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Jahresrückblick

Die zehn besten Kinofilme aus 2009

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Ein rückwärts alternder Brad Pitt, der spektakuläre Jungfernflug der „Enterprise“ und eine Truppe skrupelloser Nazi-Jäger im Zweiten Weltkrieg – die vergangenen zwölf Monate haben für Filmfans viele Highlights bereitgehalten. Hier ist mein persönlicher Jahresrückblick auf die zehn besten Kinofilme aus 2009.
Szene aus „Avatar – Aufbruch nach Pandora“.

Szene aus „Avatar – Aufbruch nach Pandora“.

© 20th Century Fox

10. „Avatar – Aufbruch nach Pandora“

Regisseur James Cameron hat mit den ersten beiden Teilen der postapokalyptischen „Terminator“-Saga neue Maßstäbe in Sachen Tricktechnik gesetzt und mit dem elffach oscarprämierten Drama „Titanic“ den bislang kommerziell erfolgreichsten Streifen der Filmgeschichte inszeniert. Die von ihm entwickelte und produzierte Fernsehserie „Dark Angel“, die das durch einen Terroranschlag gezeichnete Amerika der nahen Zukunft zeigt, wurde nach der zweiten Staffel wegen zu hoher Kosten pro Episode eingestellt. Nicht kleckern, sondern klotzen – so könnte demnach sein persönliches Motto lauten. Spätestens wenn man sich sein neuestes Werk, das Science-Fiction-Fantasy-Abenteuer „Avatar – Aufbruch nach Pandora“, ansieht, weiß man, was damit gemeint ist.

Mitte des 22. Jahrhunderts herrscht auf der Erde Ressourcenmangel. Um den Fortbestand der Menschheit zu sichern, soll ein Spezialtrupp auf dem Planeten Pandora wertvolle Rohstoffe abbauen. Zur Erforschung des dort lebenden Naturvolks Na'vi haben Wissenschaftler Avatare erschaffen, für die menschliche DNS mit der der Na'vi gekreuzt wurde. Da die Ureinwohner nichts von den Menschen halten und ihnen mit Aggression begegnen, soll der querschnittsgelähmte Jake Sully (Sam Worthington) in Gestalt der Na'vi herausfinden, wie sie sich zur Kooperation überreden lassen. Doch als er sich in die Eingeborene Neytiri (Zoe Saldana) verliebt, gerät er schon bald in einen moralischen Zwiespalt...

James Cameron ist nicht nur ein Perfektionist mit visionären Ideen, er ist auch ein begnadeter Geschichtenerzähler. Zwar enthält „Avatar“ keine großen Überraschungen und auch viele bekannte Elemente – wie die Unterdrückung eines Eingeborenenvolkes durch Eroberer, die Vertreibung aus dem Paradies und das Kennenlernen einer völlig fremden Kultur –, aber dennoch reißt die Story den Zuschauer von Anfang bis Ende mit. Im Mittelpunkt des Films stehen aber ganz klar die wirklich bahnbrechenden Effekte, die man in diesen Dimensionen bisher noch nicht gesehen hat. Nicht nur wirken die animierten Avatare verblüffend echt, auch hat Cameron einen ganzen Planeten mit einer detaillierten Flora und Fauna in absolut fotorealistischer Optik erschaffen. So sieht die Kinounterhaltung der Zukunft aus.

Bewertung: 9/10

9. „Zeiten des Aufruhrs“

Amerika in den prüden Fünfzigern: Auf einer Party lernt Frank Wheeler (Leonardo DiCaprio) die lebensfrohe April (Kate Winslet) kennen – und wenig später auch lieben. Die beiden heiraten, bekommen zwei Kinder und ziehen in ein Familienhaus im ländlichen Connecticut, das in der „Revolutionary Road“ steht. Die Wheelers wollen ein Leben führen, das weltoffen, ambitioniert und vor allem etwas Besonderes ist. Sie wollen sich selbst und ihren Idealen treu bleiben. Was äußerst aufregend anfängt und bestimmt wird von großen Plänen und Lebensträumen, bekommt jedoch sehr bald Risse...

Obwohl der Film in den Fünzigern spielt, sind seine Motive völlig zeitlos. Regisseur Sam Mendes beschreibt Themen und Konflikte, mit denen man sich selbst immer wieder konfrontiert sieht: auch in schwierigen Situationen an den eigenen Idealen festzuhalten und das Bedürfnis, eine sich einschleichende Stagnation im Leben zu durchbrechen. Wie „Zeiten des Aufruhrs“ eindringlich zeigt, scheitert der innere Wunsch nach Veränderung aber nicht unbedingt an äußeren Umständen, sondern oftmals auch an den eigenen Ängsten, Zweifeln und Schwächen. So zu leben, wie man will, erfordert Mut. Aber nicht immer kann man den Mut aufbringen, den große Veränderungen und bedingungslose Selbstverwirklichung verlangen.

Im Film geben Leonardo DiCaprio und Kate Winslet schauspielerisch alles, um dieser inneren Zerrissenheit der Eheleute Wheeler glaubwürdig Ausdruck zu verleihen. Winslet hat für die Rolle der April zu Recht einen Golden Globe erhalten, und auch DiCaprios Darstellung von Frank stellt einen weiteren Höhepunkt in seiner Karriere dar. Ebenso wie auf der Handlungs- und Schauspielebene überzeugt „Zeiten des Aufruhrs“ durch seine handwerkliche Machart. Wenn nach einem kleinen Streit zwischen April und Frank eine Kluft entstanden ist, wird diese auch räumlich visualisiert – indem Sam Mendes die beiden beispielsweise nebeneinander einen Flur entlang gehen lässt und die Distanz zwischen ihnen Schritt für Schritt vergrößert. Solche und ähnliche Szenen sind es, die das unglaubliche Talent des Regisseurs für Bildkompositionen zeigen.

Bewertung: 9/10

8. Slumdog Millionär“

Die indische Metropole Mumbai im Jahr 2006: Der 18-jährige Jamal Malik (Dev Patel) sitzt in der TV-Sendung „Wer wird Millionär?“ und ist eine Frage davon entfernt, 20 Millionen Rupien zu gewinnen. Bevor er zum Finale antritt, versuchen Polizeibeamte herauszubekommen, wie er überhaupt so weit kommen konnte. Hat ihm jemand aus dem Publikum irgendein Zeichen gegeben? Hat ihm ein Freund die Lösung auf sein Handy geschickt? Hat er einfach nur gut geraten? Dass er die Antworten auf die Fragen wirklich gewusst hat, nimmt ihm die Polizei zunächst nicht ab. Doch als Jamal dann nach und nach erzählt, durch welche einschneidenden Erlebnisse er zu dem Wissen gelangt ist, legt sich die Skepsis der Beamten – und als Zuschauer bekommt man einen bewegenden und mitreißenden Einblick in sein bisheriges Leben.

Regisseur Danny Boyle hat mit „Slumdog Millionär“ eine vereinnahmende Mischung aus Milieustudie und Liebesdrama inszeniert, in der das Flair von Bollywood-Filmen perfekt mit der Erzählweise von Hollywood-Streifen verschmilzt. Die verschiedenen Ebenen – Polizeistation, Quizshow und Kindheitserinnerungen – verknüpft er geschickt zu einem stimmigen Ganzen und liefert eine emotionale Achterbahnfahrt, die von schockierenden und sehr ernsten Momenten bis zu ausgelassenen und irrwitzigen Augenblicken alles bereithält.

Zunächst nur als Außenseiter gehandelt, räumte der Film in diesem Jahr vier Golden Globes ab und ging mit acht Auszeichnungen – unter anderem in der Kategorie „Bester Film“ – als klarer Sieger aus der Oscar-Nacht hervor.

Bewertung: 9/10

7. „Watchmen – Die Wächter

Dass düstere Comic-Verfilmungen im Trend liegen, haben in jüngster Zeit etwa „Spider-Man 3“ und „The Dark Knight“ gezeigt. Anfang 2009 kam dann ein Film in die Kinos, der diesen dunklen Grundtenor perfektionierte: die Dystopie „Watchmen – Die Wächter“. Regisseur Zack Snyder hat damit seine grandiose Inszenierung von „300“ sogar noch ein wenig übertroffen und ein visuelles Meisterwerk geschaffen, das einen aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen lässt.

Eine alternative Realität im Jahr 1985: Das atomare Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion steht kurz vor einer Eskalation, und Richard Nixon (Robert Wisden) tritt bereits seine fünfte Amtszeit als Präsident an. Als plötzlich ein vermummter Attentäter auftaucht und den Comedian (Jeffrey Dean Morgan) tötet, mobilisiert der Soziopath Rorschach (Jackie Earle Haley) seine alten Freunde, die Watchmen, und begibt sich mit ihnen auf die Suche nach dem Mörder. Schon bald kommen sie einer schrecklichen Verschwörung auf die Spur...

Von der genialen Eröffnungssequenz, in der die amerikanische Geschichte umgeschrieben wird, über die detailverliebten Sets bis hin zu den bahnbrechenden Spezialeffekten stimmt hier wirklich alles. Die zahlreichen Handlungsstränge, die teilweise in verschiedenen Zeitebenen spielen, liefern dem Zuschauer auf geschickte Weise nach und nach immer mehr Informationen über die einzelnen Charaktere, und am Ende ergibt alles ein stimmiges Ganzes. Im Gegensatz zu vielen anderen Comic-Verfilmungen dominieren hier jedoch die Antihelden, die in einer kaputten, unmoralischen und sehr zynischen Welt zurechtkommen müssen. Aber gerade diese Andersartigkeit macht „Watchmen – Die Wächter“ zu einem der eindrucksvollsten Filme, die ich kenne. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen.

Bewertung: 9/10

6. „Star Trek“

James Tiberius Kirk (Chris Pine) lebt Mitte des 23. Jahrhunderts im ländlichen Iowa auf der Erde und weiß nichts mit sich anzufangen. Captain Christopher Pike (Bruce Greenwood), ein alter Freund seines Vater, rät ihm, die Akademie der Sternenflotte zu besuchen, da er so die Möglichkeit hat, etwas aus seinem Leben zu machen. Dort findet Kirk in dem knauserigen Arzt Leonard „Pille“ McCoy (Karl Urban) auch schnell einen neuen Freund. Mit seiner direkten und draufgängerischen Art macht sich der Kadett aber auch Feinde. Bei einer Übungsaufgabe, dem Kobayashi-Maru-Test, gerät Kirk mit dem Halbvulkanier Spock (Zachary Quinto) aneinander. Als dann aber der Romulaner Nero (Eric Bana) mit seinem Schiff den Planeten Vulkan angreift, und die „Enterprise“ unter der Führung von Captain Pike auf Rettungsmission geschickt wird, müssen die beiden Rivalen notgedrungen zusammenarbeiten...

Gleich vom ersten Augenblick an legt Regisseur J.J. Abrams ein ungeheures Erzähltempo vor. Dabei wechseln sich mitreißende Actionsequenzen gekonnt mit dynamisch geschriebenen Dialogszenen ab – und auch die stilleren Charaktermomente fügen sich passend ins Gesamtbild. Das Verblüffendste an dem Film ist jedoch, wie unglaublich gut die neuen Darsteller in ihre jeweilige Rolle passen. Bereits nach wenigen Minuten stellt sich das Gefühl der absoluten Vertrautheit ein. Wenn sich Chris Pine als Kirk auf den Kommandostuhl setzt, wenn sich Karl Urban als McCoy über die Gefahren des Weltraums auslässt, oder wenn sich Zachary Quinto als Spock über das unlogische Verhalten der anderen wundert – dann sind das Momente, in denen man sofort die ursprünglichen Schauspieler wiedererkennt.

Natürlich hatten einige hartgesottene Fans – zum Teil sogar schon vor dem Kinostart – das eine oder andere an dem Film auszusetzen. Aber wer versucht, es allen recht zu machen, wird es am Ende keinem recht machen. J.J. Abrams ist seinem Stil jedenfalls treu geblieben und hat einen innovativen, frischen und sehr lebendigen „Star Trek“-Film geschaffen, der am Puls der Zeit inszeniert ist, und der Lust auf mehr macht – auf sehr viel mehr.

Bewertung: 9/10

5. „Gran Torino

Als Schauspieler tritt Clint Eastwood inzwischen nur noch sporadisch in Erscheinung, dafür hat er sich in den vergangenen Jahren aber als Regisseur mitreißender und emotionaler Dramen einen Namen gemacht. Für den Spätwestern „Erbarmungslos“ und das Sportdrama „Million Dollar Baby“ wurde er jeweils mit zwei Oscars in den Königsklassen „Bester Film“ und „Beste Regie“ ausgezeichnet, und sowohl der Thriller „Mystic River“ als auch das Antikriegsepos „Letters from Iwo Jima“ haben in diesen beiden Kategorien zumindest die Nominierungen erhalten. Was die genannten Filme vor allem auszeichnet, sind eine ergreifende Geschichte, eine packende Erzählweise und eine äußerst intensive Atmosphäre.
 
Diese Mischung hat Eastwood in seiner insgesamt bereits 32. Regiearbeit, dem grandiosen Drama „Gran Torino“, perfektioniert – und damit einen der sehenswertesten Filme des Jahres abgeliefert. Die Hauptrolle darin hat er ebenfalls übernommen. Eastwood spielt den gealterten Kriegsveteranen Walt Kowalski, der seiner asiatischen Nachbarschaft mit offener Feindseligkeit begegnet. Seine rassistischen Vorurteile sieht er zunächst bestätigt, als ein Jugendlicher von nebenan sein Auto, einen Ford Gran Torino, stehlen will – was Walt in letzter Sekunde verhindern kann. Die Familie des Jungen besteht darauf, dass er seine Schuld abarbeitet, indem er dem Rentner bei Reparaturen am Haus und ähnlichen Aufgaben hilft. Doch schon bald kommt es zu einer Eskalation der Gewalt, und die ungleichen Freunde sind von Rachegedanken erfüllt...

Clint Eastwood ist mit „Gran Torino“ ein extrem nahegehender Film zu Themen wie Rassismus, Ausgrenzung und Gewaltbereitschaft gelungen. Als Schauspieler liefert er in der Rolle des ewig fluchenden, verbitterten Walt Kowalski eine der besten Leistungen seiner Karriere. Und als Regisseur wartet er mit einem Finale auf, das einem als Zuschauer wirklich den Atem stocken lässt.

Bewertung: 9/10

4. „The Wrestler“

Randy „The Ram“ Robinson ist ein gealterter Profiwrestler, der seine größten Erfolge in den achtziger Jahren hatte. Bietet sich die Gelegenheit, nimmt er immer noch an Wrestlingshows teil, auch wenn seine Kondition bei Weitem nicht mehr die gleiche ist wie vor zwanzig Jahren. Nach einem besonders harten Schaukampf wird Randy dies auch schmerzlich vor Augen geführt: Er bricht mit einem Herzinfarkt zusammen. Im Krankenhaus macht ihm der behandelnde Arzt klar, dass jedes weitere Besteigen des Ringes seinen Tod zur Folge haben könnte. Seines letzten wirklichen Lebensinhaltes beraubt und konfrontiert mit seiner Einsamkeit, sucht Randy nach einem neuen Lebenssinn...

Auf äußerst feinfühlige und zurückhaltende Art zeichnet „The Wrestler“ das Porträt eines vom Schicksal gebranntmarkten Menschen, der vor den Trümmern seiner Existenz steht. Randy ist ein Mann, der für das Wrestling gelebt hat, der sich darüber definiert hat – und der daraus seine Kraft gezogen hat. Nun ist das nicht mehr möglich, und er muss sich zwangsläufig der Leere in seinem Leben stellen. Als die Erkenntnis in ihm wächst, dass seine ruhmreichen Tage lange zurückliegen und Bewunderung ausbleibt, begibt er sich auf die Suche nach menschlicher Nähe und den Resten seiner Familie. Dabei stellt er sich den elementaren Fragen des Lebens: Was bleibt am Ende übrig? Wie werden sich die Menschen an uns erinnern? Wofür soll man kämpfen?

Mickey Rourke brachte die vereinnahmende Darstellung von Randy „The Ram“ Robinson völlig zu Recht einen Golden Globe ein. Für den Oscar war er in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ auch nominiert, jedoch ging der Preis hier an Sean Penn für seine Rolle eines Schwulenpolitikers in „Milk“. Penn ist in dem Film ohne Zweifel überragend, aber Rourke hat in „The Wrestler“ die auszeichnungswürdigere Leistung gebracht. Für mich ist er daher der eigentliche Oscar-Gewinner.

Bewertung: 9/10

3. „Der fremde Sohn“

Los Angeles im Jahr 1928: Christine Collins (Angelina Jolie) ist eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem Job bei einer Telefongesellschaft den Unterhalt für sich und ihren Sohn Walter (Gattlin Griffith) verdient. Als der Junge eines Tages spurlos verschwindet, beginnt für Christine ein Albtraum. Es folgen Monate, die geprägt sind von Verzweiflung, Ratlosigkeit und Hoffnung – bis ihr die Polizei schließlich die Nachricht überbringt, dass man ihren Sohn gefunden hat. Begleitet von zahlreichen Beamten und Journalisten, erwartet eine überglückliche Christine am Bahnhof das Eintreffen ihres Kindes. Doch als der Junge aus dem Zug steigt, erlebt sie eine böse Überraschung: Es ist nicht Walter. Zwar beteuert sie immer wieder, dass ihr das falsche Kind zurückgegeben wurde, aber niemand scheint ihr zu glauben. Erst als Reverend Gustav Briegleb (John Malkovich) an sie herantritt, findet Christine einen Verbündeten...

Was sich nach der Erfindung eines Drehbuchautors mit einer Vorliebe für ergreifendes Drama anhört, basiert tatsächlich auf einer wahren Begebenheit. Regisseur Clint Eastwood und Hauptdarstellerin Angelina Jolie haben die bewegende Geschichte von Christine Collins mit einer Intensität und visuellen Kraft umgesetzt, die dem Film auch über seine Laufzeit von rund zweieinhalb Stunden hinweg eine unglaubliche Wirkung verleihen. Eastwood versteht es wie kaum ein Zweiter, seinen Figuren in jedem Moment ihres Auftretens eine starke Glaubwürdigkeit zu verleihen und die Handlung so zu inszenieren, dass sie einen von der ersten Minute an packt und schließlich immer tiefer in ihren Bann zieht.

„Der fremde Sohn“ ist ein wirkliches Highlight in Eastwoods Schaffen und eine grandiose Schauspielleistung von Angelina Jolie – wenn nicht sogar ihre bisher beste.

Bewertung: 9,5/10

2. „Inglourious Basterds

Eine Gruppe jüdischer Soldaten, bekannt als die „Basterds“, hat es während des Zweiten Weltkriegs auf Hitlers Truppen abgesehen. Die gefürchtete Spezialeinheit unter der Führung von Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt) kennt dabei kein Erbarmen: Bekommt sie einen Nazi in die Finger, so wird er skalpiert. Abseits von den Schlachtfeldern verliebt sich der deutsche Kriegsheld und Filmstar Fredrick Zoller (Daniel Brühl) derweil in die jüdische Kinobetreiberin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent). Was Zoller nicht ahnt: Vor wenigen Jahren wurde Shosannas Familie von dem gnadenlosen Nazi-Offizier Hans Landa (Christoph Waltz) ermordet, und sie wartet nur auf den richtigen Augenblick, um sich an den deutschen Besatzern zu rächen. Dieser scheint gekommen, als in ihrem Lichtspielhaus eine Filmpremiere stattfindet, bei der auch Goebbels (Sylvester Groth) und Hitler (Martin Wuttke) anwesend sind...

„Inglourious Basterds“ ist ein weiteres Meisterwerk des Kultregisseurs Quentin Tarantino, das vor allem durch seine brillante und äußerst packende Erzählweise begeistert. Tarantino versteht es wie kaum ein anderer, episodenhafte Geschichten zu einem stimmigen Ganzen zusammenzusetzen. Die Handlung von „Inglourious Basterds“ ist in fünf Kapitel unterteilt, die jeweils einen eigenen Schwerpunkt haben und bestimmte Figurenkonstellationen näher beleuchten. Diese szenischen Ausschnitte, die zum Teil in Echtzeit ablaufen, liefern immer mehr Informationsbausteine mit raffiniert eingestreuten Querverweisen, die für den Zuschauer nach und nach die Zusammenhänge erkennen lassen.

Vor allem überzeugt dabei die innovative Genremischung aus Italo-Western, Kriegsfilm, Drama und überspitzter Satire. Zudem haftet dem Film etwas Märchenhaftes an: Er wird beispielsweise mit dem typischen „Es war einmal“ eingeleitet und enthält eine sehr gelungene Anspielung an „Aschenputtel“. Und zum Schluss hat Tarantino sogar seine eigene Version der NS-Geschichte geschrieben.

Bewertung: 9,5/10

1. „Der seltsame Fall des Benjamin Button

Benjamin Button (Brad Pitt) kommt 1918, am letzten Tag des Ersten Weltkrieges, als Greis zur Welt. Seine Mutter stirbt bei der Geburt, und sein Vater Thomas (Jason Flemyng), der nicht weiß, wie er mit der Situation umgehen soll, setzt das Baby auf der Treppe eines Altenheimes aus. Dort entdeckt die Pflegerin Queenie (Taraji P. Henson) den Jungen und zieht ihn fortan wie einen eigenen Sohn auf. Unter den Bewohnern des Seniorenstiftes verbringt Benjamin seine Kindheit und sieht mit jedem Jahr, das vergeht, deutlich jünger aus. Eines Tages trifft er dort die siebenjährige Daisy (Elle Fanning), die ihre Großmutter besucht, und ist sofort von ihr angetan. Zwischen dem körperlich ungleichen Paar, das jedoch geistig im selben Alter ist, entwickelt sich schnell eine tiefe Freundschaft. Benjamin hält mit Daisy auch dann noch Briefkontakt, als er das Altenheim verlässt. Jahre später kehrt er schließlich nach Hause zurück und sieht erstmals seit langer Zeit Daisy wieder von Angesicht zu Angesicht. Körperlich sind beide nun etwa im selben Alter...

Seine Andersartigkeit ermöglicht Benjamin einen einzigartigen Blick auf das Leben und seine Mitmenschen – und genau das macht den Reiz von „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ aus. Als Zuschauer erleben wir einen Großteil des Films mit seinen Augen, seinen Gedanken und seinen Gefühlen. Diese Innensicht verliert über die gesamte Laufzeit nichts von ihrer Faszination und vereinnahmt einen mit jeder verstreichenden Minute mehr und mehr. Besonders ergreifend ist dabei die Liebesbeziehung zwischen Benjamin und Daisy.

Regisseur David Fincher sind Einstellungen und Szenen von überwältigender visueller Kraft gelungen. Wenn Benjamin in Gestalt eines alten Mannes das Laufen lernt und sich mithilfe von Gehstöcken fortbewegt, oder wenn Benjamin und Daisy in der Mitte ihres Lebens erfüllt von tiefem Glück ihre Liebe ausleben, sind das Bilder und Momente, die unvergessen bleiben. „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist ein äußerst emotionales Kinoerlebnis, das von Anfang bis Ende zutiefst bewegt und fasziniert – und für mich daher auch der beste Film aus dem Jahr 2009.

Bewertung: 10/10

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  • :) Gökhan – 08.07.10
    Hey mir gefällt dein Geschmack zu den Filmen.
    Habe mir jetzt schon ein paar angeschaut :D
    Danke
  • Ja klar ! Alois Kummerdorf – 24.01.10
    "New Moon" als einer der "BESTEN" Filme des letzten Jahres???
    Hahaha, dieser Teenie-Mist kommt nicht mal unter die Top 100.000.
    Außerdem ist es eine wie bereits erwähnt "subjektive" Auflistung des Kritikers.
    Tarantino hat mit Glorious Basterds bestimmt nicht seinen besten Film abgeliefert. GB war dennoch besser, als viele andere "anspruchsvolle" Schmonzetten und Gewaltorgien (siehe Michael Bay Gerümpel). Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Kritiker den Film nur wegen T. aufgenommen hat.
  • Kino Highlights ... – 17.01.10
    Es ist immer wieder traurig zu sehen, welch banale und klischee behaftete Filme in solchen Ranglisten zu sehen sind. Tarantino mit seinen ständigen Blutorgien dort zu finden, zehrt an einem konstruierten Image eines maßlos überschätzen Regisseurs. Die Zeit nannte seinen letzten Film nur Gewaltporno. Es scheint, als orientiere man sich bei der Bewertung eines Films nur an Budget, Darsteller- oder Regisseurnamen und nicht daran, was gelungen ist.
  • Meine Topfilme 2009 Maren – 01.01.10
    Ich kann meine Topfilme 2009 nicht wirklich in eine Reihenfolge bringen. Zu meinen Favouriten gehören auf jeden Fall:

    Watchmen - die Wächter
    Inglourious Basterds
    The Fall
    (500) days of Summer
    Star Trek
    New Moon
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