7. Mai. Etwas müssen wir uns also noch gedulden. Aber ich denke, es lohnt sich.

Hier können Sie sich noch ein Interview anhören, das ich mit den Fans am „blauen Teppich“ geführt habe:



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  • STAR TREK Vorpremiere Daniel Eichler – 21.04.09
    Hallo zusammen,
    vilen Dank für den schönen Beitrag! Und den Autopart- ich bin die erste Stimme.
    Weiter so- oder sollte ich besser sagen : MAke it so?

  • Star Trek in Berlin Jenny – 18.04.09
    Hey!
    Danke für den GB Eintrag und den Link zum Interview :) Hoffe, du hast etwas mehr Glück am Teppich gehabt wie wir. Irgendwie wird man manchmal dann doch leicht übersehen :D
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